mission 21 - evangelisches missionswerk basel
Online
Spenden
kalebasse
fair trade mit mission 21
hotel
bildungszentrum 21

Über uns
Projekte
Referentenvermittlung
Fotogalerie
Schwerpunktthema
Material
Spenden und Helfen
bildung, austausch, forschung
Veranstaltungen
Missionssynode
Neuigkeiten
Stellen
Kontakt und Links
E-Newsletter

Spendenkonto:
PC 40-726233-2

deutsch
english
español
français

Projekte in Bolivien
Partnerorganisationen in Bolivien

Partnerorganisationen von mission 21 in Bolivien

In Bolivien arbeitet mission 21 eng mit fünf Partnerorganisationen zusammen, die sich den Auswirkungen der Globalisierung entgegenstellen. Mit vergleichsweise kleinen Projekten versuchen sie, alternative Ansätze zu entwickeln, um Menschen zu schützen, wo sie durch ökonomische oder politische Zwänge in ihren Grundbedürfnissen eingeschränkt werden. Sie setzen sich für sozial und kulturell marginalisierte Menschen ein - unabhängig von ihrer Religion, Ethnie oder politischen Orientierung. Ihre Arbeit ist geprägt von offenen ökumenischen Werten.

Integrale Entwicklungszusammenarbeit Mocomoco - Proyecto Integral Mocomoco (PIM)
Stiftung Uñatatawi - Fundación Uñatatawi, Systeme für die Entwicklungs­zusammenarbeit
Evangelisch-lutherische Kirche Boliviens - Iglesias Evangélica Luterana Boliviana (IELB)
Höheres ökumenisches Institut für andine Theologie - Instituto Superior Ecuménico Andino de Teología (ISEAT)
Frauenhaus "Suma Jakaña" (Leben in Harmonie)

Integrale Entwicklungszusammenarbeit Mocomoco - Proyeto Integral Mocomoco (PIM)

Projektleitung: La Paz, Bolivien. Gegründet 1988 / 1998 neue Ausrichtung

Das Vorgängerprojekt von PIM, PROSAM, entstand 1988 aus einer Initiative der Lutheranischen Kirche Boliviens (IELB) zusammen mit mission 21 als Gesund­heits­projekt für die ärmste Bevölkerung in der Region Mocomoco, Departe­ment La Paz, Provinz Camacho. Seit 1989 ist die Institution als Nichtregierungs­organi­sation unab­hängig von der Kirche. Lange Zeit führte sie ihre ganzheitliche ärzt­liche Betreuung und Gesundheits­er­ziehung in 70 Bauerngemeinden mit einer Be­völ­kerung von ca. 18'000 Einwoh­nerInnen durch. Dazu gehörte die Verwaltung von schlussendlich neun Gesundheitsposten, welche heute vollständig in staatliche Verantwortung übergegangen sind. Damit hat PROSAM/PIM einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau des lokalen Gesundheitswesens geleistet.

Ab 1998 begann die Institution einen Prozess zur Förderung integraler und nach­halti­ger Entwicklung unter dem Namen PIM. PIM arbeitet eng koordiniert mit der politischen Gemeinde Mocomoco zusammen und baut in allen Bereichen seiner Tätigkeit auf die Partizipation der lokalen Bevölkerung. Im Vorstand des PIM sind die evangelisch- lutherische Kirche IELB, die katholische Kirche, die Bauerngewerkschaft (Central Agraria Campesina) und das lokale BürgerInnen­komitee (Junta de vecinos) vertreten.

PIM hat den Gesundheitsbereich durch die Ernährungssicherung und die Di­ver­sifikation landwirtschaftlicher Pro­duktion ergänzt. Aktuellerweise geht diese Oeffnung mit dem Konzept der ganzheitlichen Gesundheit noch einen Schritt weiter und schliesst auch die Wohnsituation der Zielgruppe mit ein. So werden heute die Bereiche Gesundheit, Ernährung, Wohnverhältnisse und wirtschaftliche Basis in ihrer gegenseitigen Verflechtung unterstützt.

Stiftung Uñatatawi - Fundación Uñatatawi, Systeme für die Entwicklungs­zusammenarbeit

Sitz der Leitung: La Paz, Bolivien.

Die Stiftung Uñatatawi begann ihre ersten Aktivitäten im Jahr 1988, dabei stand der Name Uñatatawi für ein informelles Bera­terInnenteam für Bäuer­Innen. Die Moti­va­tion für diese Arbeit ging auf die Publikation der Autobiographie von Ana María Condori "NAYAN UÑATATAWI" (Mein Er­wachen) zurück. Ana María Condori ist heute Präsidentin von Uñatatawi. In den ersten Jahren arbeiteten die Mitar­bei­tenden ehrenamtlich. Erst 1994 wurde Uñatatawi von einem in­for­mellen Bera­terInnenteam in eine for­melle private Entwicklungsorganisation mit dem Namen "Fundación Uñatatawi" umgewan­delt. Nach der offiziellen Registrierung als Nichtregierungsorganisation erhielt Uñatatawi 1996 zum ersten mal finanzielle Unterstützung von nationalen und inter­natio­nalen Geldgebern. Bis heute arbeitet die Stiftung jedoch mit sehr bescheidenen finanziellen Mitteln. Uñatatawi ist auf nationaler Ebene sehr gut mit anderen NGOs vernetzt und gehört zu den ersten sieben Organisationen, die in das von der UNO unterstützte nationale Programm für biologischen Landbau "Biocomercio" aufgenommen wurden.

Uñatatawi fördert Initiativen für eine nachhaltige Entwicklung und fairen Handel im ländlichen und periurbanen Bereich des Departaments La Paz. Die Aktivitäten werden vor allem in Zusammenarbeit mit Kleinbauern und Bäuerinnen, MigrantInnen aus den Völkern der Aymara und der Quechua entwickelt, dann aber auch mit Menschen, die eine körperliche Behinderung haben. Uñatatawi fördert den Zusammenschluss von ProduzentInnen und die Gründung von Kleinunternehmungen (Microempresas) und bietet Weiterbildungen für die Verantwortlichen dieser Unternehmen an. Es werden Programme ökologischer Landwirtschaft unterstützt und zwar in den Bereichen Gewürze und Heilkräuter, Forstwirtschaft mit einheimischen Bäumen, Gartenbau mit Treibhäusern auf dem Altiplano und Zucht von Alpaca, Vicuña und Lama. Weiter wird Kleinhandwerk, insbesondere mit der Produktion von Textilien und Spielzeug gefördert.

Evangelisch-lutherische Kirche Boliviens - Iglesias Evangélica Luterana Boliviana (IELB)

Verwaltungssitz: La Paz, Bolivien; gegründet 1957 / 1972.

Die IELB geht ursprünglich auf Missionare aus den USA zurück, die 1938 in Bolivi­en eintrafen. Sie gründeten Missionsstationen und später eine Bibelschule. Die 1957 gegründete Bolivianische lutherische Kirche wurde formell von Bolivianern, faktisch aber von nordamerikanischen Missionaren geleitet. Im Jahr 1969 beschlossen 39 Pfarrer lutherischer Gemeinden, eine einheimische Kirche zu gründen. Die erste Generalversammlung der IELB fand 1970 statt. 1972 erlangte sie die Unabhängigkeit von der nordameri­ka­ni­schen Mission und wurde als eigenstän­dige, indigene Kirche rechtlich anerkannt. 1975 trat sie dem Ökumenischen Rat der Kirchen bei, ein Jahr später dem Lutherischen Welt­bund. Die Kirche ist zudem Gründungsmitglied des Lateinamerikanischen Kirchenrates CLAI.

War die IELB zu Beginn nur im Departe­ment La Paz vertreten, hat sie heute auch Gemeinden in Santa Cruz, im Departement Oruro und im Alto Beni. Die Mitglieder der IELB gehören den indigenen Völkern der Ay­mara und der Quechua an. Sie leben in einem Gebiet, das fünfmal so gross ist wie die Schweiz.

Die IELB umfasst gegenwärtig 130 Kirchgemeinden zu denen sich zirka 25'000 Mitglie­der zählen. Davon leben 90% in ländlichen Gebieten. 80% der Gemeindeglieder sind Bäue­rInnen, ArbeiterInnen und Klein­händ­lerInnen - darunter auch viele Migrant­Innen. Sie alle sind der sozialen Unterschicht zuzuord­nen.

Von den insgesamt 146 Gemeindeleitern sind nur 30 ordiniert. Die andern nehmen als Laienprediger die Aufgaben ihrer Kirche wahr. Die IELB hat einen alle zwei Jahre gewählten Präsidenten. Die Arbeit gliedert sich in vier Abteilungen: Evangelisa­tion, Erziehung, Entwicklung und Verwaltung.

mission 21 unterstützt die IELB seit 1980 durch die Finanzierung verschiedener Projekte. Gegenwärtig liegt ein besonderes Gewicht der Zusammenarbeit auf der nicht- universitären Aus- und Weiterbildung von PfarrerInnen und auf der Kommunikationsarbeit durch den Aufbau einer eigenen Radiostation. Weiter engagiert sich mission 21 in der kirchlichen Basisbildung von Frauen und Jugendlichen. Als Oekumenischer Mitarbeiter von mission 21 unterstützt Hansueli Meier ab Februar 2006 die Weiterbildung von Pfarrerinnen und Pfarrern.

Höheres ökumenisches Institut für andine Theologie - Instituto Superior Ecuménico Andino de Teología (ISEAT)

Sitz des Insituts: La Paz, Bolivien. Gegründet 1983 /1994.

Nach einer wechselvollen Geschichte, die ihren Anfang in der Gründung des "Zent­rum für theologische Studien" 1983 hatte, wur­de die evangelische theolo­gische Aus­bil­dung auf universitärer Ebene durch die Grün­dung des ISEAT 1994 insti­tu­tionali­siert. Die Schwierigkeiten in den Folge­jah­ren waren treues Abbild der inner­evang­elischen Auseinandersetzungen um Macht­positionen und theo­lo­gische Konzepte. Dies führte dazu, dass die Trägerschaft so verändert wurde, dass seit 1999 nicht mehr Kirchen als Institutionen das ISEAT tra­gen, sondern Vertreter/­innen der ver­schiedenen Kirchen als Privatpersonen. Für die Zukunft wird ein Modell gemischter Trägerschaft aus Privatpersonen und offiziellen kirchlichen VertreterInnen angestrebt.

ISEAT profitiert bezüglich des di­daktischen Materials und des Austauschs von DozentInnen davon, dass es in das kon­tinentale Netzwerk der "Lateinameri­kani­schen Bibeluniversität", UBL in Costa Rica, eingebunden ist. Dank dieser Zusam­men­arbeit erreichte ISEAT im Jahr 2001 auch die offizielle Anerkennung der ver­lie­henen Abschlusstitel, wurde damit kom­pa­tibel zu den anderen theologi­schen Ausbil­dungsstätten Lateinamerikas und das Li­zenzi­at des ISEAT wurde vom Staat als uni­versitäre Grundausbildung anerkannt. 

ISEAT ist auch charakterisiert durch ein konsequent ökumenisch an­ge­­legtes Konzept. Die Zusammenarbeit mit der katholischen Kir­che findet nicht nur in der Unterstützung für ka­tho­lische kirch­liche Basisgruppen und im Ver­trag über spezi­fische Bildungsaufgaben mit der Diözese von Potosí Ausdruck, sondern drückt sich auch in der Präsenz von ka­tho­­­lischen DozentInnen aus.

ISEAT hat sich bewusst in den inter­religiösen und interkulturellen Dialog mit den andinen Völkern der Aymara und Que­chua hinein gegeben. Die Bedeutung dieser Entwicklung und ihre Reichweite sind noch kaum abzusehen. Sowohl bezüglich der Bewältigung der intellektuellen Aufga­be, wie auch in Bezug auf die grosse Nach­frage nach dem nicht uni­versitären biblisch-pastoralen Pro­gramm zur Aus­bildung von LeiterInnen von Gemeinden und Basis­grup­pen, steht das ISEAT vor grossen Heraus­for­derungen. Mit einer Theologie, die in den Auseinanderset­zung­en Boliviens die kulturellen und religiösen Differenzen respektiert, wird das Ange­bot des ISEAT auch zunehmend für Mit­glieder von Nichtregierungs­organi­sa­tionen und andere interessierte Kreise attraktiv. ISEAT wird seit 1992 von mission 21 unterstützt.

Frauenhaus "Suma Jakaña" (Leben in Harmonie)

Projektort: El Alto, Bolivien. Gegründet 1998.

Die Vorgeschichte des Frauenhauses Suma Jakaña geht auf die Arbeit der Frauen­gruppe "Luz y vida" mit Frauen der lutherischen Kirche Boliviens IELB zurück. In dieser Gruppenarbeit wurden die Frauen sensibilisiert für die Situa­tionen innerfamiliärer Gewalt, die viele Frauen in Bolivien erleiden. Die weitere Geschichte von Suma Jakaña ist eng mit den Entwicklungen innerhalb der "Red de Mujeres Misión 21 Bolivia", dem Frauennetzwerk von mission 21 in Bolivien, verbunden. Zunehmend wurde dort in der zweiten Hälfte der 90 er Jahre das Thema Gewalt gegen Frauen aufgenommen und schon 1998 wurde "Suma Jakaña", im Hinblick auf den Betrieb eines Frauenhauses, gegründet. 2001 fanden Workshops über "innerfamiliäre Gewalt" statt. Die Frauen, die an diesem Prozess beteiligt waren und insbesondere die damalige Koordinatorin des Frauennetzwerkes, Ana María Vargas, hielten aufgrund ihrer Erfahrungen mit Frauengruppen an der Zielsetzung fest, ein Frauenhaus zu gründen. Ab 2003 wurde der Aufbau des Frauenhauses von mission 21 finanziell unterstützt.

Als sehr junge Organisation ist ihre Struktur im Wachstum und die Herausforderungen der täglichen Arbeit werden auch noch Veränderungen in der Form der Zusammenarbeit bewirken. Oberstes Organ der Organisation ist die Generalversammlung zu welcher die Geschäftsleitung, die Direktorin und ein/eine RepräsentantIn jedes Bereiches gehört.

Die Fachkräfte und die freiwilligen Mitarbeitenden engagieren sich in der sozialen und psychologischen Betreuung, der Rechtsberatung und Freiwilligenarbeit.

Im Bereich der Medizin und der Rechtsberatung bestehen Verträge mit Insti­tu­tionen ausserhalb von Suma Jakaña. In diesen Fällen liegt die Verantwor­tung für die Koordination bei diesen Institutionen. Überhaupt ist die Vernetzung des Frauenhauses mit lokalen Organisationen und den staatlichen Instanzen, die sich mit der innerfamiliären Gewalt befassen, zentral.

zur Übersichtzum Seitenanfang

mission 21 - evangelisches missionswerk baselChile