Tuesday 28. February 2017

Den Menschen etwas zurückgeben

Arjana Metting van Rijn-Baud nahm letztes Jahr am Gönner-Seminar von Mission 21 teil. Sie erzählt von ihrem ganz persönlichen Bezug zur Mission.

Ich bin Arjana Metting van Rijn-Baud, 1928 in den Niederlanden geboren. Meine ersten 30 Lebensjahre zog ich sehr viel um, höchstens vier Jahre war ich ein einem Ort. Das lag auch am Krieg. Mit zehn Jahren wurde ich getauft. Als wir wieder einmal zügelten, wechselte ich von einer neutralen Schule in eine christliche, in einem  Vorort von Den Haag. Jeden Morgen gab es eine halbe Stunde Religionsunterricht. Montags lernten wir einen Psalm auswendig, dienstags hörten wir Geschichten – und freitags ging es um die weltweite Kirche. Das war meine Lieblingsstunde! Der Lehrer erzählte ausführlich von der Mission. Das war mein erster Kontakt damit. Alles, was ich hörte war neu und faszinierend! Mir gefiel, was die Mission machte, und ich ging sammeln. Das Motto war «Kwartaal kwartje voor de zending», möglichst viele sollten jedes Quartal 25 Cent für die Mission spenden.

Missions-Berichte beim Socken-Stricken
Ab 1945 studierte ich Jura, mein zukünftiger Mann Theologie. 1960 zogen wir in die Schweiz, mein Mann arbeitete im Auftrag der holländischen Kirche als Spitalseelsorger. Die Verbindung zur Mission schlief zu dieser Zeit. Das änderte sich, als wir in eine Kirchgemeinde mit begeistertem Missionskranz kamen – so hiess die Gruppe, die den jährlichen Missionsbazar organisierte. Die Bazarfrauen sagten: «Die frühere Frau Pfarrer las immer die ganze Stunde vor, während wir gelismet haben. Das wollen wir nicht mehr!» Ich überlegte. Die ganze Stunde Dorfgeschichten anhören wollte ich nicht. Und da der  Erlös für die Basler Mission war, wollte ich etwas von der Arbeit dort erzählen können. Ich fragte bei der Basler Mission nach, die mir daraufhin regelmässig Briefe von Missionarsfrauen schickte, die meisten aus Afrika. Sie erzählten darin von ihrer täglichen  Arbeit und dem dortigen Leben. Meine Bazarfrauen fanden das eine gute Lösung und hörten interessiert zu!

Ab 1980 war ich eher mit dem HEKS unterwegs, von 1985 bis 1990 als Ehrenamtliche bei der «Erklärung von Bern» (heute «Public Eye»). Doch nach der Pensionierung und dem Tod meines Mannes hat die Mission wieder ihren Platz bei mir gefunden.

Gute Gründe für die Mission
Meine Gründe, für Mission 21 zu spenden, sind erstens: dass die Mission auf dem guten Weg ist von «den armen Heiden das Evangelium bringen» (im 19. Jahrhundert) hin zum offenen Umgang mit gleichwertigen Partnerkirchen in aller Welt. Zweitens unterstützt sie den fairen Handel, anstatt «Almosen» zu geben. Drittens liegt mir die Arbeit in Indonesien besonders am Herzen. Meine Vorfahren lebten in Indonesien als Kolonialherren, fühlten sich erhaben über die Einheimischen. Meine Familiengeschichte ist mit der Ausbeutung Indonesiens verwoben. Fast alle meine Grossonkel liegen dort begraben. Die Mission sieht die Menschen aber anders: als ebenbürtiges Gegenüber. Mein Anliegen als Spenderin ist es, den Menschen ein klein wenig zurück zu geben.

Der Text erschien im «contigo» Nr. 1/2017 und in gekürzter Form in den «Nachrichten» 1/2017.
Aufgezeichnet von Dorothee Adrian im Oktober 2016 beim Herbstbazar von Mission 21. Mission 21 dankt Frau van Rijn sehr herzlich für ihre langjährige und treue Unterstützung!

 
 
Kontakt

Christoph Rácz
Medienbeauftragter
Leiter Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +41 61 260 22 49
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