Partnerorganisationen in Indonesien

Der Evangelische Kirchenbund in Indonesien - Persekutuan Gereja-gereja di Indonesia (PGI)

Gegründet: 1950
Trägerverein: Basler Mission
Projekte: 
 
200.1010: Stärkung von Basisgemeinschaften 
225.1007: Interreligiöse Zusammenarbeit für Frieden und Gerechtigkeit  
225.1008: Solidarität gegen Gewalt an Frauen und Kindern 

Als repräsentative Körperschaft der Protestanten hat der Evangelische Kirchenbund in Indonesien (PGI) eine konsultative Rolle mit der Regierung. Die Rolle des PGI in Indonesien ist wichtiger als diejenige der meisten Kirchenbünde in anderen Ländern, da er eine religiöse Minderheit in einem muslimischen Land mit hoher sozialer Kontrolle repräsentiert. Der PGI ist sehr darum bemüht, den inter-religiösen Dialog in Indonesien aktiv mitzugestalten und voranzutreiben, indem er bereits mehrere Projekte zu inter-religiöser Friedensförderung initiiert hat.
Mission 21 hat eine lange Beziehung mit dem PGI, welche nach dem 2. Weltkrieg durch die Arbeitsgemeinschaft des indonesischen Kirchenbundes und den damals in Indonesien tätig gewesenen europäischen Missionsgesellschaften (Eukumindo) aufgebaut wurde. Die Beziehung zwischen der Basler Mission (heutige Mission 21) und dem PGI wurde 1993 formell anerkannt, als der PGI ein Mitglied des Asian Fellowships wurde, einer Vereinigung der Partnerorganisationen der Basler Mission in Asien. Der PGI zählt heute mehr als 80 evangelische Kirchen als Mitglieder.
Mission 21 unterstützt die Frauenarbeit, die inter-religiöse Zusammenarbeit für Frieden und Gerechtigkeit sowie das Zentrum für Forschung & Entwicklung des PGI sowie das Gesamtprogramm des PGI. Der PGI übernimmt die Regelung der Visa von ökumenischen Mitarbeitenden von Mission 21 in Indonesien.

Die Evangelische Kirche in Kalimantan - Gereja Kalimantan Evangelis (GKE)

Sitz: Banjarmasin
Gegründet: 1935
Trägerverein: Basler Mission
Projekte: 
225.1020: Aufklärung und Schulung im Kampf gegen HIV/Aids 
225.1012: Berufsausbildung für Jugendliche 
225.1008: Solidarität gegen Gewalt an Frauen und Kindern  
225.1007: Interreligiöse Zusammenarbeit für Frieden und Gerechtigkeit 
200.1017: Einkommen für Produzentinnen von Handwerksprodukten  
200.1010: Stärkung von Basisgemeinschaften

Die Basler Mission (heutige Mission 21) unterstützte die Entwicklung der Evangelischen Kirche in Kalimantan (GKE) von einigen Missionsstationen hin zu einer kirchlichen Organisation, die 1935 unabhängig wurde. Die japanische Besatzung bedrohte den Prozess des Kirchenaufbaus, aber es zwang die christlichen Dayak auch dazu, volle Verantwortung für ihren Glauben und ihre Kirche zu übernehmen. Nach dem 2. Weltkrieg und der indonesischen Unabhängigkeit diskutierte die Synode darüber, ob es ausländischen Missionaren gestattet werden sollte zurückzukommen. Es wurde entschieden, dass diese als Experten willkommen sind, jedoch nicht mehr in Leitungspositionen.
In den 1960er Jahren beteiligte sich die Basler Mission zunehmend in der Entwicklungsarbeit - wie beispielsweise landwirtschaftlichen und Holzverarbeitungsprojekten (PLPP Tumbang Lahang, SMK Mandomai). Bis heute bleibt Mission 21 der Hauptpartner der GKE. 
Neben ihren pastoraltheologischen Aufgaben ist die GKE vor allem in den Bereichen Gemeindeaufbau, Gesundheitsdienst und Erziehungswesen inklusive Handwerkerausbildung, Landwirtschaft sowie in der Frauenförderung tätig. Sie sucht dabei, wo immer möglich und opportun, die Zusammenarbeit mit der Regierung. 1963 hatte die GKE-Kirchenleitung zusammen mit der Basler Mission beschlossen, am zentral gelegenen und durch den Fluss gut zugänglichen Ort Mandomai ein technisches Ausbildungszentrum für Schreinerei und Holzverarbeitung zu errichten. 1967 erfolgte die Eröffnung als Schulbetrieb und 1980 gliederte sich ein Produktionsbetrieb an.
Der GKE gehören 1'172 Gemeinden in 71 Kirchenbezirken an, die über alle vier Provinzen Kalimantans verstreut sind. Über 500 Pfarrerinnen und Pfarrer betreuen diese Gemeinden, wobei der Anteil von Frauen im Pfarramt zunimmt. Im Jahre 2008 zählte die GKE 287'140 Mitglieder, die meisten davon Dayaks. Es gibt einige urbane Zentren wie Palangka Raya und Banjarmasin, die meisten Kirchenmitglieder leben jedoch auf dem Land, wo Landwirtschaft die Hauptbeschäftigung ist. Mit den Projekten zu Landwirtschaft, Holzverarbeitung und fairem Handel mit Kunsthandwerk versucht die GKE die jungen Leute auf ein Arbeitsleben in einer sich schnell verändernden Gesellschaft vorzubereiten und so zur Verbesserung der Lebensqualität ihrer Gemeinschaft beizutragen.
Mission 21 unterstützt neben diesen Projekten auch das Theologische Seminar in Banjarmasin mit Stipendien für die Fakultätsentwicklung und mit Beiträgen für die Bibliothek. Die theologische Hochschule Sekola Tinggi Teologi (STT) bietet neben ihrer Forschungstätigkeit ein vielfältiges Angebot an Kursen für Erwachsene an, wie beispielsweise Schriftstudium, Verhältnis von Evangelium und Kultur sowie inter-religiöse Kompetenz. Seit März 2014 lehrt ein ökumenischer Mitarbeiter von Mission 21 an der STT als Dozent für «Religion, Mission und Ökumene» sowie Altes Testament und biblische Sprachen.
Im Rahmen des Friedensprogramms von Mission 21 in Indonesien werden ebenfalls einige Projekte der GKE und der theologischen Hochschule Sekola Tinggi Teologi (STT) finanziert. Zudem erhalten die Programme der Frauenkommission der GKE besondere Unterstützung.

Evangelische Kirche in Papua - Gereja Kristen Injili - Papua (GKI-TP)

Sitz: Jayapura
Gegründet: 1956 (1855)
Trägerverein: Basler Mission
Projekte: 225.1012: Berufsausbildung für Jugendliche

In 1855 begann die Gossner Mission ihre Arbeit in Papua. Missionare aus Utrecht und andere folgten. 1956 wurde die GKI Papua unabhängig. Die Partnerschaft mit der Basler Mission begann 1964, und die Zusammenarbeit mit Mission 21 geht wiederum zurück auf das Abkommen mit der Basler Mission für eine integrierte Entwicklungszusammenarbeit in Waropen-Serui am Golf von Biak, wohin die Basler Mission von 1986 bis 1996 einen Mitarbeiter entsandte.
Die GKI Papua ist die grösste kirchliche Organisation in Papua und arbeitet auf einem Gebiet, das 10-mal grösser ist als die Schweiz. Die indigene Bevölkerung von Papua ist mehrheitlich christlich, etwa 2/3 davon protestantisch und 1/3 katholisch. Die gesamte Bevölkerung in Papua beträgt ca. 2.5 Millionen. In der GKI Papua wurden im Jahr 2010 956'000 Gemeindemitglieder gezählt. Die ca. 2'100 Gemeinden sind in 54 Kirchenbezirke (Klasis) organisiert. Ca. 680 Pfarrerinnen und Pfarrer (inkl. Vikariat) arbeiten für die GKI Papua, wovon die Hälfte Frauen sind. Bislang sind die meisten Leitungspositionen von Männern besetzt, doch an der letzten Synode wurde die erste Frau zur Vizevorsitzenden der GKI-TP gewählt.
Zusammen mit der Katholischen Kirche und anderen Protestantischen Denominationen ist die GKI Papua eine der grössten unter den wenigen Institutionen, welche die vielen, oft sehr abgelegenen Gebiete Papuas erreicht und dort präsent ist. Die Rolle der Kirche ist sehr vielfältig. Nebst der Verkündigung des Evangeliums unterstützt sie die Menschen mit sozialen Programmen im Bereich der Bildung (Schulen und Schülerheime), Gesundheit, Frauenförderung und Nothilfe. Weiter ist sie sehr aktiv im Bereich Menschenrechte. So meldet sie sich öffentlich zu Wort und spricht bei Regierungsstellen vor, um gegen Benachteiligungen und Gewalt gegenüber den meist indigenen Papua anzukämpfen. Die Kirche erfüllt daher eine wichtige Brückenfunktion zwischen der einheimischen Bevölkerung und den Regierungsstellen. Viele einheimische Papua haben ihr Vertrauen in die Politiker und Politikerinnen (auch lokale), das Militär und die Polizei sowie den indonesischen Rechtsstaat verloren. Die Kirche allerdings geniesst ein hohes Ansehen. Den Kirchenführern und -führerinnen wird grosses Vertrauen und viel Respekt geschenkt, da sie als nicht korrupt gelten und näher bei den Menschen stehen. Durch ihr Auftreten, ihre sozialen Programme und ihr Engagement für die Gerechtigkeit gibt die Kirche den Menschen Halt, Hoffnung und Schutz - Qualitäten, die sie vom indonesischen Staat nicht erhalten.
Mission 21 unterstützt die Arbeit des Menschenrechtsbüros der Evangelischen Kirche in Papua (GKI-TP), welches Menschenrechtsverletzungen dokumentiert und öffentlich anprangert, die lokale Bevölkerung über ihre Rechte aufklärt und Betroffene begleitet. Im gewaltfreien Kampf für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung arbeitet die Partnerkirche von Mission 21 ökumenisch und inter-religiös mit anderen Kirchen und Religionsführern zusammen. Gemeinsam haben sie die Initiative «Papua - Land des Friedens» (Papua Tanah Damai) gegründet und setzen sich für den friedlichen Dialog mit Jakarta ein. Des Weiteren unterstützt Mission 21 durch die Vergabe von Stipendien über die GKI-TP die Schul- und Berufsausbildung indigener Jugendlicher in dem abgelgegenen Bezirk Waropen. Ziel ist es, dass sich die jungen Erwachsenen nach Abschluss der Ausbildung in ihrer Heimat für eine nachhaltige Entwicklung engagieren und sich dank dieser Ausbildung gegen Benachteiligungen aller Art wehren können.

Kirche zur Ausstrahlung des Evangeliums - Gereja Kristen Pemancar Injil (GKPI)

Sitz: Tarakan, Ostkalimantan
Gegründet: 1959
Trägerverein: Basler Mission
Projekte:
200.1017: Einkommen für Produzentinnen von Handwerksprodukten
225.1008: Solidarität gegen Gewalt an Frauen und Kindern
225.1012: Berufsausbildung für Jugendliche
225.1020: Aufklärung und Schulung im Kampf gegen HIV/Aids

Die Entstehungsgeschichte der Kirche zur Ausstrahlung des Evangeliums (GKPI) ist auf die Abspaltung ihrer Mitglieder von der amerikanisch inspirierten «Kirche des Evangeliumszeltes» zurückzuführen. Diese waren der Ansicht, dass der christliche Glaube ganzheitlich gilt, alle Aspekte des Lebens umfasst und soziale Gerechtigkeit mit einschliesst.
Die GKPI arbeitet in einem Gebiet, welches grösser ist als die Schweiz, aber nur etwa 200'000 Einwohner zählt. Die Kirche setzt sich vorwiegend aus Angehörigen der Dayak-Ethnien zusammen. Ihr gehören 70 Gemeinden an, die in sieben Kirchenbezirke eingeteilt sind und von über 50 Pfarrerinnen und Pfarrern betreut werden. Die Mitgliederzahl beläuft sich auf rund 20'000. Die Gemeinden sind entlang der Flüsse Sesayap, Sembakung und Sebuku im Norden der Provinz Ostkalimantan und im Kerayan-Hochland angesiedelt. Dieses ist fast unzugänglich und nur mit Kleinflugzeugen erreichbar. Die meisten Kirchenmitglieder haben ein sehr bescheidenes Einkommen. Die Angestellten der Kirche, auch die Pfarrerinnen und Pfarrer, bewirtschaften eigene Felder und erhalten nur einen kleinen Lohn.
Die Partnerschaft mit der Basler Mission (heutige Mission 21) begann im Jahre 1964. Für ihr Streben nach Eigenständigkeit ist die Partnerschaft mit Mission 21 für die GKPI von grosser Bedeutung. Die geografisch weit auseinanderliegenden Gemeinden mit bäuerlicher Bevölkerung sind auf Solidarität und Unterstützung angewiesen. Mission 21 finanziert einen Teil der Verwaltungs- und Lohnkosten der Kirche. Zudem wird das ganzheitliche Programm der GKPI unterstützt, welches neben Verkündigung und Seelsorge auch Aufgaben in den Bereichen Bildung, Gesundheit (mit besonderem Gewicht auf traditioneller Medizin), Landwirtschaft, Rechtshilfe, Fairer Handel, Ökotourismus sowie das Programm der Frauenkommission der Kirche umfasst.

Die Pasundan-Kirche - Gereja Kristen Pasundan (GKP)

Sitz: Bandung, Java
Trägerverein: Basler Mission
Projekte:
225.1007: Interreligiöse Zusammenarbeit für Frieden und Gerechtigkeit
225.1008: Solidarität gegen Gewalt an Frauen und Kindern 
225.1020: Aufklärung und Schulung im Kampf gegen HIV/Aids

Die Pasundan-Kirche (GKP) ist im Westen der indonesischen Insel Java zuhause. Sie ist die evangelische Kirche des Volkes der Sundanesen. Eine reine Stammeskirche will die GKP aber nicht sein. Sie versteht sich als Gebietskirche, die allen evangelischen Christen in ihrer Region offen steht. Das ist eher eine Ausnahme in der evangelischen Kirchenlandschaft Indonesiens. Der Wunsch der Protestanten, möglichst überall im Vielvölkerstaat Indonesien eine heimatliche Stammeskirche besuchen zu können, ist gross.
Westjava ist ein ausgeprägt islamisches Gebiet. Die Christen bilden hier nur eine kleine Minderheit. So zählt auch die Pasundan-Kirche lediglich rund 33'000 Mitglieder in 51 Gemeinden mit 51 Pfarrerinnen und Pfarrer. Diese Minderheitssituation gegenüber einem hier zum Teil recht aggressiven Islam ist nicht einfach, weshalb die GKP einen behutsamen Umgang mit der islamischen Umgebung pflegt. Ohne vertrauensbildende Gespräche wäre ein friedliches Zusammenleben nicht möglich. Für die Theologen der Pasundan‑Kirche ist darum die Kenntnis des Islam, die Auseinandersetzung mit ihm und der Dialog mit muslimischen Geistlichen ausserordentlich wichtig. 
Die GKP erreicht durch ihre intensive inter-religiöse Kooperation jüngere Erwachsene und Jugendliche aus einem breiten religiösen Spektrum. Zur Mobilisierung und Vernetzung nutzen sie effektiv die neuen sozialen Medien. So sind junge Muslime rasch zur Stelle, wenn eine Kirche von der Schliessung bedroht ist und Christinnen wehren sich gegen das Verbot einer Veranstaltung der schiitischen Minderheit. Durch die zunehmende Zusammenarbeit mit der grossen Staatlichen Islamischen Universität UIN in Bandung will die Pasundan-Kirche (GKP) ihr inter-religiöses Engagement mit der jungen muslimischen Bevölkerung in Zukunft noch verstärken.
Die ersten Beziehungen zwischen der Schweiz und der Pasundan-Kirche gehen in die Siebzigerjahre des letzten Jahrhunderts zurück. Die GKP schickte damals Pfarrer Suardi zum Missionsdienst in die Schweiz. Er arbeitete vor allem im ökumenischen Schulprogramm «Brennpunkt Welt» mit und wurde später von Pfr. Habandi, der ebenfalls aus der Pasundan-Kirche stammt, abgelöst. Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit zwischen der Pasundan-Kirche und Mission 21 liegt neben der inter-religiösen Zusammenarbeit ebenfalls bei der Frauenförderung.

Evangelische Kirche der Minahasa - Gereja Masehi Injili Minahasa (GMIM)

Sitz: Tomohon, Insel Sulawesi
Gegründet: 1934
Trägerverein: z.T. Basler Mission
Projekte: 225.1020: Aufklärung und Schulung im Kampf gegen HIV/Aids

Sulawesi ist eine der grössten Inseln Indonesiens. Ihr nördlichster Zipfel heisst Minahasa. In diesem etwa 5’000 km2 grossen Gebiet leben ca. 1,3 Mio. Menschen. Die meisten von ihnen sind Bauern (v.a. Anbau von Reis, Gemüse, Kokospalmen, Gewürznelken und Muskat), doch der Preiszerfall liessen den einst blühenden Gewürznelken- und Kokoshandel einbrechen. 90% der Einwohner gehören einer christlichen Kirche an. Schon im 16. Jahrhundert entstanden hier im Gefolge des Gewürzhandels römisch-katholische Gemeinden. Durch die holländische Kolonisierung und Mission setzte sich schliesslich der Protestantismus durch.
Heute zählen ca. 790'000 Minahasa zu einer der 918 Gemeinden der Evangelischen Kirche der Minahasa (GMIM), der fünftgrössten reformierten Kirche in Indonesien. Über 1'800 Pfarrerinnen und Pfarrer sind bei der Minhasa-Kirche angestellt, wobei die überdurchschnittliche Mehrheit der Pfarrpersonen Frauen sind. Bereits um 1880 gehörten ihr 80% der Bevölkerung an. Nach eigenständigen Anfängen ab 1876 der holländischen Landeskirche zu- oder eher untergeordnet, ist die Minahasa-Kirche seit 1934 eine unabhängige Kirche. Sie ist Gründungsmitglied des Indonesischen Kirchenbundes PGI.
Mission 21 unterstützt das Trainingszentrum der Gesundheitsstiftung der GMIM, welches auf einem ganzheitlichen Gesundheitsverständnis aufbauende Aus- und Weiterbildungen für medizinisches Personal und Laien durchführt. Das Programm ist an die lokalen Gegebenheiten und sozialen Strukturen angepasst und fokussiert auf Gesundheitsvorsorge und Capacity Building. Der Schwerpunkt liegt dabei einerseits bei der Gesundheitsvorsorge im Alter sowie andererseits bei der HIV/Aids-Prävention unter Jugendlichen. Es verbindet traditionelle, alternative und schulmedizinische Methoden miteinander. Im Jahr 1989 hat die Gesundheitsstiftung begonnen, ein innovatives Programm in der vorbeugenden Medizin für die einheimische Bevölkerung aufzubauen. Daraus ist das von Mission 21 unterstützte Projekt zur Förderung traditioneller Medizin entstanden. Dieses fördert den biologischen Anbau und Vertrieb von einheimischen Heilpflanzen und kostengünstigen Naturheilmitteln.

Evangelische Kirche von Sangihe-Talaud – Gereja Masehi Injili Sangihe Talaud (GMIST)

Sitz: Tahuna, Insel Sangihe
Gegründet: 1947
Projekte: 225.1020: Aufklärung und Schulung im Kampf gegen HIV/Aids

Die Inselgruppe von Sanghie-Talaud zwischen der nordöstlichsten Halbinsel von Sulawesi und der Insel Manado im Süden der Philippinen umfasst 124 Inseln. Seit 1997, als die GERMITA auf der Talaud-Inselgruppe gegründet wurde, umfasst das Wirkungsgebiet der Evangelischen Kirche von Sangihe-Talaud (GMIST) nur noch die Sangihe-Inselgruppe, die auch einen eigenen Regierungsdistrikt bidet.
Die Entstehungsgeschichte der GMIST geht auf die Tätigkeit deutscher Missionare als Zimmermänner auf den Sangihe-Inseln zurück, welche im Jahre 1857 erstmals durch die holländische Missionsgesellschaft in die Region geschickt wurden. Nach deren Tod richtete die holländische Missionsgesellschaft eine Stabsstelle auf den Sangihe-Inseln ein, um die von den ehemaligen Missionaren ausgeübten Tätigkeiten weiterzuführen. Diese Aufgabe wurde dann im Jahre 1947 von der GMIST übernommen, als diese ins Leben gerufen wurde. Neben der Verkündung des Evangeliums bemüht sich die GMIST um die Stärkung ökumenischer Beziehungen und Zusammenarbeit mit anderen Kirchen und Institutionen in der Region, die Kontextualisierung der Theologie sowie die Entwicklung eines inter-religiösen Dialogs. Die Kirche stellt in der Verkündung der Guten Nachricht Hilfe zur Selbsthilfe in den Vordergrund. Sie besitzt eine eigene Stiftung für Erziehung und Schulausbildung, die Primar-, Sekundar- und Gymnasium-Schulstufe plus zwei Seminare für Religionslehrerinnen und Religionslehrer umfasst.
Der Grossteil der Bevölkerung auf den Sangihe-Inseln sind protestantische Christen. Die GMIST (inkl. ein Kirchenbezirk in Jakarta) umfasst 373 Kirchgemeinden mit insgesamt 320'000 Gemeindemitgliedern, welche von 172 Pfarrpersonen und vielen Laienpredigerinnen und -prediger betreut werden.
Die Kirche ist Partnerin von Mission 21 und Mitglied des Asian Fellowships. Eine direkte Projektzusammenarbeit mit der GMIST wird nicht angestrebt, die Kirche ist jedoch wie die GERMITA in bestehende Schwerpunktprogramme wie HIV/Aids, Capacity Development und Frauenförderung miteinbezogen. Ausserdem ist die GMIST Mitglied der Regionalsynode SAG - ebenfalls Partnerin von Mission 21 - die als Plattform eine wichtige Rolle in der Stärkung und Vernetzung der Mitgliedskirchen spielen kann.

Reformierte Kirche von Talaud - Gereja Masehi Injili Talaud (GERMITA)

Sitz: Talaud, Insel Sulawesi
Gegründet: 1997
Projekte: 225.1020: Aufklärung und Schulung im Kampf gegen HIV/Aids

Die Inselgruppe von Talaud, die seit einigen Jahren einen eigenen Regierungsdistrikt bildet, besteht aus 20 Inseln. Talaud befindet sich circa 350 Kilometer nördlich der Insel Sulawesi und liegt an der Seegrenze zu den Philippinen.
Die reformierte Kirche von Talaud (GERMITA) wurde 1997 gegründet. Die Gründung einer eigenen Synode und die Trennung von der GMIST hatten vor allem geographische Gründe. Die grosse Mehrheit der Bevölkerung sind protestantische Christen, die der GERMITA angehören. Die GERMITA zählt ca. 80'000 Mitglieder in 103 Kirchgemeinden, betreut von 101 Pfarrerinnen und Pfarrer.
Die Bevölkerung lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft und vom Fischfang. Die meisten haben nur einen Grundschulabschluss. Auf der Tertiärstufe gibt es nur die Möglichkeit des Besuchs einer «Open University», ansonsten müssen die Studierenden in Nordsulawesi oder auf den Philippinen eine Universität besuchen. Die GERMITA bemüht sich, begabten Jugendlichen eine weiterführende Ausbildung zu ermöglichen und sie zu motivieren, danach nach Talaud zurückzukehren. Die geographische Lage als «Randregion» ist einerseits ein Hindernis für die Entwicklung, andererseits bietet die Lage an der Grenze zu den Philippinen Potential für den grenzüberschreitenden Handel. Ausserdem liegt Talaud in einem unberührten Meeresgebiet mit einer sehr grossen Vielfalt an Fauna und Flora, was von touristischem Interesse sein könnte.
Seit 2007 ist GERMITA offiziell Mitglied des Asian Fellowships und Partnerin von Mission 21. Eine direkte Projektzusammenarbeit wird nicht angestrebt, aber die GERMITA ist wie die GMIST in bestehende Schwerpunktprogramme von Mission 21 einbezogen wie HIV/Aids, Capacity Development und Frauenförderung. Ausserdem ist die GERMITA Mitglied der REgionalsynode SAG - ebenfalls Partnerin von Mission 21 - die als Plattform eine wichtige Rolle in der Stärkung und Vernetzung der Mitgliedskirchen spielen kann. Die seinerzeit von der SOAM unterstützte PARPEM-Stiftung der GMIST setzte auch Landwirtschaftprojekte auf Talaud um.

Institut für das Studium von Islam & Gesellschaft - Lembaga Kajian Keislaman & Kemasyarakatan (LK-3)

Sitz: Banjarmasin
Gegründet: 1994 
Projekte: 
225.1020: Aufklärung und Schulung im Kampf gegen HIV/Aids 
225.1007: Interreligiöse Zusammenarbeit für Frieden und Gerechtigkeit
200.1017: Einkommen für Produzentinnen von Handwerksprodukten

LK-3 wurde zunächst als Antwort auf das niedrige Niveau des intellektuellen gesellschaftlichen Diskurses gegründet. Es fehlte damals eine Institution, welche sich auf die Darstellung der Zusammenhänge von islamischer Forschung und Lehre mit gesellschaftlichen Fragen spezialisiert. LK-3 hat zum Ziel, mittels regelmässiger monatlicher Schulungsveranstaltungen wissenschaftliche Ausführungen zum Islam zu entwickeln. Einerseits werden Studien erarbeitet, welche den intellektuellen Diskurs in der Gesellschaft beeinflussen sollen, andererseits werden die­se Studien über Partnerschaften mit Landleuten und Koranschulen für die Lösung sozialer Probleme angewendet. Die Arbeitsweise von LK-3 verfolgt einen inklusiven Ansatz und stützt sich auf Grundwerte wie Gendergerechtigkeit, Demokratie, Plu­ralismus, Gleichheit und Wertschätzung der Tradition. Sie ist nicht-diskriminierend, non-profit, nicht-parteilich, nicht-poli­tisch und partizipativ, achtet auf die Einhaltung der individuellen Men­schenrechte und setzt sich für Randständige ein.
Das Institut leistet einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung und Bekanntmachung des toleranten und mystischen Unterbaus der regionalen islamischen Tradition und legitimiert damit ihr Engagement in der politischen Reformbewegung. Es ist ein wichtiger Gesprächspartner der GKE in vielen gesellschaftlichen Belangen, mit grossem Einfluss in der regionalen islamischen Gesellschaft. Im Rahmen des Friedensprogramms Indonesien von Mission 21 (siehe 225.1007) werden ausgewählte Programme von LK-3 mitfinanziert.
Das LK-3 hat mittlerweile ein starkes inter-religiöses Netzwerk aufgebaut, mit Bildungsarbeit in Koranschulen, Kursen, Jugendcamps und einer wirkungsvollen Öffentlichkeitsarbeit, die von vielen Menschen und Institutionen gehört und gelesen wird. So finden im Vorfeld von Wahlen Debatten statt über die Bedeutung der in der Verfassung verankerten Religionsfreiheit und den Kriterien für faire Wahlen. Als die radikalen Hardliner der Islamischen Verteidigungsfront (Front Pembela Islam, FPI) in Zentralkalimantan einen neuen Ableger gründen wollten, konnte dies LK-3 zusammen mit der GKE und anderen Gruppen erfolgreich verhindern. Des Weiteren werden von LK-3 viele soziale und ökologische Projekte in Angriff genommen wie Baumpflanzaktionen, HIV/Aids-Prävention unter jungen Erwachsenen oder Einkommensförderung für Frauen.

Dialogzentrum der Staatlichen Islamischen Universität Sunan Kalijaga in Yogyakarta - Pusat Dialog Universitas Islam Negeri Sunan Kalijaga di Yogyakarta DC (UIN Yogya)

Sitz: Yogyakarta
Gegründet: 2004
Projekt: 225.1007: Interreligiöse Zusammenarbeit für Frieden und Gerechtigkeit

Das Dialogzentrum ist ein halb-unabhängiges Institut unter dem Graduierten-Programm der staatlichen islamischen Universität Kalijaga in Yogyakarta, Java. Das Zentrum wurde 2004 gegründet und hat eine muslimisch-christliche Leitung. Sein Hauptanliegen ist die Förderung des religiösen Pluralismus und interreligiösen Dialogs, um das Bewusstsein religiöser und kultureller Identität und Pluralismus in der indonesischen Gesellschaft zu stärken und «Zusammengehörigkeit in Verschiedenheit» zu leben. Das Dialogzentrum führt Religionsstudien durch, organisiert interreligiöse Interaktionen und Workshops (sogenannte «live ins»), Seminare und Diskussionen und baut ein Netzwerk mit der Regierung und Nichtregierungsorganisationen auf. Das Dialogzentrum ist ein Kooperationspartner von Mission 21 im Friedensprogramm Indonesien. Seit 2006 finanziert Mission 21 interreligiöse Workshops («live ins»).

Theologische Fakultät der Christlichen Universität Duta Wacana in Yogyakarta - Fakultas Teologi Universitas Kristen Duta Wacana (UKDW)

Gegründet: 1962
Projekte:
225.1007: Interreligiöse Zusammenarbeit für Frieden und Gerechtigkeit
225.1008: Solidarität gegen Gewalt an Frauen und Kindern
200.1010: Stärkung von Basisgemeinschaften

Die Theologische Fakultät der 1962 in Yogyakarta (Java) gegründeten Christlichen Universität Duta Wacana (UKDW) kooperiert mit zwölf indonesischen Kirchen beziehungsweise Synoden. In ihrem Zentrum für Religionsstudien betreibt sie inter-religiösen Dialog, um an einem pluralistischen Indonesien mitzuwirken. Sie tauscht sich dort unter anderem mit der UIN, anderen islamischen Universitäten sowie katholischen Institutionen aus.
Zwischen den beiden Universitäten UIN und UKDW gibt es in diesem Sektor eine Zusammenarbeit, die in ihrer Konstellation und ihrem Ausmass aussergewöhnlich ist. Sie betrifft gemeinsame Studienprojekte, Dozentenaustausch, ein Postgraduiertenstudium «Islam für Nicht-Muslime» sowie die Gründung des «Indonesian Consortium for Religious Studies ICRS» (zusammen mit der staatlichen Universität Gadjah Mada). Dieses Konsortium bietet einen inter-religiösen Ph.D.-Studiengang zu verschiedenen Themen vergleichender Theologie und Religions- und Kulturwissenschaften an. Begünstigt von diesen Kooperationen sind auch circa 100 Master-Studierende der UIN und UKDW.
Mission 21 unterstützt im Rahmen des Friedensprogrammes seit 2003 das bei der UKDW angesiedelte Zentrum für Religionsstudien. Bei durchgeführten Studien zum Thema «Religiöser Ausdruck in Yogyakarta» haben christlich-muslimische Forschungsteams Extremismen in Kirchen und Moscheen aufgezeigt. In den jährlichen Intensivseminaren zum Islam «Intensivstudie Islam» werden gesellschaftlich aktuelle Themen aus islamischer und christlicher Perspektive beleuchtet. Zu den erarbeiteten Erkenntnissen gibt es zahlreiche Tagungen, die Ergebnisse werden publiziert. In Zusammenarbeit mit der UIN erarbeitet das Zentrum für Religionsstudien zurzeit den zweiten Band eines inter-religiösen Wörterbuches, ein zumindest in Südostasien einmaliges Projekt, das die Bedeutung zentraler Konzepte aus dem Koran und der Bibel erläutert.
Ebenfalls seit 2003 arbeitet Mission 21 mit dem an der Theologischen Fakultät der UKDW angesiedelten Zentrum für Feministische Studien zusammen. Dieses hat in Zusammenarbeit mit einer islamischen NGO und basierend auf Erfahrungen in der Spitalseelsorge einen Leitfaden zur Beratung und Hilfe für gewaltbetroffene Frauen herausgegeben. Die Erfahrungen aus der Praxis fliessen in die Lehre ein, insbesondere in die Module für Seelsorge und Beratung, und ermöglichen so eine Bewusstseinsbildung unter angehenden Pfarrpersonen für die grosse Problematik der Gewalt an Frauen und Kindern.
Die UKDW ist im Rahmen des Friedensprogrammes für die Programmlinie Solidarität gegen Gewalt an Frauen und Kindern Kooperationspartner von Mission 21. Angestrebt wird, dass das Zentrum für feministische Studien zu einem Kompetenzzentrum für unsere Partnerkirchen in den Bereichen Seelsorge und Beratung aus feministischer Perspektive wird. Eine weitere Zusammenarbeit zwischen Mission 21 und der UKDW besteht in der Stärkung von Basisgemeinschaften, genauer gesagt in der Förderung von kontextueller Theologie. Mission 21 unterstützt diese Entwicklung durch die Vergabe von Stipendien an Studierende aus armen Verhältnissen.

Netzwerk der Theologinnen in Indonesien - Persekutuan wanita berpendidikan Teologi di Indonesia (PERUATI)

Sitz: Jakarta
Gegründet: 1995
Projekte:
225.1008: Solidarität gegen Gewalt an Frauen und Kindern
200.1010: Stärkung von Basisgemeinschaften

Das Netzwerk der Theologinnen in Indonesien PERUATI mit Sitz in Jakarta, Java, wurde 1995 nach einem Seminar des Frauenbüros des PGI und des Verbands der indonesischen Theologieschulen (PERSETIA) gegründet. PERUATI funktioniert innerhalb der Kirchgemeinden als 'eye opener' und zeigt auf, weshalb ein Frauennetzwerk wie PERUATI dringend gebraucht wird. Zusätzlich wird auch vorgelebt, dass sich Theologinnen innerhalb eines solchen Netzwerkes treffen und austauschen können und sich die Männer deshalb aber nicht vor einer «Verschwörung der Frauen» gegen sie zu fürchten brauchen. Dieses Netzwerk dient nicht zur Exklusivität und Abgrenzung, sondern der Inklusivität der Tätigkeiten. Genderstudien wurden von PERSETIA, des Frauenbüros, und PERUATI durchgeführt. PERUATI engagiert sich nicht nur im theologischen Kreis, sondern auch in der Gemeinschaft gegen Diskriminierung und kämpft gegen Ungerechtigkeit sowie Gewalt gegenüber Frauen und Kindern. Neben PERUATIS's Engagement in der Frauenförderung unterstützt Mission 21 ebenfalls die Bemühungen der Theologinnen, einen wesentlichen Beitrag zur Kontextualisierung und zur Sicherung der Qualitätssteigerung in der theologischen Aus- und Weiterbildung zu leisten.

Dachverband der Theologischen Schulen in Indonesien (Perhimpunan Sekolah-Sekolah Teologi di Indonesia PERSETIA)

Sitz: Jakarta
Gegründet: 1963
Projekte: 200.1010: Stärkung von Basisgemeinschaften

Der Dachverband der Theologischen Schulen in Indonesien (PERSETIA) wurde auf Initiative des reformierten Kirchenbundes (PGI) 1963 in Sukabumi, Westjava, gegründet. Das Ziel des Verbandes, in welchem unterschiedliche theologische Schulen aus ganz Indonesien Mitglieder sind, ist die Verbesserung der theologischen Ausbildung in Indonesien.
Zwei wichtige, einmal jährlich organisierte Aktivitäten von PERSETIA  sind das Treffen zur Förderung von Dozenten der theologischen Schulen, welche Mitglieder von PERSETIA sind (genannt Study Institute - SI), und das «Summer Program» (Kuliah Alih Tahun – KAT). KAT ist ein dreiwöchiger Kurs für Master-Studierende der theologischen Schulen, die Mitglieder von PERSETIA sind. Dazu werden internationale Dozentinnen und Dozenten eingeladen.
Zur Zeit sind 36 Theologische Schulen Mitglieder von PERSETIA.
PERSETIA hat sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass Theologie (seit 1996) als Fachrichtung vom Indonesischen Staat anerkannt wird. PERSETIA setzt sich ausserdem für ein standardisiertes Curriculum ein und hat zusammen mit der UKSW (Universitas Kristen Satya Wacana) Salatiga ein Standardcurriculum für den Bachelor zusammengestellt.
Die Zusammenarbeit zwischen Mission 21 und PERSETIA bezieht sich auf die Stärkung von Basisgemeinschaften. Durch das staatliche Akkreditierungsverfahren leistet PERSETIA einen wichtigen Beitrag zur Kontextualisierung und Sicherung der gestiegenen Qualitätsansprüche in der theologischen Aus- und Weiterbildung.