Tuesday 22. November 2016

Die Qualität macht den Unterschied

Religiöse Werke in der Entwicklungszusammenarbeit können positiv wirken - wenn die Qualität der Arbeit stimmt. Darin war sich das kompetent besetzte Podium zur Tagung an der Uni Basel einig. Auch Mission 21 war beteiligt.

Dietrich Werner, Imme Scholz, Andreas Heuser, Jochen Kirsch, Konrad Specker (vlnr)

Grosses Interesse für die Podiumsdiskussion am Donnerstagabend

Imme Scholz und Diskussionsleiter Andreas Heuser

Jochen Kirsch, Mission 21, betont das Potenzial von Religion in der EZA

Welchen Beitrag können religiöse Organisationen in der Entwicklungszusammenarbeit leisten? Dieser Frage ging vom 9. bis 11. November eine Tagung an der Uni Basel nach. In der Podiumsdiskussion am Donnerstagabend brachten Entwicklungsfachleute aus religiösen und aus nicht-religiösen Organisationen ihre Sichtweisen zusammen.

Als gemeinsamer Nenner zeigte sich: Es zählt die Qualität in der Entwicklungszusammenarbeit, ob bei säkularen oder glaubensbasierten («faith-based») Organisationen.

Die Wertschätzung für religiöse NGOs drückte zum Einstieg Konrad Specker als Vertreter des Bundes (Abteilungsleiter in der Direktion für Entwicklungszusammenarbeit) aus: Kirchliche Organisationen hätten nämlich in den 1960er Jahren die Entwicklungszusammenarbeit des Bundes angeschoben, betonte er.

Imme Scholz, Vizedirektorin des Deutschen Institus für Entwicklungspolitik, wies darauf hin, dass in den 1980er Jahren Religion noch als Hindernis für Entwicklung in den Ländern des Südens angesehen wurde. Heute werde das Potenzial erkannt.

Gemeinsame Werte zählen
Diskussionsleiter Andreas Heuser, Professor an der Theologischen Fakultät, hakte nach, warum die Anerkennung religiöser Organisationen so lange gedauert hatte. Jochen Kirsch, Leiter Internationale Beziehungen von Mission 21, meinte darauf selbstkritisch, die Organisationen müssten besser darstellen, dass Religion und Entwicklung zusammen gehören können. Und zur Qualität meinte er, im Austausch mit Partnerkirchen und besonders auch mit säkularen Werken gebe es eine wichtige Frage: «Können wir gemeinsame Werte finden?»

Die Qualität der Arbeit zeichne sich durch die sorgfältige Wahl der Partner aus, betonte auch Dietrich Werner, Leiter der Abteilung Theologie des deutschen Werkes Brot für die Welt. Dabei sei es wichtig, auf transparente Verwendung der Gelder zu achten, wie auch darauf, dass christliche Werte wie Toleranz und Nächstenliebe tatsächlich gelebt würden.

Konrad Specker von der DEZA resümmierte, alle Organisationen, die eine positive Entwicklung unterstützen würden, seien in der EZA wichtig, ob säkular oder religiös. 

Text und Fotos: Christoph Rácz

» Interview zu den Zielen der Tagung mit Theologin Claudia Hoffmann

» Religion macht einen Unterschied! - Sieben Thesen zum Thema

 
 
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