Tuesday 23. May 2017

«Ohne Hilfe schaffen wir es nicht»

Peter Gai Lual, Schlüsselfigur im Friedensplan für den Südsudan, schilderte vor den Schweizer Medien und bei einem Treffen mit SEK-Präsident Gottfried Locher eindringlich, warum der Einsatz für Frieden so wichtig ist.

Peter Gai an der Medienkonferenz in Basel. (Fotos: Mission 21)

Peter Gai mit Gottfried Locher, Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK).

Peter Gai mit Gottfried Locher, Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK).

Peter Gai gemeinsam mit SEK-Präsident Gottfried Locher, dem OeMe-Beauftragten der Reformierten Kirchen Bern Jura Solothurn Heinz Bichsel, sowie Claudia Bandixen, Direktorin von Mission 21, und weiteren Vertretern der Organisation.

Acht Friedensabkommen sind im Südsudan in den vergangenen Jahren gescheitert. Wer sich aus den von der UNO kontrollierten Flüchtlingslagern bewegt, riskiert sein Leben, viele Menschen hungern. Vor diesem Hintergrund scheint der 2016 lancierte «Aktionsplan für Frieden» höchst ambitioniert: Die grossen Kirchen im Land wollen mit internationaler Hilfe die Kriegsparteien an einen Tisch bringen und einen dauerhaften Frieden aufbauen.

Wie soll das gehen? Antworten auf diese Frage hat Peter Gai. Er spielt eine Schüsselrolle im Aktionsplan für Frieden. Als Präsident des Südsudanesischen Kirchenbundes hat er den Plan mit ausgearbeitet. Nachdem er bei einem Besuch in Rom im vergangenen Jahr den Papst zu einem Besuch in den Südsudan eingeladen hat – und eine Zusage bekam – war er am 23. Mai zu Besuch in Basel bei Mission 21, die den Friedensplan unterstützt.

Kirche als Moderatorin
Gottfried Locher, Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK), betonte bei einem Treffen mit Peter Gai die wichtige Rolle der Kirchen im angestrebten Friedensprozess: «Der Aktionsplan bietet eine wichtige Plattform für alle Parteien. Die Kirche kann auf dieser Plattform eine neutrale Vermittlerin sein.»

Vor Schweizer Medienschaffenden beschrieb Gai auch selbst, welch zentrale Position die Kirchen im Südsudan haben: «Die Menschen vertrauen dem Staat nicht mehr», sagte er. «Die Kirchen aber geniessen das Vertrauen der Bevölkerung».

Vier «Säulen» sind wichtig für den Friedensprozess
Zunächst die Advocacy-Arbeit, die international ein Bewusstsein für die Lage im Südsudan schafft. Zu diesem Thema appellierte Peter Gai an Gottfried Locher und damit an die hiesigen Kirchen, in der Schweiz für das Thema die Stimme zu erheben.

Die zweite Säule ist ein neutrales Forum, das Konfliktparteien an einen Tisch bringt. Dazu kommen Versöhnungsarbeit und «capacity building» (Aufbau von Fähigkeiten), mit dem das Personal der Kirchen für seine Aufgaben im Friedensprozess geschult wird.

Finanzielle Unterstützung dringend nötig
So sieht der Plan auf dem Papier aus. Wie kann er umgesetzt werden, wenn die Menschen wegen der Sicherheits- und Ernährungslage in Lebensgefahr sind? Hier spricht Peter Gai deutliche Worte: «Wir brauchen dringend auch humanitäre Hilfe», sagt er. Dennoch sei es zentral, die Arbeit am Friedensplan jetzt voranzutreiben, da die Lage sich nur verbessern könne, wenn die Waffen schweigen und ein Dialog in Gang kommt. Peter Gai: «Ohne Hilfe von aussen schaffen wir es nicht.»

Von Mission 21 als Partnerin benötige der Aktionsplan Unterstützung in Form von Ausbildung und finanziellen Mitteln. «Solange wir kein Geld haben, um zum Beispiel Transporte und Kommunikation zu organisieren, kommen wir nicht voran», sagte Gai. Und da es im Südsudan momentan an allem fehlt, ist die Unterstützung in der jetzigen Situation nötiger denn je.

Text: Miriam Glass

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