Wednesday 30. August 2017

Zunehmende Gewalt in Nigeria

Seit diesem Sommer verübt die Terrormiliz Boko Haram im Nordosten Nigerias wieder mehr Gewalttaten. Allein im August beging sie 30 Terrorakte. Betroffen sind auch die Mitglieder der Partnerkirche von Mission 21, der EYN.

Zahlreiche Menschen im Nordosten Nigerias leiden unter der Verschlimmerung der Lage. Bild: Albrecht Ebertshäuser

Für die Menschen, die im Nordosten Nigerias leben, im Kernland der Partnerkirche EYN von Mission 21, ist die Lage in den letzten Monaten gefährlicher geworden. Denn obwohl Regierung und Militär behaupten, die Terrormiliz Boko Haram sei besiegt, verübt die Organisation wieder mehr Gewalttaten.

So fand Ende Juli einer der blutigsten Anschläge seit langem statt, als ein Team von Geologen auf der Suche nach Öl angegriffen wurde. Und im August stieg die Zahl der Terrorakte auf 30 - der höchste Stand seit über anderthalb Jahren. Boko Haram missbraucht auch immer mehr Frauen und Kinder für terroristische Zwecke. Im Jahr 2017 wurden bereits mindestens 80 Frauen und Mädchen als Selbstmordattentäterinnen in den Tod geschickt.

Die Gewalt konzentriert sich im nördlichen Teil des Borno State und in den angrenzenden Gebieten des Sambisa Forest. In dieses unwegsame Waldgebiet hat sich Boko Haram zurückgezogen. Immer wieder werden Dörfer in den Gebieten nahe des Sambisa Forest angegriffen und Menschen verschleppt oder getötet. Betroffen von diesen Attacken sind auch jene Familien, die in ihre angestammten Gebiete zurückgekehrt sind. Sie sind massiv sicherheitsgefährdet. Gewisse Gebiete im Kernland der Partnerkirche EYN von Mission 21 sind nach wie vor gänzlich unbewohnbar.

Partner von Mission 21 leisten Hilfe
Dennoch versuchen die Partnerorganisationen von Mission 21, Hilfe zu leisten. Unter schwierigsten Konditionen engagieren sie sich vor Ort, um die Lebensbedingungen der betroffenen Bevölkerung zu verbessern. Weiter tragen sie dazu bei, dass die Menschen wieder Häuser bauen und in sichereren Gebieten Felder bestellen können. Dies ist besonders dringend nötig, weil der langjährige Konflikt die Bevölkerung noch ärmer gemacht hat.

Die Partner von Mission 21 achten auch darauf, würdevoll mit den Menschen umzugehen, die Hilfe benötigen. In der Stadt Maiduguri etwa wird Nahrung an Bedürftige nicht einfach verteilt. Die begünstigten Frauen, Männer und Kinder dürfen stattdessen zu bestimmten Marktzeiten Lebensmittel und Waren, die sie dringend brauchen, nach eigener Wahl kaufen. Mit dem Einkauf auf dem Markt erhalten die Menschen eine gewisse Selbstbestimmung zurück.

Text: Ulrich Bachmann, Programmverantwortlicher Nigeria bei Mission 21

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