Monday 08. May 2017

Nigeria: 82 der entführten Schulmädchen wurden freigelassen

Gute Neuigkeiten aus Nigeria: Nach dreijähriger Gefangenschaft liess die Terrormiliz Boko Haram 82 der entführten Schulmädchen frei. 

Mitte April 2014 hatte Boko Haram insgesamt 276 Schülerinnen in der Ortschaft Chibok entführt. 50 von ihnen konnten bereits im Chaos der Entführung fliehen, 21 waren nach Verhandlungen im Oktober 2016 frei gekommen. Die Freilassung von über 80 Schülerinnen ist bislang der grösste Erfolg. 

«Unbeschreibliches Glück»
Das betrifft auch Mission 21 und ihre Partner ganz direkt: Die Mehrheit der Schülerinnen kommt aus christlichen Familien, vorwiegend der Kirche der Geschwister in Nigeria zugehörig (Partnerkirche von Mission 21). Ulrich Bachmann, bei Mission 21 für die Projekte in Nigeria verantwortlich, sagt: «Die Freilassung der 82 jungen Frauen ist ein grosser Meilenstein und bedeutet unbeschreibliches Glück für die betroffenen Frauen und Familien.» Ihr Weg in die Freiheit sei damit aber noch längst nicht beendet: «Die vom Terror gezeichneten Frauen werden eine lange Phase der Regeneration vor sich haben.»

Die langwierigen Verhandlungen mit der Terrormiliz Boko Haram haben zwar einen wichtigen Erfolg erzielt. Bachmann räumt allerdings ein: «Verschiedene Quellen melden, dass dafür zwei hochranginge Befehlshaber von Boko Haram frei gekommen sind und auch Geld geflossen ist.» Zudem sagt er, dass es leider noch immer zahlreiche Menschen gibt, welche unter dem Terror und der Gewalt der Terrormiliz leiden: «Wir möchten in Erinnerung rufen, dass sich nach wie vor tausende Frauen und Männer in den Händen von Boko Haram befinden.»

Hunger und Terror halten an
Viele von Boko Haram besetzte Gebiete konnten inzwischen zwar befreit werden und die Menschen kehren langsam in ihre Dörfer zurück. Dort stehen sie aber vor dem Nichts. Die anhaltende Unsicherheit, Überfälle und Vertreibung haben dazu geführt, dass die Bevölkerung ihre Felder nicht bestellen konnte.

Der Nordosten Nigerias ist von einer Ernährungskrise riesigen Ausmasses betroffen. Rund zwei Millionen Menschen sind von akuter oder moderater Mangelernährung betroffen. Für 450'000 Kinder ist diese Unterernährung sogar lebensbedrohlich. Die dringend notwendigen Hilfeleistungen müssen möglichst rasch eintreffen, um Leben zu retten. Die internationale Gemeinschaft darf die Augen vor dieser grossen Not nicht verschliessen, sondern muss handeln. Das betrifft uns auch als Missionswerk.

Autorin: Mara Wirthlin

» Zum SRF-Beitrag über die Freilassung der Mädchen

» Hintergrundbeitrag zur Einordnung der Freilassung (SRF, 9.5.2017)

» Zum Kooperationsprogramm von Mission 21 in Nigeria

 
 
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