Tuesday 14. November 2017

Religionen gemeinsam für die Umwelt

Letzten Sonntag feierte die «Woche der Religionen» 2017 ihren Abschluss. Am Podiumsanlass diskutierten Vertreterinnen und Vertreter von fünf Weltreligionen wie Religionsgemeinschaften die Liebe zur Natur fördern und «gemeinsam auf den grünen Zweig kommen» können.

Lejla Begovic, Tharnan Selliah und Khalil Belaid während der Podiumsdiskussion. (Foto: Christian Weber)

In einer Veranstaltungspause pflanzten die Teilnehmenden einen Blutpfirsich-Baum. (Foto: Christian Weber)

Der Chor der Nationen Basel bei seinem ersten Konzert. (Foto: Christian Weber)

Im Rahmen der Podiumsdiskussion erläuterten die verschiedenen Religionsgemeinschaften ihre Umweltkonzepte. Für die christliche Organisation «OeKU Kirche und Umwelt» stellte Kurt Zaugg-Ott die aktuelle Themenreihe «Fünf Sinne» und das Umweltzertifikat «Grüner Güggel» vor. Lejla Begovic präsentierte die Broschüre «Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Islam», die im Auftrag der Vereinigung der islamischen Organisation in Zürich (VIOZ) erarbeitet wurde. Tharnan Selliah gab eine Einführung, welche ökologischen Prinzipien im Hinduismus enthalten sind. Migmar Raith erklärte die im Buddhismus wichtigen Leitideen, von «Mitwelt» statt von «Umwelt» zu sprechen und wie «universelle Verantwortlichkeit» gelernt wird. Peter Jossi setzte aktuelle ökologische Impulse mit solchen aus der jüdischen Tradition in Beziehung, etwa die sieben noachitischen Prinzipien oder die geradezu revolutionären Regelungen des Sabbatjahrs.

Leben in die Wüste bringen

Daneben berichteten zwei säkulare Organisationen von ihren konkreten Maßnahmen im Raum Basel und weit darüber hinaus: Tilla Künzli erklärte, wie die 45 Projekte von «Urban Agriculture Basel» durch Ökologie den Frieden fördern und anregen, die Lebensmittelsouveränität zurückzugewinnen. Khalil Belaid sprach für die Organisation «Desert Tree», die besonders durch Baumpflanzaktionen «Leben in menschengemachte Wüsten» bringt.

Schweiz ein Entwicklungsland

Die Podiumsteilnehmenden waren sich darin einig, dass die Schweiz in ökologischer Hinsicht «Entwicklungsland» sei und gemeinsame Projekte wichtige politische Vorarbeit leisten. Angesichts der neuen Konsum-Religion, die in Shopping-Tempeln zelebriert wird, seien neue Initiativen notwendig. Das Interreligiöse Forum Basel versteht den Anlass als Anstoss eines Prozesses, der weiter verfolgt werden soll.

Zeichen der Zusammenarbeit

Als beeindruckendes Zeichen der bereits realisierten Zusammenarbeit trat abschliessend der neu gegründete Chor der Nationen Basel unter Leitung von Bernhard Furchner auf, unterstützt von Mitgliedern aus den gleichnamigen Chören in Bern, Glarus, Luzern und Zürich.

Text: Christian Weber

 
 
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