Thursday 15. September 2016

Südsudanesische Hebammenschülerinnen wurden diplomiert

28 frischgebackene Hebammen aus dem Südsudan feierten im Juni bei einer gebührenden Diplomfeier das Ende ihrer Ausbildung. Über 30 neue Schülerinnen haben das Studium diesen Herbst bereits aufgenommen.
Absolventinnen auf dem Weg zur Diplomfeier.

Catherine, die beliebte Dozentin der Hebammenschule.

Empfangnahme der Zeugnisse.

Die Hebammen posieren mit ihren Diplomen.

Fotos: Mission 21

Anfang Juni 2016 war es endlich soweit: 28 südsudanesische Frauen legten im Verlauf von einer Woche ihre Examensprüfungen als Hebammen ab. Die Hebammenschule der «Presbyterian Relief and Development Agency» (PRDA), die von Mission 21 unterstützt wird, befindet sich bereits seit 2014 in Lokichoggio, Kenia, nahe der Grenze zum Südsudan. Seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs Ende 2013 haben die Verantwortlichen der Hebammenschule es mit vereinten Kräften geschafft, die Frauen aus Leer im Norden des Südsudan nach Lokichoggio auszufliegen.

Die jungen Frauen brauchten nach der Flucht Zeit, um sich in ihrem neuen Umfeld einzufinden und für die intensive Trauma-Arbeit. Sie konnten ihre Ausbildung erst Anfang 2015 wieder aufnehmen. Der Abschluss dieses speziellen Ausbildungsjahrgangs wurde Ende Juni dieses Jahres in Lokichoggio gebührend gefeiert.

Hohe Gäste sorgten für Nervosität
Zu diesem Anlass wurde der Leiter der Abteilung für Training und Ausbildung des südsudanesischen Gesundheitsministeriums eingeladen. Damit die ausgebildeten Hebammen später in ihrer Heimat arbeiten können, ist es unerlässlich, dass sie nach südsudanesischem Curriculum ausgebildet werden. Deshalb war dieser Besuch besonders wichtig. Auch Vertreter mehrerer Kirchen waren vor Ort, so auch von unserer Presbyterianischen Partnerkirche aus dem Südsudan.

Die jungen Frauen waren aufgeregt, dass so viele Ehrengäste der Einladung gefolgt sind, um mit ihnen gemeinsam das Examen zu feiern. Catherine, die beliebte Dozentin der Hebammenschule, führte durch den Tag und nahm den Hebammen mit ihrer lockeren Art etwas die Nervosität. Es war ein gelungener, fröhlicher Tag mit Tanz, Gesang und gemeinsamem Essen.

Neue Schülerinnen wurden rekrutiert
Von nun an sind die 28 Hebammen auf sich alleine gestellt. Auf die Nachfrage, was ihre nächsten Ziele seien, antworteten einige, dass sie nun noch ein Studium im medizinischen Bereich absolvieren wollten. Manche wollen auch im grossen Flüchtlingslager Kakuma in Kenia eine Stelle finden und dort als Hebamme tätig sein. Andere wiederum wollen ihr Glück versuchen und eine Stelle bei einer Nichtregierungsorganisation suchen.

Durch den neu aufgeflammten Konflikt Anfang Juli war es für die Hebammen nicht möglich, in ihre Heimat im Südsudan zurückzukehren. Bis August blieben die meisten noch in den Räumlichkeiten der Hebammenschule. Die allermeisten konnten nun aber in ihr Land zurückkehren.

Das Bewerbungsverfahren für die neuen Hebammenschülerinnen hat in diesem Jahr etwas länger gedauert als erwartet. Seit September sind aber nun 32 Schülerinnen in der Schule in Lokichoggio und haben ihre Ausbildung begonnen. Die Frauen wurden aus allen Bezirken der Presbyterianischen Kirche im Südsudan sowie aus Flüchtlingslagern rekrutiert und von einer Delegation der Kirche in Juba ausgewählt. Die Schülerinnen haben grosses Interesse an der medizinischen Ausbildung, die viel Fingerspitzengefühl erfordert, und zeigen grossen Einsatz.

Autorin: Dorina Waldmeyer, Koordinatorin Kooperationsprogramm Südsudan

 
 
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