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Projekte in Bolivien
Partnerorganisationen in Bolivien

Partnerorganisationen von mission 21 in Bolivien

Integrale Entwicklungszusammenarbeit Mocomoco - Proyecto Integral Mocomoco (PIM)
Stiftung Uñatatawi - Fundación Uñatatawi, Systeme für die Entwicklungs­zusammenarbeit
Evangelisch-Lutherische Kirche Boliviens - Iglesias Evangélica Luterana Boliviana (IELB)
Höheres Ökumenisches Institut für Andine Theologie - Instituto Superior Ecuménico Andino de Teología (ISEAT)
Frauenhaus "Suma Jakaña" (Leben in Harmonie)

Integrale Entwicklungszusammenarbeit Mocomoco - Proyeto Integral Mocomoco (PIM)

Projektleitung: La Paz, Bolivien. Gegründet 1988/1998 neue Ausrichtung.
Das Vorgängerprojekt von PIM, PROSAM, entstand 1988 aus einer Initiative der Lutherischen Kirche Boliviens (IELB) zusammen mit der Basler Mission als Gesundheitsprojekt für die ärmste Bevölkerung in der Region Mocomoco, Departement La Paz, Provinz Camacho. Seit 1989 ist die Institution als Nichtregierungsorganisation unabhängig von der Kirche. Lange Zeit führte sie ihre ganzheitliche ärztliche Betreuung und Gesundheitserziehung in 70 Bauerngemeinden mit einer Bevölkerung von circa 18'000 Einwohnerinnen und Einwohnern durch. Dazu gehörte die Verwaltung von neun Gesundheitsposten, welche heute vollständig in staatliche Verantwortung übergegangen sind. Damit hat PROSAM/PIM einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau des lokalen Gesundheitswesens geleistet.
Ab 1998 begann die Institution einen Prozess zur Förderung integraler und nachhaltiger Entwicklung unter dem Namen PIM. PIM arbeitet eng koordiniert mit der politischen Gemeinde Mocomoco zusammen und baut in allen Bereichen seiner Tätigkeit auf die Partizipation der lokalen Bevölkerung. Im Vorstand des PIM sind die IELB, die Katholische Kirche, die Bauerngewerkschaft (Central Agraria Campesina) und das lokale Bürgerkomitee (Junta de vecinos) vertreten.
PIM hat den Gesundheitsbereich durch die Ernährungssicherung und die Diversifikation landwirtschaftlicher Produktion ergänzt. Aktuell geht diese Öffnung mit dem Konzept der ganzheitlichen Gesundheit noch einen Schritt weiter und schliesst auch die Wohnsituation der Zielgruppe mit ein. So werden heute die Bereiche Gesundheit, Ernährung, Wohnverhältnisse und wirtschaftliche Basis in ihrer gegenseitigen Verflechtung unterstützt.

Stiftung Uñatatawi - Fundación Uñatatawi, Systeme für die Entwicklungs­zusammenarbeit

Sitz der Leitung: La Paz, Bolivien.
Die Stiftung Uñatatawi begann mit ihren ersten Aktivitäten im Jahr 1988. Dabei stand der Name Uñatatawi für ein informelles Beraterteam für Bäuerinnen und Bauern. Die Motivation für diese Arbeit ging auf die Publikation der Autobiographie von Ana María Condori "NAYAN UÑATATAWI" (Mein Erwachen) zurück. Ana María Condori ist heute Direktorin von Uñatatawi. In den ersten Jahren arbeiteten die Mitarbeitenden ehrenamtlich. Erst 1994 wurde Uñatatawi von einem informellen Beraterteam in eine formelle private Entwicklungsorganisation mit dem Namen "Fundación Uñatatawi" umgewandelt. Nach der offiziellen Registrierung als Nichtregierungsorganisation erhielt Uñatatawi 1996 zum ersten Mal finanzielle Unterstützung von nationalen und internationalen Geldgebern. Bis heute arbeitet die Stiftung jedoch mit sehr bescheidenen finanziellen Mitteln. Uñatatawi ist auf nationaler Ebene sehr gut mit anderen Nichtregierungsorganisationen vernetzt und gehört zu den ersten sieben Organisationen, die in das von der UNO unterstützte nationale Programm für biologischen Landbau "Biocomercio" aufgenommen wurden.
Uñatatawi fördert Initiativen für eine nachhaltige Entwicklung und fairen Handel im ländlichen und suburbanen Bereich des Departaments La Paz. Die Aktivitäten werden vor allem in Zusammenarbeit mit Kleinbauern und Bäuerinnen, Migranten aus den Völkern der Aymara und der Quechua entwickelt.
Uñatatawi fördert den Zusammenschluss von Produzentinnen und Produzenten sowie die Gründung von Kleinunternehmen (Microempresas) und bietet Weiterbildungen für die Verantwortlichen dieser Unternehmen an. Es werden Programme ökologischer Landwirtschaft in den folgenden Bereichen unterstützt: Gewürze und Heilkräuter, Forstwirtschaft mit einheimischen Bäumen, Gartenbau mit Treibhäusern auf dem Altiplano und Zucht von Alpaca, Vicuña und Lama. Darüber hinaus wird Kleinhandwerk, insbesondere mit der Produktion von Textilien, gefördert. 2008 hat Uñatatawi als eine von wenigen Entwicklungs-organisationen in Bolivien ihr System der Qualitätssicherung nach der Norm ISO 9001:2000 zertifiziert. Ebenso hat die Institution 2009 die offizielle Zertifizierung der biologischen Produktion von Heilkräutern und Gewürzkräutern in den Yungas durch BioLatina erlangt.

Evangelisch-Lutherische Kirche Boliviens - Iglesias Evangélica Luterana Boliviana (IELB)

Verwaltungssitz: La Paz, Bolivien. Gegründet 1938/1957/1972.
Die IELB geht ursprünglich auf Missionare aus den USA zurück, die 1938 in Bolivien eintrafen. Sie gründeten Missionsstationen und später eine Bibelschule. Die 1957 gegründete lutherische Kirche Boliviens wurde formell von Bolivianern, faktisch aber von nordamerikanischen Missionaren geleitet. Im Jahr 1969 beschlossen 39 Pfarrer lutherischer Gemeinden, eine einheimische Kirche zu gründen. Die erste Generalversammlung der IELB fand 1970 statt. 1972 erlangte sie die Unabhängigkeit von der nordamerikanischen Mission und wurde als eigenständige, indigene Kirche rechtlich anerkannt. 1975 trat sie dem Ökumenischen Rat der Kirchen bei, ein Jahr später dem Lutherischen Weltbund. Die Kirche ist zudem Gründungsmitglied des Lateinamerikanischen Kirchenrates CLAI.
War die IELB zu Beginn nur im Departement La Paz vertreten, hat sie heute auch Gemeinden in Santa Cruz, im Departement Oruro und im Alto Beni. Die Mitglieder der IELB gehören den indigenen Völkern der Aymara und der Quechua an. Sie leben in einem Gebiet, das fünfmal so gross wie die Schweiz ist.
Die IELB umfasst gegenwärtig 130 Kirchgemeinden, zu denen sich circa 8'000 Mitglieder zählen. Davon leben 90% in ländlichen Gebieten. 80% der Gemeindemitglieder sind Bäuerinnen und Bauern, Arbeiter und Kleinhändlerinnen und -händler - darunter auch viele Migrantinnen und Migranten. Sie alle sind der sozialen Unterschicht zuzuordnen.
Von den insgesamt 146 Gemeindeleitern sind nur 30 ordiniert. Die andern nehmen als Laienprediger die Aufgaben ihrer Kirche wahr.
mission 21 unterstützt die IELB seit 1980 durch die Finanzierung verschiedener Projekte. Gegenwärtig liegt ein besonderes Gewicht der Zusammenarbeit auf der Aus- und Weiterbildung von Pfarrerinnen und Pfarrern.

Neben der IELB gibt es in Bolivien seit 1949 eine evangelisch-lutherische Gemeinde deutscher Sprache, mit der regelmässiger Kontakt besteht.

Höheres Ökumenisches Institut für Andine Theologie - Instituto Superior Ecuménico Andino de Teología (ISEAT)

Sitz des Insituts: La Paz, Bolivien. Gegründet 1983/1994.
Nach einer wechselvollen Geschichte, die 1983 ihren Anfang in der Gründung des "Zentrum für theologische Studien" hatte, wurde die evangelische theologische Ausbildung auf universitärer Ebene durch die Gründung des ISEAT 1994 institutionalisiert. Die Schwierigkeiten in den Folgejahren waren ein Abbild der innerevangelischen Auseinandersetzungen um Machtpositionen und theologische Konzepte. Dies führte dazu, dass die Trägerschaft so verändert wurde, dass seit 1999 nicht mehr Kirchen als Institutionen das ISEAT tragen, sondern Vertreter der verschiedenen Kirchen als Privatpersonen. Für die Zukunft wird ein Modell einer gemischten Trägerschaft aus Privatpersonen und offiziellen kirchlichen Vertreterinnen und Vertretern angestrebt.
Das ISEAT profitiert bezüglich des didaktischen Materials und des Austauschs von Dozierenden davon, dass es in das kontinentale Netzwerk der "Lateinamerikanischen Bibeluniversität" (UBL) in Costa Rica eingebunden ist. Dank dieser Zusammenarbeit erreichte das ISEAT im Jahr 2001 auch die offizielle Anerkennung der verliehenen Abschlusstitel, wurde damit kompatibel mit den anderen theologischen Ausbildungsstätten Lateinamerikas und das Lizentiat des ISEAT wurde vom Staat als universitäre Grundausbildung anerkannt.
Das ISEAT charakterisiert sich auch durch ein konsequent ökumenisch angelegtes Konzept. Die Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche findet nicht nur in der Unterstützung für katholische kirchliche Basisgruppen und im Vertrag über spezifische Bildungsaufgaben mit der Diözese von Potosí Ausdruck, sondern macht sich auch in der Präsenz von katholischen Dozenten bemerkbar.
Das ISEAT hat sich bewusst für den interreligiösen und interkulturellen Dialog mit den andinen Völkern der Aymara und Quechua entschieden. Die Bedeutung dieser Entwicklung und ihre Reichweite sind noch kaum abzusehen. Sowohl bezüglich der Bewältigung der intellektuellen Aufgabe wie auch in Bezug auf die grosse Nachfrage nach dem nicht universitären biblisch-pastoralen Programm zur Ausbildung von Leiterinnen und Leitern von Gemeinden und Basisgruppen steht das ISEAT vor grossen Herausforderungen. Mit einer Theologie, die in den Auseinandersetzungen Boliviens die kulturellen und religiösen Differenzen respektiert, wird das Angebot des ISEAT auch zunehmend für Mitglieder von Nichtregierungsorganisationen und andere interessierte Kreise attraktiv.

ISEAT wird seit 1992 von mission 21 unterstützt.

Frauenhaus "Suma Jakaña" (Leben in Harmonie)

Projektort: El Alto, Bolivien. Gegründet 1998.
Die Vorgeschichte des Frauenhauses Suma Jakaña geht auf die Arbeit der Frauengruppe "Luz y vida" mit Frauen der lutherischen Kirche Boliviens IELB zurück. In dieser Gruppenarbeit wurden die Frauen für die Situationen innerfamiliärer Gewalt, die viele Frauen in Bolivien erleiden, sensibilisiert. Die weitere Geschichte von Suma Jakaña ist eng mit den Entwicklungen innerhalb der "Red de Mujeres mission 21 Bolivia", dem Frauennetzwerk von mission 21 in Bolivien, verbunden. Zunehmend wurde dort in der zweiten Hälfte der 90er Jahre das Thema Gewalt gegen Frauen aufgenommen und schon 1998 wurde "Suma Jakaña", im Hinblick auf den Betrieb eines Frauenhauses, gegründet. 2001 fanden Workshops über innerfamiliäre Gewalt statt. Die Frauen, die an diesem Prozess beteiligt waren und insbesondere die damalige Koordinatorin des Frauennetzwerkes, Ana María Vargas, hielten aufgrund ihrer Erfahrungen mit Frauengruppen an der Zielsetzung fest, ein Frauenhaus zu gründen. Ab 2003 wurde der Aufbau des Frauenhauses von mission 21 finanziell unterstützt. Wie der Name "Suma Jakaña" (Leben in Harmonie) sagt, ist dabei der Horizont der Arbeit, nicht einfach eine Dienstleistung zu erbringen, sondern für ein Zusammenleben in Gerechtigkeit, Gleichheit, Respekt und Würde sowohl unter den Menschen wie auch mit der ganzen Schöpfung einzustehen.

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