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Frauen in Afrika und der Schweiz − Rollen und Werte «revisited»
Fragen zu Stellung und Anliegen von Frauen in Afrika und der Schweiz aus verschiedenen Blickwinkeln bündeln und gemeinsam festlegen, wie Frauen in Kirche und Gesellschaft heute mehr Gehör finden können: Die internationale Tagung «Africa and Switzerland» von mission 21 zusammen mit dem Zentrum für Afrikastudien Basel hat ihr Ziel erreicht, gemeinsam einen Schritt weiter zu kommen im langwierigen Kampf für mehr Gerechtigkeit.
Von Anna Wegelin, Medienbeauftragte mission 21
Afrikanische Frauen leisten Enormes an der Basis. Doch sie werden von den Entscheidungsgremien in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft in der Regel ausgeschlossen. Für mission 21 sind Frauen und Männer gleich vor Gott. Das evangelische missionswerk basel fördert deshalb auch in mehreren afrikanischen Ländern Frauen in den Bereichen Bildung, Gesundheit und wirtschaftliche Selbstständigkeit.
Die internationale Tagung «Africa and Switzerland» über «Frauen in religiösen und säkularen Wandlungsprozessen», die vom 14. bis 16. Oktober in Basel stattgefunden hat, führt dieses Anliegen weiter: Die gemeinsame Initiative von mission 21 mit dem Zentrum für Afrikastudien Basel (ZASB) will nicht nur das Bewusstsein für die zentrale Rolle der Frauen aus der Perspektive ausgewählter afrikanischer Länder fördern; das Missionswerk der evangelischen Kirchen Schweiz schafft mit der Tagung auch ein Netzwerk für gebündelte Aktionen, damit Frauen in Afrika und der Schweiz mehr Gehör finden in Kirche und Gesellschaft.
Frauen aus Süd und Nord, von Basis und Uni
19 Frauen und ein Mann aus Süd und Nord − ausgewiesene Fachleute von Universitäten, Vertreterinnen afrikanischer Frauenbewegungen und Frauen aus Migrationsgemeinschaften in der Schweiz − haben während drei Tagen in Vorträgen und Workshops Rollen und Anliegen von Frauen in der wechselvollen Beziehung und Geschichte zwischen Afrika und der Schweiz erörtert. Mehrere prominente Gäste, darunter der Botschafter Kameruns in der Schweiz, überbrachten Grussbotschaften an der gut besuchten Veranstaltung. Sie endete heute Sonntag nach einem festlichen Gottesdienst in der Peterskirche mit einem Plenum in hotel bildungszentrum 21, wo die weitere Zusammenarbeit besprochen wurde.
Rund 80 Teilnehmende, viele Afrikanerinnen
Die Verleihung des Friedensnobelpreises an drei Frauen aus dem Weltsüden zeige, dass das Tagungsthema brandaktuell sei, sagt der Leiter des Teams Afrika von mission 21, Pfarrer Jochen Kirsch, der die Tagung mitorganisiert hat. Endlich rücke die zentrale Rolle und Bedeutung von Frauen in Kirche und Gesellschaft Afrikas ins Bewusstsein der Öffentlichkeit, so Kirsch. Die Aktualität zeige sich auch darin, dass von den rund 80 Teilnehmenden an der Tagung, in der grossen Mehrheit Frauen, mindestens ein Viertel Personen afrikanischer Herkunft sind. Besonders gefreut hat ihn die starke Präsenz von Frauen aus Migrationsorganisationen in der Schweiz: «Darauf wollen wir aufbauen», so der Mitarbeiter von mission 21.
Binzi, Fulata, Gumbonzvanda, von Jacobs, Keum
An der Tagung sprachen als Ehrengäste neben dem Botschafter Kameruns, Léonard Henri Bindzi: Moyo Fulata, Direktorin von Women’s Desk des Weltkirchenrats (ÖRK), und Juseop Keum, der Leiter der ÖRK-Abteilung Mission und Evangelisation; Nyaradzayi Gumbonzvanda, Generalsekretärin des Weltbunds der Christlichen Vereine Junger Frauen; Nicole von Jacobs, Leiterin der Fachstelle Integration des Kantons Basel-Stadt.
Zur Tagung, die im Rahmen der Herbstkampagne «Frauen mit einer Mission!» von mission 21 stattgefunden hat, erscheint Ende November eine ausführliche Dokumentation.
Hintergrund für die Tagung bildet ein halbes Jahrhundert formelle Unabhängigkeit zahlreicher afrikanischer Staaten, darunter die Republik Kamerun. Hier unterhält mission 21 enge Beziehungen mit der presbyterianischen Kirche, die eine grosse Frauenbewegung hat, welche ebenfalls vor 50 Jahren ins Leben gerufen wurde.

