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Südsudans Stabilität steht auf dem Spiel
Die gewaltsamen ethnischen Konflikte im Südsudan gefährden die Stabilität im Südsudan, die jüngste von der Uno anerkannte Nation der Welt. Denn hinter den Kulissen ist ein Verteilkampf um die politische und wirtschaftliche Macht im Gange. Die traumatisierte Bevölkerung im an Erdöl reichen Vielvölkerstaat will indes nur eines – Entwicklung und Sicherheit.
Im Osten des Südsudans führen die zwei Volksgruppen der Nuer und der Murle eine erbitterte Auseinandersetzung, die seit 2009 mehreren tausend Menschen das Leben gekostet hat und über 100’000 Menschen zu Flüchtlingen werden liess. An der Seite der Nuer haben in jüngster Zeit auch Angehörige der Dinka-Ethnie gekämpft.
Langer Atem gefordert
Auslöser für die Kämpfe sind gegenseitige Diebstähle von Vieh sowie von Kindern und Frauen. «Doch im Hintergrund geht es um die Verteilung der politischen und wirtschaftlichen Macht», erklärt Armin Zimmermann, Programmverantwortlicher für Sudan und Südsudan bei mission 21. Das evangelische missionswerk basel unterstützt mehrere kirchliche Friedensinitiativen in der Konfliktregion. Die Bevölkerung ist traumatisiert von zwei blutigen Bürgerkriegen (1955–1972 und 1983–2005). «Es wird einen langen Atem benötigen, um wirklich nachhaltig Frieden und Versöhnung zwischen den Konfliktparteien zu bewirken», sagt Zimmermann, Theologe und Agrarwissenschaftler. Auf dem Spiel stehe letztlich die Stabilität des ganzen Landes: «Ein Scheitern des jungen Staates ist nicht auszuschliessen.» Die präsidiale Republik Südsudan mit ihren schätzungsweise 9 Millionen Einwohnern wurde erst am 9. Juli 2011 nach einem Referendum ins Leben gerufen.
Fokus auf Bildung, Gesundheit und Landwirtschaft
Ethnische Konflikte, Streit mit dem nördlichen Nachbarn Sudan um den Transport und die Verschiffung des im Südsudan geförderten Öls, Lebensmittelknappheit, steigende Preise, verbreitete Armut, mangelnde Bildung, fehlende Strassen und Spitäler: «Die südsudanesische Regierung ist mit den zahlreichen Herausforderungen total überfordert», erklärt Zimmermann. «Es muss Entwicklung geben», betont er, «sonst werden die Menschen sehr schnell unzufrieden.» Daher fördert mission 21 in besonderem Masse Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Landwirtschaft.
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