Partnerorganisationen in Costa Rica

Ökumenisches Forschungsinstitut - Departamento Ecuménico de Investigaciones (DEI)

Sitz: San José
Gegründet: 1976
Trägerverein: Basler Mission
Projekt: 400.1005: Forschung im Dienst von Basisgruppen

Nicht ganz zufällig ist der Sitz des Institutes in San José. Costa Rica war zur Zeit der Gründung Exil für viele Verfolgte aus lateinamerikanischen Ländern, die von Militärdiktaturen regiert wurden. Unter ihnen auch Franz Hinkelammert und der katholische Befreiungstheologe Pablo Richard. Beide waren aus Chile geflohen und zählten zu den Gründern des DEI.

Das DEI arbeitet in den Bereichen Bildung, Forschung und Publikationen. Dabei profiliert es sich durch seinen gesamt-lateinamerikanischen, interdisziplinären und ökumenischen Ansatz. Dieser ist an der Realität jener Menschen orientiert, die vom globalen ökonomischen und sozialen System ausgeschlossen sind. Immer wichtiger wird für das DEI der Aufbau eines Netzwerkes für Lateinamerika, welches ehemalige Kursbesucherinnen und -besucher auf dem ganzen Kontinent in Kontakt bringt und so ein Netz gemeinsamer Reflexion und Solidarität bildet.

Das DEI wurde seit 1998 von der Basler Mission und später durch Mission 21 unterstützt. Die finanziellen Mittel von Mission 21 werden für den soziotheologischen Workshop mit Teilnehmenden aus ganz Lateinamerika, für die Unterstützung einer Forschungsprofessur und für die Ermöglichung von Forschungsaufenthalten eingesetzt.

Lateinamerikanische Bibeluniversität - Universidad Bíblica Latinoamericana (UBL)

Sitz: San José
Gegründet: 1923/1945/1997
Trägerverein: Basler Mission
Projekt: 428.1205: Solidarisches Handeln durch kontinental vernetzte Ausbildung

Die Lateinamerikanische Bibeluniversität blickt auf eine lange Tradition zurück. Ihre institutionellen Wurzeln reichen bis zu dem im Jahr 1923 gegründeten «Instituto Bíblico de Costa Rica», welches 1945 zum Seminario Bíblico Latinoamericano (SBL) umgeformt wurde, zurück.

Das SBL unternahm seit 1970 wichtige Schritte: einerseits in die Unabhängigkeit von institutionellen Bindungen zu nordamerikanischen Missionsgesellschaften und anderseits in Richtung einer ökumenischen Theologie mit lateinamerikanischem Gesicht, die nicht mehr nordamerikanische und europäische Modelle kopiert. Es wurde das Modell einer theologischen Ausbildung per Fernkurs entwickelt. Ab 1990 wurde schliesslich die Idee eines dezentralisierten, diversifizierten und dem Umfeld angepassten theologischen Netzwerkes verwirklicht.

1997 ist das SBL zur UBL umgewandelt worden. Sie versteht sich als eine lateinamerikanische Institution und pflegt Beziehungen zu verschiedenen theologischen Bildungseinrichtungen auf dem ganzen Kontinent. Neben der akademischen Ausbildung legt die UBL grossen Wert auf die Ausbildung von kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf mittlerer Ebene. Ein zentrales Anliegen der UBL ist, einen Beitrag zur Gestaltung von Gesellschaften in Lateinamerika zu leisten, in denen soziale Gerechtigkeit und menschliche Freude gelebt werden können und wo – motiviert durch den Glauben – Friedens- und Gerechtigkeitsarbeit geleistet wird.

Die UBL wird seit 1979 von der Basler Mission unterstützt. Diese Unterstützung wird heute von Mission 21 fortgesetzt, ab 2015 mit einem Beitrag an die Löhne von Dozierenden sowie durch die Vergabe von Stipendien.

Dienst für Frieden und Gerechtigkeit - Servicio de Paz y Justicia (SERPAJ)

Sitz: San José
Gegründet: 1971
Trägerverein: Basler Mission

Die Organisation setzt sich für Frieden und Gerechtigkeit mit gewaltfreien Mitteln ein. Ihr Hauptziel ist die Koordination aller Bestrebungen in diese Richtung: Aufbau eines Solidaritätsnetzes zwischen Gewerkschaften, Menschenrechtsbewegungen, Kirchen, sozialen und politischen Organisationen. Zudem werden Volksbewegungen, Solidaritätskampagnen und Klagen gegen Menschenrechtsverletzungen unterstützt. Die Anstösse zur Gründung von SERPAJ gehen auf den Internationalen Versöhnungsbund zurück, als Jean und Hildegard Goss-Mayr in den 1960er Jahren als dessen Sekretäre den lateinamerikanischen Kontinent bereisten und für das Gedankengut aktiver Gewaltfreiheit warben. Von 1974 bis 1986 stand SERPAJ unter der Leitung des argentinischen Bildhauers, Architekten und Friedensnobelpreisträgers Adolfo Pérez Esquivel, welcher zu einer der wichtigsten Personen im Widerstand gegen die Militärdiktaturen in Lateinamerika wurde. SERPAJ‑Gruppen arbeiten heute in elf Ländern in Süd‑ und Zentralamerika. Das Zentralsekretariat in San José, Costa Rica, ist für die Verbindungen zwischen den Landesorganisationen und für die kontinentale Koordination verantwortlich. Mission 21 unterstützt SERPAJ seit 1979. SERPAJ ist der lateinamerikanische Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes (IFOR; International Fellowship of Reconciliation).