Friday 29. September 2017

Bombenexplosion in Bamenda, Kamerun

Am 21.9. explodierte eine Bombe in Bamenda. Togho Lumumba Mukong lebt in der kamerunischen Stadt. Er koordiniert die Arbeit von Mission 21 in Kamerun. Hier sein Bericht zur Situation vor Ort.

Lumumba Mukong koordiniert die Arbeit von Mission 21 in Kamerun.

«Die Information, dass eine Bombe vor dem Krankenhaus in Bamenda explodiert sei, erreichte mich am 21. September in meinem Büro», berichtet Togho Lumumba Mukong, Koordinator von Mission 21 in Kamerun. Die Explosion ereignete sich um rund 10 Uhr morgens. Drei Polizisten wurden verwundet und sind zur Zeit in Bamenda hospitalisiert. Lumumba Mukong schreibt: «Der nationale Rundfunk vermeldete die Explosion. Sie wurde den Gruppen zugeschrieben, die sich für die Unabhängigkeit der englischsprachigen Nordwest- und Südwest-Regionen von Kamerun aussprechen.»

Aktuelle Informationen zur Lage in Kamerun

Togho Lumumba Mukong hat am 12. September für Mission 21 Informationen zur aktuellen Lage in Kamerun zusammengefasst. Seinen Bericht in englischer Sprache finden Sie hier (PDF-Dokument).

Aus Anlass des Bombenanschlags berichtet er nun nochmals. Gemäss Lumumba Mukong kursieren in den sozialen Medien verschiedene Angaben zur Herkunft der Bombe. Verfechter der Unabhängigkeit liessen verlauten, die Regierung habe sie gezündet, um einen Grund für weiteres militärisches Vorgehen in der Region zu haben.

Die Anhänger der Unabhängigkeitsbewegung sind allerdings untereinander nicht einig. Es gibt eine Untergruppe, die Angriffe auf Militär und staatliche Einrichtungen befürwortet. Gemäss Lumumba Mukong handelt es sich bei dieser Gruppe aber eine kleine Minderheit.

Nächtliche Ausgangssperre bis 3. Oktober

Die Regierung hat die Reisemöglichkeiten innerhalb des Landes eingeschränkt. Zudem gilt bis zum 3. Oktober eine Ausgangssperre von 22 Uhr bis 5 Uhr morgens. Geschäfte bleiben in dieser Zeit geschlossen.

Dies hat aus Sicht von Lumumba Mukong zwei Gründe:

- Am 22. September spricht Präsident Biya vor der UNO-Vollversammlung. Deshalb möchten einige separatistiche Gruppen Protestmärsche organisieren, die zeigen sollen, dass sie nicht zu Kamerun gehören.

- Die Exilregierung der Südkameruner, die die Unabhängigkeit verlangen, hat angekündigt, die Unabhängigkeit am 1. Oktober dieses Jahres auszurufen.

Dies verursache viele Debatten in den Sozialen Medien und viel Wirbel, Unsicherheit und Aufregung in der Bevölkerung, aber auch bei Armee und Polizei, so Mukong. «Man hört auch, dass die Internetverbindungen heute gekappt werden sollen.»

Die Mitarbeitenden von Mission 21 in Kamerun sind in Sicherheit.

» Bericht zur aktuellen politischen Lage in  Kamerun (englisch)

» Update zur Situation am 22. September 2017 (englisch)

» Bericht zum Podiumsgespräch «Brennpunkt Kamerun»

 

 

 
 
Kontakt

Christoph Rácz
Medienbeauftragter
Leiter Öffentlichkeitsarbeit
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