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Das Schweigen brechen in Afrika – aber auch in der Schweiz
Der Kampf gegen HIV/Aids verlangt auch ein Überdenken der Rollen von Frau und Mann. Deshalb hat mission 21 in Basel zum Welt-Aids-Tag ein Gespräch veranstaltet mit Emery Mpwate, Aids-Berater von mission 21 für Afrika, und Audrey Drabe vom ökumenischen Aids-Pfarramt beider Basel. Grussworte sprachen die Nationalrätin Silvia Schenker und Helena Zweifel von «aidsfocus.ch».
«Aids betrifft uns alle. Hier in der Schweiz, in Afrika, überall auf der Welt»: Das sagte die Basler Nationalrätin Silvia Schenker zur Eröffnung der Veranstaltung unter dem Titel «Das Schweigen brechen» im Bildungszentrum 21 in Basel. Dazu eingeladen hatte die Genderfachstelle von mission 21 zum Welt-Aids-Tag.
In der Schweiz haben HIV-positive Menschen dank antiretroviralen Medikamenten eine gute Lebenserwartung. Die Gefahr sei gross, dass die Krankheit zunehmend verharmlost werde, sagte Audrey Drabe vom ökumenischen Aids-Pfarramt beider Basel: «HIV und Aids werden nicht mehr ernst genommen», so die Pfarrerin.
Nur wenn die Männer umdenken
Viel gravierender ist die Situation in Afrika, wo rund zwei Drittel der weltweit erfassten Menschen mit HIV leben. Emery Mpwate, Aids-Berater von mission 21 für Afrika, berichtete aus seiner täglichen Arbeit mit Betroffenen. Unsere «Brüder und Schwestern mit HIV/Aids» in Afrika würden immer noch häufig ausgegrenzt, so der gebürtige Kongolese. Über die Krankheit zu reden falle da umso schwerer. Im Kampf gegen die Epidemie müssten insbesondere die Männer stärker miteinbezogen werden, forderte der Mitarbeiter von mission 21: «Nur ein Umdenken der Männer kann die Stellung der Frauen verbessern.» In Afrika südlich der Sahara sind 58 Prozent der HIV infizierten Menschen Frauen. Weibliche Teenager werden sechsmal öfters angesteckt als junge Männer. Die gesellschaftlich zugeschriebenen Rollen und Normen sowie die hierarchischen Geschlechterbeziehungen machen Frauen und Mädchen verwundbarer.
Das Schlusswort an der Veranstaltung sprach Helena Zweifel von Medicus Mundi Schweiz. Die Koordinatorin der Fachplattform «aidsfocus.ch» zeigte sich besorgt über die angekündigten Kürzungen des «Global Fund to Fight Aids, Tuberculosis and Malaria». Wer heute keinen Zugang zu Aids-Medikamenten habe, werde es auch morgen sicher nicht haben, so Zweifel.
mission 21 unterhält HIV/Aids-Programme in Afrika, Asien und Lateinamerika. Das Missionswerk der reformierten Kirchen in der Deutschschweiz engagiert sich in diversen Projekten für u.a. Prävention, Information, verbesserten Zugang zu antiretroviralen Medikamenten – und für die Stärkung von Frauen.


