Tuesday 20. June 2017

Frauen aus vier Kontinenten kämpfen für mehr Gerechtigkeit

Mission 21 setzt auf die Ausbildung von Multiplikatorinnen. Aktivistinnen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa sind diese Woche für einen Workshop in Basel. Am 28. Juni lud die Fachstelle Frauen und Gender zum öffentlichen Anlass ein.

Frauen aus vier Kontinenten mit einem gemeinsamen Ziel: Gender Gerechtigkeit.

Biografisches Arbeiten während des Advocacy-Workshops 2017.

Die Frauen-Menschenrechtsexpertin Hilary Gbedemah stellte die CEDAW vor.

Die Direktorin von Mission 21, Claudia Bandixen.

Die Leiterin der Stabsstelle Frauen und Gender, Josefina Hurtado.

Marie Claire Barth übersetzt für die Gäste aus Indonesien.

Nancy Novitra Souis (links) und Dr. Yuberlian Pitronellah aus Indonesien.

In einem bis auf die letzte Reihe gefüllten Saal wurde der Advocacy-Workshop 2017 der Stabsstelle Frauen und Gender eröffnet. Teilnehmerinnen sind Frauen, die in ihren Ländern selbst andere Frauen ausbilden - der Workshop ist also ein «Training of Trainers». Das Ziel ist es, dass sich immer mehr Frauen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene für ihre Rechte einsetzen. Der Advocacy-Workshop bringt Aktivistinnen und Theologinnen zusammen, die sich über Strategien und Instrumente austauschen, um dem gemeinsamen Ziel näher zu kommen: Mehr Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern.


UN-Besuch bei Mission 21
Die Frauen-Menschenrechtsexpertin Hilary Gbedemah stellte ein solches Instrument vor, die CEDAW (Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination Against Women). Die UN-Konvention zur Beseitigung von Frauen-Diskriminierung wurde bisher von 189 Staaten ratifiziert, jedoch oft mit vielen Ausnahmeregelungen. Obwohl in der Konvention viele zentrale Themen angesprochen werden, wie etwa die sexuellen und reproduktiven Rechte der Frauen, ist es nach wie vor schwierig, diese auf internationaler Ebene einzuklagen.

 

Die Pflicht der Kirche
Der Schwerpunkt des diesjährigen Advocacy-Workshops liegt auf der kontextuellen Theologie. Im Podiumsgespräch ging es darum, wie diese als Werkzeug für die Advocacy-Arbeit nutzbar gemacht werden kann. Die Sensibilisierung der Kirchenleitenden und das Veröffentlichen von Artikeln über Geschlechterungerechtigkeit sei ein wichtiger Punkt, meinte Ruth Ketsia Wangkai aus Indonesien. Doris Muñoz aus Chile fügte an, dass es nicht einfach sei, die Agenda der Kirchen hinsichtlich Frauenthemen zu beeinflussen. Oftmals sei es schwierig, überhaupt das Schweigen zu brechen und über Gewalt an Frauen zu sprechen, wie etwa über Femizide - das gezielte Töten von Frauen - in Lateinamerika. Auch Yamtikarya Joseph Mshelia aus Nigeria sieht die Kirche in der Verantwortung, Frauen stärker zu fördern und ihnen auch Führungsrollen zu überlassen. Sie betonte, dass sie in einer patriarchalen Gesellschaft lebe, wo viele Regeln noch ohne die Frauen gemacht würden. Gleichzeitig will sie Frauen ermutigen, selbstbewusster zu sein und in der Erziehung ihrer Kinder kulturelle und traditionelle Rollenbilder zu brechen. Alle drei waren sich einig, dass es in der Bibel genügend Stellen gebe, die den Prozess hin zur Geschlechtergerechtigkeit unterstützten. Die Netzwerkarbeit unter den Frauen und Weiterbildungen seien ein wichtiges Element, um diesem Ziel näher zu kommen. Der Advocacy-Workshop bietet genau diese Möglichkeiten.

Text: Meret Jobin, Fotos: Dorothee Adrian, Team Öffentlichkeitsarbeit

 
 
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