Tuesday 13. September 2016

Stand up! – Interreligiöses Frauenparlament 2016

Vielfalt als Chance: 80 Frauen aus sieben verschiedenen religiösen Traditionen trafen sich am 25. September im Haus der Religionen in Bern.

Suzan G. LeVine, US-Botschafterin für die Schweiz und Lichtenstein, bläst den Schofar (Fotos: Maja Jörg)

Pausengespräche

Austausch von Gedanken und Ergebnissen

Konzentrierte Arbeit in den Workshops

Heidi Rudolf, Initiantin des interreligiösen Frauenparlaments, bei der Begrüssung

Das Haus der Religionen in Bern (Foto: Christian Weber)

«Gemeinsam aufstehen, sich erheben, einstehen für jemanden und sichtbar Verantwortung übernehmen»: Das waren die Ziele der Tagung des Interreligiösen Frauenparlaments, das von Mission 21 unterstützt wird. Frauen aus sieben verschiedenen Religionen trafen sich, um sich auszutauschen und zu vernetzen. Dabei waren jüdische, christliche, muslimische, alevitische, buddhistische, Hindu und Baha’i Frauen.

Den Auftakt von drei Referaten machte Suzan G. LeVine, US-Botschafterin für die Schweiz und Lichtenstein. Auf dem Podium blies sie den Schofar, ein traditionelles jüdisches Instrument. Spätestens dann waren alle wach. Am Beispiel ihres eigenen Engagements für eine innovative, jüdische Gemeinschaft in den USA zeigte LeVine die Wichtigkeit von Vielfalt auf.

Auch für Magdalena Zimmermann, Pfarrerin und stellvertretende Direktorin von Mission 21, ist die Diversität von grosser Bedeutung: «Das interreligiöse Frauenparlament bietet einen Raum, in welchem sich Frauen unterschiedlichster Religionen begegnen, voneinander lernen und Vorurteile abbauen können. Damit geschieht ein wichtiger Beitrag für ein friedliches Zusammenleben, das die Vielfalt als Chance und nicht als Bedrohung sehen lernt.»

Junge Frauen als aktive Organisatorinnen

Nach einem ayurvedischen Mittagessen, beschäftigten sich die Frauen in Workshops, nach Religionen aufgeteilt, mit der Frage: «Was wollen und können wir konkret tun, um in der Gemeinschaft und Gesellschaft sichtbar zu werden?». Es zeigte sich, dass besonders junge Frauen aktiv bei der Organisation des nächsten Frauenparlaments in zwei Jahren mitwirken wollen.

Dies freut Heidi Rudolf, die die Tagung gemeinsam mit Angela Büchel Sladkovic organisiert hat. Heidi Rudolf ergänzt: «Die Vielfalt von Gesichtern machte für mich die Schönheit der Tagung aus. Das Wort, das mich während der Vorbereitung begleitet hat, hat sich an diesem Tag bewahrheitet: ‘Tu nie allein, was ihr zusammen (besser) tun könnt.’»      Sarah Hess

Die Träger des interreligiösen Frauenparlaments sind: Evangelische Frauen Schweiz (EFS), Gemeinschaft Christen und Muslime Schweiz (GCM), Haus der Religionen – Dialog der Kulturen, Katharina-Werk (ktw), Mission 21, SKF Schweizerischer Katholischer Frauenbund

 

Statements aus dem Interreligiösen Frauenparlament:

«Mission 21 arbeitet häufig in multireligiösen Gesellschaften, in welchen die Religion für die Legitimation von Gewalt instrumentalisiert wird. Im Wissen um diese Ambivalenz des Religiösen fördern wir in diesen Kontexten, wie Nigeria und Indonesien, sehr bewusst die interreligiöse Friedensarbeit und stellen damit das Friedenspotential von Religionen in den Mittelpunkt.»
Magdalena Zimmermann, Pfarrerin und stellvertretende Direktorin von Mission 21

«Berührt war ich vom Erfahrungsaustausch über den Migrationshintergrund vieler Teilnehmerinnen. Viele haben ähnliche Erfahrungen von Flucht, Angst und Fremdsein gemacht und haben in sich eine tiefe Sehnsucht nach einem friedlichen Leben. Mit «wir glauben unterschiedlich, aber unsere Hoffnung auf eine bessere Welt verbindet uns» hat dies eine Teilnehmerin auf den Punkt gebracht. Dem kann ich nur aus vollem Herzen zustimmen.»
Magdalena Zimmermann, Pfarrerin und stellvertretende Direktorin von Mission 21

«Die Lebendigkeit der Workshops – nach Religionen aufgeteilt – am Nachmittag war überall spürbar. Die vielseitige Gesprächskultur der Frauen, die unterschiedlichen Erfahrungen (je nach Herkunft und Lebenssituation), und der Blick auf gemeinsame Ziele hat sich sicht- und hörbar erfahrbar gemacht.»
Heidi Rudolf, Mit-Initiantin des interreligiösen Frauenparlaments

 
 
Kontakt

Christoph Rácz
Medienbeauftragter
Leiter Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +41 61 260 22 49
» E-Mail