Monday 12. June 2017

Missionssynode 2017: «Agents of Change – kleine Menschen mit grosser Wirkung»

Am Freitag 9. und Samstag 10. Juni fand die internationale Missionssynode von Mission 21 statt, dieses Jahr rund um das Thema «Agents of Change». Den Abschluss machte am Sonntag das bewährte Missionsfest bei strahlender Sonne.

Suzan Mark, Delegierte aus Nigeria.

Internationaler Austausch bei den Kaffeepausen.

Katharina Gfeller, Programmverantwortliche für Asien, und Obertina Johanis (rechts), Delegierte aus Indonesien.

Richard Offei, Jugenddelegierter aus Ghana (links), und Jan Tangermann, Teilnehmer des Jugendbotschafterprogramms von Mission 21.

Teilnehmende der Missionssynode 2017 tauschen sich aus.

Delegierte und Synodegäste aus Afrika an der Missionssynode 2017.

Podiumsdiskussion zur theologischen Ausbildung. vlnr: Heidi Zingg Knöpfli, Hansueli Meier, Daniel Godoy, Daniel Frei, Wilfred John, David Mbengu, Joel S. Billi.

Teilnehmer des Jugendbotschafterprogramms von Mission 21.

Gruppenbild mit den Synodegästen.

Drei Delegierte beim Missionsfest am Sonntag.

Die Sängerin des afro-brasilianischen Anissa Damali Quintetts, das am Missionsfest für gute Stimmung sorgte.

Besucherinnen und Besucher des Missionsfest.

Vielleicht könnte man sagen, der Freitag war Pflicht, Samstag die Kür. Jahresrechnung, Rahmenbudget und Wahlen - wichtige Traktanden, die die Arbeit von Mission 21 massgeblich bestimmen. Doch das Herzblut spürte man in den inhaltlichen Diskussionen am Samstag.

Am Freitag wurde Albrecht Hieber nach vielen engagierten Jahren im Vorstand verabschiedet, Andrea Trümpy wurde als Nachfolgerin gewählt. Am Nachmittag berichteten die Kontinentalversammlungen (KV) - sozusagen die «Parlamente» von Mission 21 in Lateinamerika, Asien und Afrika - über ihre Arbeit und Themen.

Berichte und Anliegen der Delegierten
Ebed Grijalva aus Peru berichtete von einem dramatischen Anstieg von Morden an Frauen - vor allem im engsten Familienkreis. Viele durch Mission 21 unterstützen Projekte in Lateinamerika stärken Frauen. Eine zweite wichtige Zielgruppe sind Jugendliche. Jorge Daniel Zijlstra Arduin, Präsident des Lateinamerikanischen Kirchenbundes (CLAI), berichtete von einem lebendigen, wachsenden Netzwerk unter jungen Erwachsenen.

Auch die KV Europa wünscht sich eine stärkere Beteiligung von jungen Erwachsenen. Pia Grossholz-Fahrni wies darauf hin, dass der Prozess zur stärkeren Einbeziehung der Jugend in vollem Gange und bisher sehr erfolgreich sei: «Unsere Befragungen und Erfahrungen mit Jugendlichen haben gezeigt, dass es keineswegs so ist, dass Jugendliche oder junge Erwachsene sich grundsätzlich vor Gremienarbeit scheuen. Viele sind sehr wohl dazu bereit.»

Beatrice Ngeh von der KV Afrika fasste die drängenden Probleme der afrikanischen Partnerländer zusammen. Während es Tansania und Ghana verhältnismässig gut geht, legen politische Spannungen Kamerun, Bürgerkriege und Hungersnöte den Südsudan und Nigeria lahm. Sie stecken in einer tiefen Krise. Mitglieder der Partnerkirchen in Nigeria und im Südsudan haben unermessliches Leid erlebt.

Die Anteilnahme der Delegierten war gross. Immer wieder fiel die Formulierung der «Mission 21-Familie».

Der Jugenddelegierte der KV Asien Halim Pratama erzählte von einem erfolgreichen Lager für Jugendliche, die für Umwelt-Themen sensibilisiert wurden. Das Lager kam so gut an, dass die indonesische Regierung und Nichtregierungsorganisationen nun weitere Lager unterstützen. Obertina Johanis betonte, wie wichtig es sei, junge Indonesierinnen über Risiken der Migration aufzuklären und vor Ausbeutung in anderen Ländern wie Hongkong zu schützen.

Agents of Change
Samstag und Sonntag standen unter dem Motto «Agents of Change - kleine Menschen mit grosser Wirkung», das auch das Thema der diesjährigen Kampagne von Mission 21 ist. In Kleingruppen wurde diskutiert, was einen «Agenten des Wandels» eigentlich ausmache - und ob es nicht heissen sollte «Agenten der Hoffnung»? Schliesslich präsentierten die Kleingruppen Personen, die für sie «Agents of Change» sind.

Kwang-Sun Choi aus Südkorea berichtete von Injung Yoon, der wochenlang auf einer Palme lebte, um gegen Abholzung, für Umwelt und Menschenrechte zu protestieren. Der Schweizer Christian Zurbuchen nannte Ursula Brunner, die als "Fair-Trade-Pionierin" in die Geschichte einging. Auch Binta Bakari aus Nigeria, die bei der Synode anwesend war, wurde als Agent of Change geehrt. Die Muslimin setzt sich für die Rechte von Frauen ein und arbeitet an einem friedlichen Zusammenleben von Christen und Muslimen.

Ein reines Männer-Podium
Am Samstagnachmittag lud Mission 21 zu einem Podium und Workshops zur Bedeutung theologischer Ausbildung ein. Dass das Podium nur mit Männern besetzt war, wurde mehrmals thematisiert. Die Podiumsgäste waren: Joel S. Billi, Präsident der Kirche der Geschwister in Nigeria; Daniel Godoy, Leiter der Comunidad Teológica Evangélica (CTE) in Chile; Wilfred John Sundaraj, Leiter des STS in Sabah, Malaysia und David Mbengu, Leiter des theologischen Seminars in Kumba, Kamerun.

Nach ihrem Bezug zur Reformation gefragt, berichteten die Gäste, ob sie es eher mit Luther, Calvin oder Zwingli hielten. Heidi Zingg Knöpfli von Mission 21 ergänzte jeweils, wer die Ehefrauen und welches ihre Verdienste waren. Im Gespräch ging es um Schwerpunkte der Ausbildungsstätten und um die gesellschaftliche Relevanz. «Ich bin dein Freund, ich darf das fragen», hiess es mehr als einmal - auch kritische Fragen waren möglich und wurden mit Offenheit beantwortet. «Warum hat eure Kirche keine Frauen-Ordination?» - «Wie viele eurer Vorstandsmitglieder sind Frauen?» - «Welche Rolle spielen die Pfingstkirchen im machistischen Chile?» - «Inwiefern geht ihr Themen wie den Klimawandel an?»

Fazit des Nachmittags: Theologische Partnerinstitutionen von Mission 21 befassen sich mit den drängenden Themen wie Umweltschutz, Frieden zwischen den Religionen oder soziale Gerechtigkeit. Was die Rolle der Frauen angeht, hat sich zwar in den letzten Jahrzehnten viel getan, doch - wie die Besetzung des Podiums zeigte - ist noch ein langer Weg zu gehen.

Daniel Godoy aus Chile wandte sich an die Jugend-Delegation der Synode. Die 16 jungen Erwachsenen trugen blaue T-Shirts mit dem Aufdruck «Agent of Change». Er sagte: «Vor dreissig Jahren waren wir wie ihr. Wir waren jung und träumten von einer Kirche, die allen Menschen gleichermassen ein Zuhause gibt; einer Kirche die keinen Unterschied macht; wir sind noch nicht am Ziel angekommen.»

Feierlicher Abschluss bei hochsommerlichen Temperaturen
Am Sonntag 11. Juni nahm auch der Festgottesdienst in der Basler Peterskirche das Thema der Synode auf. Pfarrerin Obertina Johanis aus Indonesien setzte Abigail aus dem Alten Testament in Bezug zu jungen Menschen, die in Indonesien über Religionsgrenzen hinweg Freundschaften pflegen und so einen Beitrag zum Frieden leisten.

Pfarrer David Nyianwung aus Kamerun rief die mehreren hundert Gottesdienstbesuchenden auf, an ihrem Ort zu «Agenten des Wandels» zu werden. Beim Fest im Missionsgarten gab es Möglichkeit zu Begegnung und Austausch, Spiel für die Jüngeren, Führungen und eine Informations-Veranstaltung zur Lage in Nigeria für die Erwachsenen. Neben feinem Essen, Kaffee und Kuchen genossen Besucherinnen und Besucher die Musik des afro-brasilianischen Anissa Damali Quintetts.

Text: Dorothee Adrian, Team Öffentlichkeitsarbeit

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