Sunday 25. June 2017

Rebecca Dali aus Nigeria gewinnt prestigeträchtigen Preis

Der Sergio de Vieira de Mello Preis ging dieses Jahr an die nigerianische Aktivistin Rebecca Dali. Wir sind mit der aussergewöhnlichen Frau verbunden, da Mission 21 ihr Studium bis zum Doktorat unterstützte. Zudem ist sie ein engagiertes Mitglied der nigerianischen Partnerkirche von Mission 21.

Jedes zweite Jahr wird der Sergio Vieira de Mello Preis vergeben, in Gedenken an dessen Namensgeber, der am 19. August 2003 in Bagdad bei einem Terroranschlag ums Leben kam. Der Preis ist eine Anerkennung für die wichtige Arbeit von mutigen Einzelpersonen und Gruppen in Konfliktzonen. Denn diese bleiben oft weitgehend unbeachtet.

Dieses Jahr wurde Rebecca Dali aus Nigeria für ihre Arbeit mit Terroropfern ausgezeichnet: Mädchen und Frauen, die von der islamistischen Terrormiliz Boko Haram entführt und wieder freigelassen werden, haben enorme Schwierigkeiten, sich neu einzugliedern. «Sie werden stigmatisiert», sagt Dali, «ihre Ehemänner, die Gesellschaft und manchmal sogar ihre eigenen Eltern lehnen sie ab.» Dali und ihre Organisation CCEPI geben den Opfern zunächst Schutz und Essen und schicken ihre Kinder zur Schule. Zudem haben sie Gelegenheit, ihre Geschichten zu erzählen, und die Traumata werden gemeinsam aufgearbeitet. «Dann gehen wir in ihre Gemeinden und machen uns dafür stark, dass sie wieder aufgenommen werden.»

Dali gründete die Organisation CCEPI (Center for Caring, Empowerment and Peace Initiative) bereits 1989, um Witwen und Waisenkindern in prekären Verhältnissen beizustehen. Seit die Gewalt durch Boko Haram im Jahr 2009 immer schlimmer wurde, konzentriert sich die Arbeit von CCEPI vor allem auf die Terroropfer. CCEPI leistete Pionierarbeit und war eine der ersten Organisationen, die sich um intern vertriebene Menschen kümmerte. Dies, obwohl die Sicherheitslage zum Teil sehr prekär war.

Rebecca Dali ist eine «Agent of Change»
Rebecca Dali doktorierte im Jahre 2012 dank eines Stipendiums von Mission 21. Auch für den Bachelor- und Master-Abschluss erhielt sie bereits Unterstützung von Mission 21, ehemals Basler Mission. Im Sinne unserer Herbstkampagne «Gesucht: Reformator/-innen von heute» ist also auch sie eine «Agent of Change»: Mit viel Mut, Herzblut, aber auch einer fundierten theologischen Ausbildung im Rucksack, bewirkt sie Gutes in der Gesellschaft. Wir gratulieren Rebecca Dali zu diesem aussergewöhnlichen und sehr verdienten Preis!

Das Preisgeld von 5'000 CHF sei zwar laut der Stiftung eher ein «symbolischer Betrag», aber die Auszeichnung verhilft Dalis Arbeit hoffentlich zu mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung, auch auf internationalem Parkett. Und für sie selbst ist es ein «Zeichen Gottes», wie sie sagt: «Diese Auszeichnung drängt mich, noch mehr Einsatz zu leisten. Das hilft wirklich!»

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Die Informationen in diesem Beitrag stammen mehrheitlich aus einem Beitrag des Infoportals Allafrica vom 22. August 2017
» zum Originalbeitrag (auf Englisch)

 
 
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