Seit vielen Jahren herrscht im Südsudan Bürgerkrieg. Dieser Krieg ist der Hauptgrund für die anhaltende Hungerkrise im Land. Denn ohne Frieden können die Bauern ihre Felder nicht bestellen. Hunderttausende sind bereits im Krieg gefallen, zahlreiche weitere sind von Hunger und Krieg an Leib und Leben bedroht. Doch Mission 21 und ihre Partner haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben: Wir arbeiten mit ganzer Kraft, um den Frieden zu ermöglichen. Herzstück dieses Engagements ist der «Aktionsplan für Frieden» des Südsudanesischen Kirchenbundes, Partner von Mission 21. Dieser Aktionsplan ist die vielleicht letzte Chance für den Südsudan, einen Ausweg aus der Gewalt zu finden.

Jochen Kirsch, Leiter Internationale Beziehungen bei Mission 21:

Peter Gai, Südsudan, Schlüsselfigur für den Friedensplan:

Infos über den Aktionsplan für Frieden auf einen Blick

Der «Aktionsplan für Frieden» des Südsudanesischen Kirchenbundes umfasst vier Säulen: Mobilisierung der Öffentlichkeit zur Beendigung des Konflikts; neutrale Foren, in denen sich Vertreter aller Konfliktparteien begegnen können; eine breit angelegte landesweite Versöhnungskampagne sowie Capacity Development zur Stärkung lokaler Organisationen.

Konkret geht es vor allem um folgende Massnahmen:

  • Versöhnungsarbeit in und mit Kirchengemeinden, Schulen und Basisorganisationen
  • Konfliktbewältigung auf allen Ebenen: Workshops, Infomaterial
  • Psychosoziale Rehabilitation: Trauma-Heilung
  • Jugendarbeit zu interreligiöser Zusammenarbeit: Workshops, Gruppenarbeit
  • Leadership-Seminare für kirchliche Kader und für Frauen- und Jugendorganisationen
  • Schulung und Weiterbildung für lokales Personal
  • Veranstaltungen und Schulungen zu Geschlechter-Gerechtigkeit
  • Verknüpfung von Friedensarbeit mit Entwicklungsprojekten zur Existenzsicherung
  • Zusammenarbeit mit südsudanesischen Kirchen und internationalen Organisationen
  • Projektkoordination, Qualitätssicherung, externe Begleitung und Evaluation

Mission 21 kann dank langjähriger Erfahrung in der Friedensförderung und enger Zusammenarbeit mit internationalen und lokalen kirchlichen und säkularen Netzwerken einen entscheidenden Beitrag zu einem friedlichen Zusammenleben im Südsudan leisten. In den kommenden Jahren ist der Aktionsplan für Frieden der Hauptfokus unserer Projektarbeit im Land. Alle anderen Einzelprojekte von Mission 21 im Südsudan werden zwar weitergeführt, aber auf dieses übergeordnete Ziel ausgerichtet.

Fahrradwerkstatt im Flüchtlingslager ausserhalb von Renk: Kurse zur Einkommensgewinnung bieten Jugendlichen neue Perspektiven. (Bild: Ulrich Kleiner)
Dorina und Mathias Waldmeyer arbeiten als ökumenische Mitarbeitende in Kenia. Von dort aus halten sie als Landeskoordinatoren die Fäden der Projektarbeit in der Hand.
Frauen tragen die Hauptlast der Konflikte im Südsudan. Mitglieder der Frauengruppe der südsudanesischen Flüchtlingsgemeinde Kakuma in Kenia. (Bild: Jochen Kirsch)
Ehemalige Studentinnen der Hebammenschule im Flüchtlingslager Kakuma. Diese jungen Frauen haben ihre Ausbildung mittlerweile abgeschlossen. (Bild: Jochen Kirsch)
Trinkwasserstation im Muhabba Centre, das Jugendlichen und Strassenkindern ein Dach über dem Kopf bietet. (Bild: Ulrich Kleiner)
Der jüngste Krieg hat auch viele Lehrer zur Flucht getrieben. Nun springen bestenfalls ungelernte Freiwillige ein. (Foto: Ulrich Kleiner)
Diese Jungen in Südsudan haben keine einfachen Lebensumstände. Ein Grund, zuversichtlich in die Zukunft zu schauen, ist immerhin, dass sie zur Schule gehen dürfen. (Bild: Ulrich Kleiner)
Kein Frieden in Sicht. Familie im Flüchtlingslager ausserhalb von Renk (Bild: Ulrich Kleiner)