Partnerorganisationen in Chile

Methodistische Kirche von Chile - Iglesia Metodista de Chile (IMECH) und ihr Entwicklungs- und Ausbildungsdienst - Servicio para el Desarrollo y la Educación Comunitaria (SEDEC)

Sitz: Santiago
Gegründet: 1901
Trägerverein: Basler Mission
Projekt: 426.1010: Starke Frauen und heilende Kräuter

Die Methodisten kamen 1879 als Missionare unter dem kalifornischen Evangelisten William Taylor nach Chile, um in einem eigenfinanzierten religiösen Bildungsprojekt ihren Dienst zu leisten. Die Missionare gründeten Schulen in Iquique, Coquimbo, Santiago und Concepción. Ihre ökumenische Motivation und Partizipation verliehen der Methodistischen Kirche eine anerkannte Präsenz nicht nur im kirchlichen Bereich, sondern gleichermassen in sozialen und kulturellen Angelegenheiten. Seit 1969 ist die Kirche unabhängig. Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen im sozialen und pädagogischen Bereich sowie in der Gesundheitsvorsorge.

Die Zusammenarbeit mit der Basler Mission begann 1981 über die Theologische Hochschule CTE, welche die IMECH mitträgt. 1984 kam die Beziehung zum Entwicklungsdienst SEDEC hinzu. Die Projektbeziehung besteht über SEDEC als Sozialinstitution der methodistischen Kirche.

SEDEC: Der Entwicklungs- und Ausbildungsdienst hat sein Büro in Concepción, Chile. Gegründet wurde er 1983 zu Diktaturzeiten aus der historischen Verpflichtung der Methodistischen Kirche in Chile. SEDEC ist in einer der ärmsten Regionen Chiles in den Armenvierteln tätig. Der Auftrag von SEDEC ist die Entwicklung von Gemeinschaften, damit diese sich organisieren und gemeinsam Selbsthilfe-Initiativen ergreifen können. Aber auch die Befähigung von Einzelnen durch Workshops und Kurse ist wichtiger Bestandteil. Den Schwerpunkt bildet die Förderung von Frauen, die Überwindung von innerfamiliärer Gewalt und die Förderung von Gesundheit durch Heilkräuter.

Die Verbindung zu Mission 21 besteht seit Ende 1984 durch die finanzielle Unterstützung der Projekte wie auch dem Einsatz von ökumenischen Mitarbeitenden und jungen Berufsleuten als PEP-Einsatzleistende.

«Ökumenisches Zentrum Diego de Medellín» – Centro Ecuménico «Diego de Medellín» (CEDM)

Sitz: Santiago
Gegründet: 1983
Trägerverein: Basler Mission
Projekt: 426.1007: Ökumenisches Zentrum für soziale Gerechtigkeit

Eine Gruppe katholischer und evangelischer Christen hat 1982 das CEDM als Raum für Dialog und ökumenische Zusammenarbeit ins Leben gerufen Der spezifische Beitrag an die ökumenischen Bewegung besteht darin, dass Gefässe für die Reflexion über die grössten Probleme und Herausforderungen, welche die Gesellschaft betreffen, geschaffen werden. 

Seit seinem Bestehen ermöglichte das CEDM zahlreiche ökumenische Dialoge und Interaktionen durch Publikationen wie die Zeitschrift «Pastoral Popular» und befähigte viele Leader mittels Diplomstudiengänge, Kurse, Seminare, Workshops, Foren, Meetings und ökumenische Feiern.

Die grösste Stärke der Institution ist ihr ständiges Bestreben, die Glaubens- und Gemeindeerfahrungen mit den sozialen und kulturellen Erfahrungen zu verbinden. Aus dieser Perspektive möchte das CEDM einen Beitrag zur kulturellen Transformation der chilenischen Gesellschaft leisten und die Bürger- und Bürgerinnenbeteiligung fördern. Dabei sollen Werte wie Solidarität, Nachhaltigkeit, Engagement für die Umwelt, soziale Gerechtigkeit und Friedenskultur im Vordergrund stehen und Personen und Gruppen gestärkt werden, welche in der Vergangenheit wegen ihres Geschlechts, Alters, Ethnie, sozialen Bedingungen, sexuelle Orientierung, Behinderung oder Religionszugehörigkeit ausgegrenzt wurden.

Evangelisch-Theologische Gemeinschaft - Comunidad Teológica (CTE)

Sitz: Santiago und Concepción
Gegründet: 1964
Trägerverein: Basler Mission
Projekt: 426.1004: Ausgebildet für die Arbeit in Basisgemeinschaften

Die CTE ist ein theologisch-pastorales Ausbildungsinstitut im Dienste der Evangelischen Chiles und wird von sieben evangelischen Kirchen getragen - vier historischen und drei Pfingstkirchen. Ihre Mission ist es, eine ganzheitliche theologische Bildung anzubieten, die offen für die Diversität christlicher Visionen ist. Bei der spirituellen und intellektuellen Vorbereitung der Studierenden wird Wert auf Querschnittsthemen wie Gender, die liturgische Schulung und den interreligiösen Dialog gelegt. Die CTE bietet zwei Programme und verschiedene Ausbildungskurse an: Ein Residenzprogramm in Santiago sowie Concepción und ein Extensionsprogramm, welches abhängig von Vereinbarungen mit interessierten Kirchen an unterschiedlichen Orten stattfindet. Aktuell werden folgende Ausbildungsgänge angeboten: Propädeutikum, Bachelor, Lizentiat, Fortbildungskurse für Lehrer und Pädagoginnen, weitere Kurse und Workshops auf Nachfrage. Die CTE und Mission 21 nahmen ihre Zusammenarbeit 1985 auf. Sie besteht aus finanzieller Unterstützung der Programme und der Entsendung von ökumenischen Mitarbeitenden als Dozenten.

Evangelischer Entwicklungsdienst - Servicio Evangélico para el Desarrollo (SEPADE)

Sitz: Concepción
Gegründet: 1975
Trägerverein: Basler Mission
Projekt: 426.1009: Bildungszentrum zur Stärkung der Zivilgesellschaft

Die SEPADE war bei ihrer Gründung eine Abteilung der Pfingstmissionskirche (Misión Iglesia Pentecostal). Seit 1995 ist sie eine unabhängige Organisation, bestehend aus Vertretern verschiedener evangelischer Kirchen. Die Schwerpunkte der Arbeit von SEPADE liegen im Bereich der Bildung, sozialen, kulturellen und produktiven Aktivitäten in den Regionen Bío Bío, Araucanía und in der Hauptstadt in 2 Programmen: Entwicklung und Bürgerbeteiligung sowie ein innovatives Schulentwicklungsprogramm. SEPADE will Wege eröffnen, durch die Personen und Gruppen, geschädigt durch Armut, Diskriminierung und Ausgrenzung, ihre eigenen Ressourcen und unternehmerischen Fähigkeiten aktivieren können. Basis ist das Evangelium mit besonderer Betonung auf Solidarität und Partizipation. Die Zusammenarbeit mit Mission 21 begann 1980 mit der Finanzierung der “Guía Dominical” (“Sonntäglicher Wegweiser”), der Lieferung von Milchprodukten aus der Schweiz sowie der Mitarbeit von ökumenischen Mitarbeitenden. Die Zusammenarbeit beruht auf der Unterstützung der Aktivitäten des Bürgerbildungszentrums. Das Zentrum bietet Ausbildungsmodule an, damit soziale und evangelische Organisationen an der Entwicklung der chilenischen Gesellschaft mit der nötigen Bildung teilnehmen können.

Dienst für Frieden und Gerechtigkeit - Servicio de Paz y Justicia (SERPAJ)

Sitz: Santiago
Gegründet: 1977
Trägerverein: Basler Mission
Projekt: 426.1018: Gewalt überwinden durch Sensibilisierung

SERPAJ wurde gegründet im Kampf um die Verteidigung der Menschenrechte, wozu landesweit regionale Teams eingerichtet wurden, die sich gewaltfrei für Friedenserziehung und Menschenrechte einsetzen. Sie engagieren sich gemäss der institutionellen Identität für die Überwindung von Gewalt, weshalb sie als Arbeitsschwerpunkte sozial gefährdete Kinder und Jugendliche sowie Frauen aus einer Gender-Perspektive priorisieren. Als Mitglieder des Lateinamerika-Netzwerks von SERPAJ nehmen sie an ökumenischen Inititiativen zur Entmilitarisierung und Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen teil. Ausserdem arbeiten sie im Bereich HIV/Aids. Die Beziehung zu Mission 21 begann 1985 mit der Unterstützung des Regionalteams Antofagasta und seines Entwicklungsprogramms für Frauenorganisationen aus Armenvierteln. Die gegenwärtige Zusammenarbeit beruht auf der Sensibilisierung von Kindern, Jugendlichen, Frauen, Eltern und Lehrern zur Überwindung von Gewalt.

Frauenkollektiv Con-spirando - Colectivo Con-spirando

Sitz: Santiago
Gegründet: 1991
Trägerverein: Basler Mission
Projekt: 426.1016: Genderbewusstsein durch Bildung

Das Kollektiv Con-spirando entstand ausgehend vom gemeinsamen Interesse einer Gruppe von Frauen an Spiritualität, Theologie und Ethik aus feministischer Sicht. Seine Absicht ist es, Raum für Reflexion, Gespräche, Feiern und Aneignung von Wissen zu schaffen. Seine Mission lautet: “Uns als Frauen in Lateinamerika zur Selbständigkeit zu ermächtigen und Beziehungen der gegenseitigen Achtung unter uns und zu unserer Umwelt aufzubauen.” Sie arbeiten hauptsächlich an Veröffentlichungen und Bildungsprogrammen durch die Produktion sowie Erprobung von Lehrmaterial und geben die ökofeministische Zeitschrift "Con-spirando" heraus. Die Beziehung zu Mission 21 begann durch die Zusammenarbeit im Frauennetzwerk AMEN - Asociación de Mujeres Ecuménicas Nacionales, mit dem Frauenreferat der damaligen Basler Mission. Seit 2004 besteht eine finanzielle Projektunterstützung zur Erarbeitung von Kursmaterial und Methoden zu Themen wie Ethik und Sexualität, Gewalt sowie Gender.