Wednesday 21. December 2016

Ausschreitungen in der DR Kongo

Der kongolesische Präsident Joseph Kabila klammert sich an seinem Amt fest - zum Unmut der Jugend im Land. Als Reaktion auf seine illegale dritte Amtszeit gab es bisher weniger Ausschreitungen als von Experten erwartet.

Mit einer kurzen Twittermeldung schien sich am 20. Dezember die Stunde der Wahrheit anzukünden: «la jeunesse congolaise prend en charge son destin. Plus jamais de dictature!» - «die kongolesische Jugend nimmt ihr Schicksal in die eigenen Hände. Nie mehr Diktatur!» Aus der Demokratischen Republik Kongo sickerten die Nachrichten durch, dass sich die Bevölkerung der Hauptstadt Kinshasa Strassenschlachten mit der Polizei und dem Militär lieferte, Barrikaden aus brennenden Pneus errichtete und Gebäude von Regierungsämtern in Brand steckte. Was ist los in diesem Land, das sich mit seinem Namen der Demokratie verschrieben hat und dank einer stabilen Regierung lange Zeit auf einem wirtschaftlichen Wachstumskurs war?

Am 19. Dezember 2016 hätte der kongolesische Präsident Joseph Kabila abtreten müssen. Eine dritte Amtszeit ist laut Verfassung nicht erlaubt. Er macht aber keine Anstalten, eine Wahl einzuleiten und sein Amt abzugeben. Deshalb wurden extreme Gewaltausbrüche erwartet. Es gab tatsächlich vereinzelte Proteste, die etwa 20 Tote forderten. Die Lage blieb bisher aber entgegen den Prognosen vergleichsweise ruhig. Das kann sich allerdings noch ändern. Wie unser Koordinator Jules Tsengele berichtet, ist die Stimmung in Kinshasa noch immer angespannt, viele Geschäfte und Schulen sind lahmgelegt. Die Zahl der Todesopfer steigt weiter. Zudem prägen Resignation und Angst vor der Zukunft die Stimmung der Bevölkerung. Denn die Probleme der DR Kongo sind zahlreich.

Unsere Partnerkirche CEK ist bisher von den Ausschreitungen nicht direkt betroffen. Sie wird aber die Gemeinden im Kwango und in den Elendsvierteln Kinshasas beim Aufbau der Selbsthilfe tatkräftig unterstützen müssen. 

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Christoph Rácz
Medienbeauftragter
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