Tuesday 29. November 2016

Schlussbouquet „10 Jahre Woche der Religionen“: Ein Imam, ein Rabbi und ein Pfarrer an einem Tisch

Am 13. November fand das Schlussbouquet „10 Jahre Woche der Religionen“ in Basel statt. Mission 21 war eine der Veranstalterinnen. Es war ein gelungener, auch witziger Anlass, der die Vielfältigkeit und Ähnlichkeit der Religionen beleuchtete.

Mirsada Voser, Präsidentin des muslimisch bosnischen Frauenvereins Basel, hat für die Matinée im Oekolampad ein kleines Theaterstück geschrieben. Auf einem Podest wurde ein gemütliches Sofa mit einem kleinen Tischchen aufgebaut, das ein Kaffeehaus darstellte. In diesem Kaffeehaus in der Altstadt von Sarajevo trafen sich der Pope Dragustin, der Imam Hasan und der Rabbi Isaak zum monatlichen Meinungsaustausch.

Freundschaft trotz Unterschiede
Das Gespräch ging mit viel Humor hin und her. Der Imam Hassan machte dem Popen den Vorschlag, seinen Gottesdienst kurzerhand in die Moschee zu verlegen, wo es mehr Menschen habe. Schliesslich würden sie ja denselben Gott verehren. Weitere Themen waren Monogamie versus Polygamie, oder das Läuten der Kirchenglocken und das Rufen des Muezzins gegenüber der Stille und Zurückgezogenheit der Juden.

Es war gut zu beobachten, wie sich die drei unterschiedlichen Figuren freundschaftlich gut verstanden, einander mit ihren Eigenheiten leben liessen. 

Ideenworkshop zur Friedensarbeit
Nach der Mittagspause leitete Christian Weber von Mission 21 einen Workshop, der den Teilnehmenden einen Einblick in die interreligiöse Friedensarbeit am Beispiel Indonesiens gab. Dort sind zwar fünf Religionen anerkannt, nebst dem Islam das Christentum, der Hinduismus, der Buddhismus und der Konfuzianismus. Doch die Marginalisierung von Religionsgruppen und religiösen Minderheiten äussert sich im Alltag mit diskriminierenden Regelungen und Auswirkungen, sowie durch die Präsenz radikaler religiöser Gruppierungen. Dies schürt das gegenseitige Misstrauen.

Mission 21 arbeitet vor Ort mit Partnerorganisationen am interreligiösen Frieden. Die Begegnung ist zentral, wie Workshopleiter Christian Weber aufzeigt. DSo werden beispielsweise Begegnungscamps für Jugendliche organisiert, bei denen sie Angehörige anderer Religionen kennenlernen. Wissen über die jeweils andere Religionsgruppe wird ausgetauscht und damit werden Vorurteile entkräftet und abgebaut.

Sacred Music aus aller Welt 
Musik-, Tanz- und Gesangstraditionen aus verschiedenen religiös-kulturellen Gemeinschaften liessen die Veranstaltung von 16-20 Uhr ausklingen. Die berührenden Darbietungen machte deutlich, wie Hören und Sehen in aller Andersartigkeit der Töne und Bewegungen uns zu einem viel intensiveren Verstehen und Erfahren der anderen Traditionen führen kann, als dies der nur intellektuelle Dialog je tun kann. 

 
 
Kontakt

Christoph Rácz
Medienbeauftragter
Leiter Öffentlichkeitsarbeit
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