Thursday 26. November 2015

Volles Stadtkino bei Filmpremiere zu HIV/Aids

Der tansanische Film JUST LIKE YOU - WIE DU UND ICH über die Selbsthilfegruppe Lusubilo lockte am Welt-Aids-Tag viele Interessierte ins Stadtkino Basel.

Ein Thema, das aufrüttelt: Im Anschluss an die Filmvorführung fand eine angeregte Diskussion statt.

Claudia Bandixen, Direktorin von Mission 21, unterhält sich mit Regisseur Nicholas Calvin.

Mitbringsel aus Afrika: Claudia Zeising, Co-Produzentin des Films und ökumenische Mitarbeiterin von Mission 21 in Tansania, sorgte für Einkaufsmöglichkeiten während dem Apéro.

Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt, mit Getränken und feinen Häppchen.

«Als sie erfuhren, dass ich mit dem HI-Virus infiziert bin, verkauften meine Schwiegereltern mein Haus und teilten sich den Gewinn - sie gingen davon aus, dass ich nicht mehr lange leben würde.» Die junge Frau gibt ihr Schicksal gefasst und trocken vor der Kamera preis.

Es ist einer der eindrücklichsten Momente im Dokumentarfilm JUST LIKE YOU - WIE DU UND ICH. Dass sich Leute so offen zu ihrer Krankheit und dem Leben damit äussern, ist in Tansania keine Selbstverständlichkeit.

Zwischen Normalität und Ausgrenzung
In Kooperation mit Claudia Zeising, die als ökumenische Mitarbeiterin für Mission 21 in Tansania arbeitet, produzierte der tansanische Regisseur Nicholas Calvin ein berührendes Porträt der HIV/Aids-Arbeit in Rungwe, Tansania. Die Premiere fand am 1. Dezember, dem Welt-Aids-Tag, im Stadtkino Basel statt und lockte mehr als 70 Interessierte an.

Der Film zeigt die engagierte Arbeit der Selbsthilfegruppe Lusubilo (=Hoffnung), die von Mission 21 unterstützt wird. Pfarrerin Melania Mrema Kyando, Leiterin der Gruppe, führt zum Beispiel an Märkten wirkungsvolle Kampagnen durch, damit sich die Leute auf HIV/Aids testen lassen. Im Film kommen auch Mitglieder der Selbsthilfegruppe zu Wort, die den ganz normalen Alltag mit dem Virus meistern, gleichzeitig aber mit Vorurteilen und Berührungsängsten zu kämpfen haben. Die Aufnahmen zeugen von einer eindrücklichen Nähe zu den Betroffenen.

Trotz allem ein hoffnungsvoller Film
Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas ist der Film nicht entmutigend, im Gegenteil: In der Selbsthilfegruppe bilden sonst einsame Menschen eine Gemeinschaft. Das ist berührend und macht deutlich, wie wichtig die Arbeit dieser Gruppe für die Betroffenen und die ganze Gesellschaft ist.

Die angeregte Diskussion nach der Filmvorführung zeigte: HIV/Aids ist noch immer ein Thema, das viele Fragen aufwirft. Carine Weiss von Medicus Mundi Schweiz leitete das Gespräch mit Pfarrerin Melania Mrema Kyando und Regisseur Nicholas Calvin, die aus Tansania angereist waren. Die Wortmeldungen aus dem Publikum waren zahlreich: Was für Massnahmen zur Prävention ergreift die Selbsthilfegruppe und weshalb wurde dieses Thema im Film kaum behandelt? Was ist mit Kondomen, gerade im kirchlichen Kontext - werden diese beworben und verteilt? Und wie soll der Film in Tansania künftig eingesetzt werden?

«Dieser Film ist erst der Anfang»
Regisseur Nicholas Calvin sagte, dass der Film erst der Anfang sei von einem längeren Prozess: In Folgeprojekten wolle er den Möglichkeiten der Prävention nachgehen, sowie der Frage, wie sich der gesellschaftliche Umgang mit Sexualität verändern muss. Er wolle den Film gemeinsam mit Melania Mrema Kyando an Sekundarschulen und öffentlichen Orten vorstellen: «Mein Plan ist es, die Reaktionen auf den Film aufzunehmen und daraus nochmal viele kleine Filmchen zu produzieren.»

Nach der Diskussionsrunde fand im Foyer des Stadtkinos ein Apéro statt. Viele Gäste blieben bis spät in den Abend hinein und suchten das Gespräch mit dem Regisseur und der Pfarrerin aus Tansania.

Der Film soll auch in Europa eingesetzt werden - in Gemeinden, Schulen und zur Unterstützung der HIV/Aids-Arbeit von Mission 21. Vorbestellungen an: Johannes Klemm

» zum Projekt von Mission 21

 
 
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