Wednesday 15. March 2017

Südsudan: Investieren in den Frieden

Dorina und Mathias Waldmeyer und Karin Augustat, bei Mission 21 verantwortlich für die Projekte im Südsudan, berichteten in einem Vortrag von der Arbeit im Konfliktgebiet.

Karin Augustat, Mathias und Dorina Waldmeyer (v.l.n.r.) im Garten des Missionshauses.

Gewalt und Hunger sind die beiden Stichworte, die seit Jahren fallen, wenn es um den Südsudan geht. Seit Juli 2016 hat sich der gewaltsame Konflikt um Macht und wirtschaftliche Ressourcen weiter verschärft. Auch Dorina und Mathias Waldmeyer und Karin Augustat, bei Mission 21 zuständig für die Projekte im Südsudan, berichten von den Schwierigkeiten im Land. Darüber hinaus bringen sie jedoch auch Geschichten der Hoffnung mit, denn Mission 21 und ihre Partner vor Ort setzen alles daran, den Friedensprozess zu fördern.

Soeben zurückgekehrt 
Die drei Mission 21-Mitarbeitenden sind erst vor wenigen Tagen aus dem Südsudan und Kenia zurückgekehrt. Dorina und Mathias Waldmeyer leben in Nairobi (Kenia) und stehen in engem Kontakt mit den Partnerorganisationen von Mission 21 im Südsudan. Karin Augustat verantwortet die Programmarbeit von Basel aus. Ihre Erfahrungen schilderten sie am 29. März in einem Vortrag im Basler Missionshaus vor zahlreichen Interessierten.

Aktionsplan für den Frieden
In der aktuell scheinbar aussichtslosen Situation setzt Mission 21 zusammen mit den Partnern vor Ort auf Friedensförderung. Einer der Hauptpartner, der Südsudanesische Kirchenrat (SSCC) hält die Fäden im neu lancierten «Action Plan für Peace» (Aktionsplan für den Frieden) zusammen, den Mission 21 unterstützt. Der Action Plan for Peace hat unter anderem zum Ziel, Konfliktparteien auf allen Ebenen zusammenzubringen und ein neutrales Forum für Gespräche einzurichten. Damit die Friedens- und Versöhnungsarbeit professionell aufgebaut und durchgeführt werden kann, steht in einer ersten Phase die Rekrutierung und Ausbildung von Personal im Zentrum.

Kirchen als wichtige Akteure
Doch wie soll gerade den Kirchen gelingen, was Politik und Diplomatie bisher nicht erreicht haben? Mathias Waldmeyer sagt dazu: «Die Kirche ist die einzige respektierte neutrale Institution im Friedens- und Versöhnungsprozess. Sie umfasst verschiedene Ethnien und ist so ein Vorbild für ein Leben in Einheit und Versöhnung, ein Hoffnungsträger und Trostspender.» Die Kirche setzt zudem auf Bildung, während der südsudanesische Staat sein weniges Geld in Waffen statt Schulen steckt. Ein Vorteil für die Nachhaltigkeit des Action Plan for Peace ist, dass grosse Partner wie die EU und grosse christliche Kirchen mit im Boot sind. Karin Augustat: «Den Friedensprozess voranzutreiben, ist eine immense Aufgabe. Doch zusammen können wir es schaffen.»

Text: Miriam Glass, Foto: Dorothee Adrian, Team Öffentlichkeitsarbeit

» Helfen Sie mit: Hier können Sie für die Arbeit von Mission 21 im Südsudan spenden

» Interview mit Karin Augustat über ihre Eindrücke während der Reise im Südsudan

 

Weitere Informationen zum Aktionsplan für Frieden

Der «Aktionsplan für Frieden» des Südsudanesischen Kirchenbundes umfasst vier Säulen: Mobilisierung der Öffentlichkeit zur Beendigung des Konflikts; ein neutrales Forum zur Begegnung zwischen Menschen aller sozialen Schichten; eine breit angelegte landesweite Versöhnungskampagne sowie Capacity Development zur Stärkung lokaler Organisationen. 

Konkret geht es vor allem um

  • Versöhnungsarbeit mit Kirchengemeinden, Schulen und Basisorganisationen
  • Konfliktbewältigung / Versöhnung / Vergebung / Tagungen, Kurse, Infomaterial
  • Psychosoziale Rehabilitation, Trauma-Heilung / Ausbildung / individuelle Begleitung
  • Jugendarbeit zu interreligiöser Zusammenarbeit / Tagungen / Kurse / Camps
  • Leadership-Seminare für kirchliche Kader und für Frauen- und Jugendorganisationen
  • Schulung und Weiterbildung für lokales Personal / Managementkurse / Trainings
  • Veranstaltungen und Schulungen zu Geschlechter-Gerechtigkeit / Gleichberechtigung
  • Verknüpfung von Friedensarbeit mit Entwicklungsprojekten zur Existenzsicherung
  • Zusammenarbeit mit südsudanesischen Kirchen und internationalen Organisationen
  • Projektkoordination, Qualitätssicherung, externe Begleitung und Evaluation

Diese grosse gemeinsame Friedenskampagne ziviler und kirchlicher Kräfte ist vielleicht die letzte Chance für den Südsudan, um aus dem Teufelskreis von Gewalt und bewaffneten Konflikten herauszufinden, bevor das Land endgültig als «failed state» zusammenbricht und die humanitäre Katastrophe weitere ungeahnte Ausmasse annimmt.

Mission 21 kann dank langjähriger Erfahrung in der Friedensförderung und enger Zusammenarbeit mit internationalen und lokalen kirchlichen und säkularen Netzwerken einen entscheidenden  Beitrag zu einem friedlichen Zusammenleben im Südsudan leisten.

 

 

 

 
 
Kontakt

Karin Augustat
Programmverantwortliche Südsudan
Tel: +41 (0)61 260 22 63
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