Projekte zur Kampagne «Bildung stärkt Menschen»

Nach Angaben der UNESCO können 774 Millionen Erwachsene weder lesen noch schreiben. Fast zwei Drittel von ihnen sind Frauen. Besonders betroffen sind Menschen, die unter Armut und Krieg leiden. Mit der Herbstkampagne 2016 «Bildung stärkt Menschen» setzt sich Mission 21 gemeinsam mit ihren Partnern dafür ein, dass Menschen weltweit, insbesondere Frauen, Zugang zu Bildung erhalten und ein Leben in Würde führen können. Mission 21 unterstützt vielfältige Bildungsangebote in rund 56 Projekten. «Es geht oft um grundlegende Kenntnisse oder um das Erlernen eines Berufes. Bildung ist nicht nur zur Einkommensförderung wichtig, sondern auch für den Selbstwert», sagt Magdalena Zimmermann, Leiterin der Abteilung Bildung Austausch Forschung von Mission 21.

Südsudan: Angehende Hebammen retten Leben

Eine Hebammenschülerin untersucht Mutter und Kind.
Kate Foi ist die Dozentin der Hebammenschule.

Von Krieg und Armut geplagt, hat der Südsudan eine der höchsten Mütter- und Kindersterblichkeitsraten der Welt. Besonders in entlegenen Regionen bleibt der Zugang zu medizinischer Versorgung vielen Menschen verwehrt. Deshalb hat Mission 21 zusammen mit ihrer Partnerorganisation PRDA 2005 eine Hebammenschule gegründet. In einem zweijährigen Lehrgang werden junge Frauen zu staatlich anerkannten Hebammen ausgebildet. Anfang 2014 wurde die Hebammenschule in den Kriegswirren vollständig zerstört. Die Schülerinnen mussten fliehen und alles zurücklassen: ihre Eltern und Geschwister, die bereits verheirateten Frauen ihre Kinder und Ehemänner. Wenige Monate später konnte die Schule im grenznahen Nordkenia provisorisch wieder aufgebaut werden. Trotz der schrecklichen Erlebnisse auf der Flucht setzen die jungen Frauen die Ausbildung zuversichtlich und motiviert fort. Denn als qualifizierte Hebammen werden sie Frauen in Flüchtlingslagern und auf dem Land bei der Schwangerschaft und Geburt begleiten und, wenn immer nötig, Leben retten. 79 Frauen haben die Ausbildung bereits abgeschlossen. Sie betreuen jährlich insgesamt 10 bis 15'000 Geburten.

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Chile: Gewalt und Armut überwinden

Durch Workshops
und verschiedene Kurse
werden Frauen gestärkt und ermutigt.

In den Vororten der Stadt Concepción in Chile sind für viele Frauen materielle Not sowie psychische und physische Gewalt allgegenwärtig. Der Entwicklungs- und Ausbildungsdienst SEDEC der methodistischen Kirche in Chile engagiert sich für die Frauen mit verschiedenen Bildungsprogrammen. Zentral ist die Arbeit mit Frauengruppen, welche sich während zwei Jahren jede Woche treffen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Persönlichkeitsentwicklung.

Dort lernen die Teilnehmerinnen ihre Rechte als Frau in der Gesellschaft kennen und entwickeln Strategien, um sich gegen häusliche Gewalt zu wehren. Ausserdem eignen sich die Frauen in kunsthandwerklichen Kurseinheiten das Wissen zur Herstellung von Produkten an, die sie anschliessend selbst verkaufen. Dadurch können sie ein kleines Zusatzeinkommen erwirtschaften und ihr Selbstvertrauen stärken. Durch den ganzheitlichen Ansatz werden die Frauen dabei unterstützt, ihrem von Armut und Gewalterfahrungen geprägten Leben eine Wende zu geben. Frauen entdecken ihre Fähigkeiten und lernen, sich selber zu schätzen. Sie behaupten sich und werden aktivere Mitglieder der Gesellschaft. Im Jahr 2015 nahmen insgesamt 385 Frauen an verschiedenen Aktivitäten von SEDEC teil.

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Indonesien und Malaysia: Stipendien schenken Hoffnung

Stipendiatin Annisa Nakalelly
und Stipendiat Ferdinan Lampon
sowie Schülerinnen der Migrantenschule in Kundasang (Malaysia).

In ländlichen Gegenden Indonesiens und Malaysias wachsen viele Kinder in armen Verhältnissen auf. Der Schulbesuch ist für die Eltern oft nicht bezahlbar. Als Reisbauern kommen sie kaum über die Runden.

Gemeinsam mit den Partnerkirchen vor Ort unterstützt Mission 21 junge, benachteiligte Menschen mit Stipendien. Begabte und motivierte Jugendliche aus armen Bauernfamilien werden gefördert, Berufe zu erlernen, die besonders gefragt sind: im Gesundheits- und Schulwesen, in der Landwirtschaft oder im Verwaltungswesen. Ausserdem erhalten Mädchen aus Borneo Sonderstipendien, da sie in der Gesellschaft benachteiligt sind. Nicht selten werden sie minderjährig verheiratet, sodass eine Schulbildung gänzlich wegfällt.

Die Ausbildungsstipendien ermöglichen den Jugendlichen eine Zukunftsperspektive und bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Zurzeit werden 320 Kinder und Jugendliche unterstützt. Christliche und muslimische Kinder profitieren gleichermassen vom Stipendienprogramm. Eine solide Ausbildung wird zu einem Weg aus der Armut und ermöglicht ihnen ein selbständiges Leben.

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Kontakt

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Miriam Glass, Verantwortliche Projektdienst, berät Sie gerne:
Tel: +41 (0)61 260 23 03
(Bürozeiten: Mittwoch-Freitag)
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