Wednesday 01. November 2017

«Fair-Trade-Pionier» Hans Knöpfli wird 90

Hans Knöpfli ist Theologe und Schreiner. 37 Jahre lebte er in Kamerun, wo er das traditionelle Handwerk wiederbelebte. Soeben herausgekommen ist sein Buch «Wer langsam geht, kommt weit. Afrikanische Sprichwörter aus dem Alltagsleben».

«Verkündigung und Diakonie gehören zusammen», ist Hans Knöpfli überzeugt. Er lebte von 1956 an in Kamerun und war als junger Pfarrer mit der Jugendarbeitslosigkeit konfrontiert. Schnell war klar: Diese jungen Menschen brauchen nicht nur die Predigt am Sonntag, sie brauchen unter der Woche Arbeit. Zudem drohte das traditionelle Handwerk zu verschwinden. Mit seinen Schreineraugen sah Hans Knöpfli das Schöne und Besondere am kamerunischen Kunsthandwerk. So kamen zwei grosse Anliegen in der Arbeit mit jungen Menschen zusammen.

«Für mich standen nicht in erster Linie die Objekte, sondern der arbeitende Mensch als Könner im Zentrum.» Junge Menschen erlebten, dass sie mit ihren Händen etwas Wertvolles erschaffen können. Sie hatten wieder Grund, stolz zu sein!", berichtet Hans Knöpfli. Das Handwerk aus seinen Werkstätten wurde zuerst vor allem in Kamerun verkauft, später in immer mehr Länder exportiert. 1974 gründete er mit dem Laden «Zur Kalebasse» das erste Schweizer Geschäft für Produkte aus fairem Handel.

Am 3. November wird der Fair-Trade-Pionier 90 Jahre alt. Immer noch ist er aktiv. In diesem Jahr erschien «Wer langsam geht, kommt weit. Afrikanische Sprichwörter aus dem Alltagsleben». Denn nicht nur im Kunsthandwerk, sondern auch in den Sprichwörtern findet Hans Knöpfli viele Schätze, die er nächsten Generationen zugänglich machen möchte.

Das Buch ist thematisch gegliedert und enthält zudem ein Stichwortverzeichnis. So ist es ein ideales Nachschlagewerk für verschiedene Situationen. In der Einleitung beschreibt der Autor seinen persönlichen Bezug; während sechs Jahrzehnten habe er Sprichwörter gesammelt. Er hat viele Situationen erlebt, in denen wie selbstverständlich eine Weisheit mittels eines Sprichwortes ausgedrückt wurde, zum Beispiel «Es ist das Herz, das gibt, die Hand lässt nur los.»

Christian Weber, Studienleiter bei Mission 21, schreibt in seinem Vorwort: «Die Sammlung zeugt eindrucksvoll vom Respekt vor den einheimischen Kulturen Afrikas.» Denn die Sprichwörter geben Einblick in andere Denkweisen und regen zum Reflektieren an. Hans Knöpfli äussert die Hoffnung, «dass die sprichwörtlichen Weisheiten zu einem besseren Verständnis unter den Menschen beitragen».

» hier können Sie das Buch bestellen

 

 
 
Kontakt

Christoph Rácz
Medienbeauftragter
Leiter Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +41 61 260 22 49
» E-Mail