Thursday 20. October 2016

Impulse aus der Vergangenheit am Jahresanlass der «Friends of the Archives»

Das grosse Archiv von Mission 21 wird von den «Friends of the Archives» unterstützt. Am Jahresanlass des Gönnerclubs am 29. Oktober haben Magdalena Zimmermann und Andrea Rhyn «Trouvaillen» aus dem Archiv ausgewählt und vorgestellt.

«Das Geklapper von Hufen, die Rufe von Händlern und ein reges Auf- und Abladen von Wagen. Das waren keine tragbaren Verhältnisse für die Missionsschüler», erzählte Andrea Rhyn über Mission 21 in den 1800er Jahren, damals Basler Mission, die inmitten des städtischen Trubels situiert war. «Deshalb wurde Land ausserhalb der Basler Stadtmauern gekauft, wo das heutige Missionshaus steht.» Andrea Rhyn greift damit das Thema «Anfänge» am Jahresanlass des Gönnerclubs «Friends of the Archives» auf. Sie hat sich dafür entschieden, da sie selbst neu angefangen hat. Sie ist seit Juni 2016 Archivarin des Archivs von Mission 21.

Der Gönnerclub «Friends of the Archives» setzt sich aus Personen zusammen, die sich für die Geschichte der Basler Mission interessieren und der heutigen Mission 21 nahe stehen. So zum Beispiel Georg Vischer, der schon ein Leben lang mit dem Missionswerk verbunden ist. Er ist Neffe eines Missionsehepaars, welches für die Basler Mission in Indonesien war und im Jahr 1944 von den Japanern hingerichtet wurde. Vischer war damals erst vier Jahre alt, aber das Schicksal seines Onkels hat ihn stark geprägt. So wollte er lange Missionsarzt werden, hat dann aber doch Theologie studiert. «Es ist wichtig, den Missionsgedanken zu bewahren», findet Vischer. «Von der Bekehrung Andersgläubiger hat eine Entwicklung zu gleichberechtigter Partnerschaft stattgefunden». Er selbst hat sich in der Schweiz für die Stärkung der Partnerschaft zwischen unterschiedlichen Religionen eingesetzt, unter anderem als Präsident der Interreligiösen Arbeitsgemeinschaft Schweiz.

Das Nilpferd und die Forschung

Den Erzählungen von Andrea Rhyn wurde am Jahresanlass aufmerksam gelauscht. Für Heiterkeit und angeregte Diskussionen sorgten vor allem die sorgfältig ausgesuchten Fundstücke aus dem Archiv. Zum Beispiel die Bemerkung «Hätte mehr leisten können» im Zeugnis von Hermann Hesse, der im evangelischen Missionswerk in Basel zur Schule ging. Oder die Geschichte des Bischofs in Jerusalem, dessen Gewehr beim Versuch ein Nilpferd zu schiessen explodierte. Diese Anekdoten gehören nicht zu den wichtigsten wissenschaftlichen Unterlagen des Archivs. Sie zeigen aber, wie vielfältig der Schatz ist, der im Archiv von Mission 21 liegt.

Wie wichtig es ist, diesen zu bewahren, erklärte Magdalena Zimmermann, Leiterin der Abteilung Bildung Austausch Forschung bei Mission 21. «Die Vergangenheit gibt neue Impulse für die Gegenwart», sagte sie. «Mission ist ein Transformationsprozess, der Altes und Neues zusammenführt.» Das Archiv von Mission 21 bewahrt einen grossen Schatz an Altem. Dass daraus viel Neues entstehen kann, zeigen die zahlreichen Forschungsprojekte, denen das Archiv als Grundlage dient. Und dass die Geschichte von Mission 21 noch nicht abgeschlossen ist, zeigen die zahlreichen Projekte, mit denen sich das Missionswerk in der Gegenwart für eine bessere Welt engagiert - als Partnerin auf Augenhöhe für Kirchen und Organisationen weltweit.

Möchten Sie auch Mitglied des Gönnerclubs «Friends of the Archives» werden oder sich weiter darüber informieren? Hier finden Sie alle nötigen Unterlagen dazu.

Text und Fotos: Lea Wirz, Team Öffentlichkeitsarbeit 

 
 
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