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Weihnachten wird in China immer beliebter. Aber warum?
Das wollte der interkantonale Kirchenbote von Sam Lo wissen. Er ist Pfarrer der chinesich-christlichen Gemeinden in der Schweiz und Mitarbeiter von mission 21. Das Interview ist am 1. Dezember erschienen.
Im kommunistischen China wird Weihnachten immer beliebter. Warum?
Seit einigen Jahren merken die Leute in den Städten, dass Weihnachten ein grosses Fest des Westens ist. Da die westliche Kultur «in» ist, übernehmen sie das Weihnachtsfest. Nichtchristen feiern dieses Fest wie das chinesische Neujahrsfest. Sie kaufen Geschenke für die Verwandten und Freunde. Man trifft sich und isst gemeinsam. Die chinesischen Christen besuchen einen der Gottesdienste in den Kirchen und laden dazu Freunde und Nachbarn ein. Vor den Kirchen bilden sich in der Weihnachtszeit lange Schlangen.
Warum ist gerade Weihnachten in China so beliebt?
Westliche Kultur und auch das Christentum sind in China in Mode gekommen. Seitdem sich vor dreissig Jahren die Türen zum Westen unter Deng Xiaoping geöffnet haben, verbreitet sich in China die westliche Kultur. Ausserdem hat Weihnachten für Chinesen eine tiefere Bedeutung. Auf Chinesisch nennt man dieses Fest «Friedensnacht». Diesen Frieden brauchen wir doch alle.
Wie steht es mit der christlichen Botschaft?
Die zwei grossen christlichen Feste sind Ostern und Weihnachten. Doch viele Chinesen finden im Gegensatz zu Weihnachten keinen einfachen Zugang zu Ostern, das sie mit Tod und Blut assoziieren. Das ist für sie schwierig. Doch wenn wir sagen, Gott habe seinen Sohn wie ein Geschenk gegeben, können dies die Chinesen als freudige Botschaft begreifen.


