Tuesday 03. January 2017

Einsatz gegen Hunger in Nigeria

In Nigeria verhungern täglich Hunderte von Kindern. Mission 21 engagiert sich vor Ort.

Ausgabe von Hilfsgütern. Foto: Albrecht Ebertshäuser

In Nigeria ist die Partnerkirche von Mission 21, die EYN (Church of the Brethren) aktiv im Einsatz gegen die Hungerkrise. Die EYN konnte bisher rund 42‘000 Menschen in 6‘000 Haushalten mit Nahrungsmittelhilfe erreichen. Die finanzielle Unterstützung für diese Hilfe wurde von zwei US-amerikanischen Kirchen (Web: Church of the Brethren USA, Chrstian Aid Ministry USA) geleistet und auch von Mission 21.

Die Ernährungskrise im Nordosten von Nigeria betrifft aber Millionen Menschen. In der Lake Chad Region leben 28 Millionen. Die Hälfte von ihnen ist auf humanitäre Hilfe angewiesen, und rund 5 Millionen Menschen benötigen gemäss Angaben der UNO Nahrungsmittelhilfe. Besonders dramatisch ist die Situation für die Kinder. Es ist davon auszugehen, dass in Nigeria 450‘000 Kinder akut unterernährt und darum dringend auf Hilfe angewiesen sind.

Krieg und Gewalt verhindern landwirtschaftliche Arbeit

Eine Ursache für die prekäre Situation liegt – wie auch im Südsudan – in Krieg und Gewalt: Nigeria wird immer wieder von Gewalttaten der islamistischen Terrororganisation Boko Haram heimgesucht. Mehr als zwei Millionen Nigerianerinnen und Nigerianer sind vor der Gewalt geflohen. Obwohl die nigerianische Armee erklärt, bedeutende Landstriche wieder unter Kontrolle zu haben, geschehen immer wieder Überfälle auf Menschen, die sich auf ihr Land wagen, um es zu bearbeiten.

Ulrich Bachmann, Programmverantwortlicher Nigeria bei Mission 21: «Die unsichere Lage verschärft die Ernährungskrise. Intern vertriebene Menschen haben kaum mehr Land, um es zu bestellen und Nahrungsmittel zu produzieren. Dort, wo die Bauern und Bäuerinnen relativ sicher vor Überfällen wären, fehlt es an Grundlagen für die Landwirtschaft. Denn Vorräte, Saatgut oder die Geräte für den Landbau fehlen. Sie wurden gestohlen oder zerstört.» Zu dieser bedrohlichen Lage im Land kommen auch noch Wetterprobleme. Ungünstige Wetterbedingungen haben in verschiedenen Gebieten Nigerias zu geringen Ernteerträgen geführt.

Deshalb ist es wichtig, dass neben der dringlichen Hilfe mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser auch langfristige Unterstützung geleistet wird. Die EYN, Partnerkirche von Mission 21 in Nigeria, wird weiter Nahrungsmittelhilfe leisten und dabei auch von Mission 21 unterstützt werden. Zusätzlich wird rasch in die Zukunft investiert. Yakubu Joseph, Koordinator von Mission 21 in Nigeria, formuliert es in seiner Analyse zur Lage im Land so: «It is important to also focus on helping the communities to become food secure through promotion of sustainable agricultural practices.» – es sei auch wichtig, den Gemeinden zu Nahrungsmittelsicherheit zu verhelfen, indem man eine nachhaltige Landwirtschaft unterstütze. Hilfe zur Nahrungsmittelproduktion also. Die Menschen in den Landgemeinden sollen so rasch wie möglich ausgebildet werden, um selber wieder Getreide und Gemüse anbauen zu können. Sie erhalten Saatgut. Sie sollen auch das Wissen vermittelt bekommen, das verloren ging, weil erfahrene Bäuerinnen und Bauern umgebracht oder verschleppt wurden.

Einsatz von Mission 21 auf zwei Ebenen

Mission 21 ist dabei, in Nigeria auf zwei Ebenen die Hungerkrise zu bekämpfen: Indem das Basler Missionswerk und ihre Partnerkirche EYN, Soforthilfe an die hungernde Bevölkerung leistet. Andererseits engagieren sich die beteiligten Partner, die Bevölkerung für die Zukunft zu unterstützen, damit die Menschen in Nigeria selber Getreide und Gemüse anbauen und zum Beispiel auch Hühner züchten können, um wieder auf eigenen Beinen zu stehen.

Christoph Rácz, Mission 21

 

 

 
 
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