Partnerorganisationen in Kamerun

Presbyterianische Kirche in Kamerun - Presbyterian Church in Cameroon (PCC)

Sitz: Buea, Südwest-Provinz
Trägerverein: Basler Mission
Projekte:
134.1002: Vorbild sein im Dienst der Allgemeinheit
134.1006: Frauen in Kamerun: Gemeinsam zum Erfolg
134.1009: Arbeit mit Jugendlichen - Arbeit mit Zukunft
134.1014: Universitäre Bildung für die Gesellschaft von morgen
134.1017: Verantwortung gestalten - gemeinsam neue Wege gehen
134.1019: Menschen stärken - Organisationen entwickeln
134.1021: HIV/Aids-Arbeit: Unterstützung von Witwen und Waisen
134.1029: Spital Manyemen: Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum
134.1042: Kunsthandwerk: Zukunft mit Perspektive

Die Arbeit in der Presbyterianischen Kirche in Kamerun wurde 1886 von Basler Missionaren begonnen. 1957, noch vor der Unabhängigkeitserklärung Kameruns, erlangte die Kirche ihre Selbständigkeit. Seither ist sie in den meisten Sektoren ihres Wirkens selbsttragend geworden. Die PCC ist heute die grösste protestantische Kirche im englischsprachigen West-Kamerun. Sie zählt zurzeit offiziell über 422'000 Mitglieder (inoffiziell eher 800'000 Mitglieder), welche in über 1'400 Gemeinden und 25 Kirchenbezirken (Presbyteries) organisiert sind. Die Kirchensynode, die sich aus den Vertretungen der Presbyteries zusammensetzt, tritt alle zwei Jahre zusammen.
Die kamerunische Gesellschaft ist in einem raschen Wandel begriffen. Zwar lebt immer noch der Grossteil der Bevölkerung von der Subsistenzwirtschaft auf dem Land, aber viele, gerade junge Menschen, zieht es in die Städte. Der Bezug zur Tradition, zu den Institutionen der dörflichen Gemeinschaft und ihren Werten verändert sich. Durch die modernen Medien gelangen zunehmend auch fremde Lebensentwürfe und -ideen in entlegene Gebiete, die in Konkurrenz zur traditionellen Lebensweise stehen. Die wirtschaftliche Krise, die das Land seit Mitte der 1990-er Jahre durchmacht, hat eine hohe Arbeitslosigkeit zur Folge. Viele Menschen sind verunsichert und geraten in Not. Das soziale Netz in Familie und Gesellschaft trägt nicht mehr wie gewohnt, was vermehrt zu sozialen Missständen wie Korruption, Günstlingswirtschaft, Veruntreuung und Kriminalität führt.
In klarem Bezug zu dieser aktuellen kamerunischen Realität möchte die Presbyterianische Kirche die Gute Nachricht von Jesus Christus in ganzheitlicher Weise leben und sie als afrikanische Kirche weitergeben. Dies kommt in einem vielgestaltigen Leben in den Kirchgemeinden zum Ausdruck, das von kirchlichen Bewegungen, engagierten Frauen- und Männergruppen, der Jugendarbeit und den vielfältigen Chören geprägt ist. Die grosse Bedeutung der Kirche als gesellschaftlich mitgestaltende Kraft kommt auch im umfangreichen Schulwesen zum Ausdruck; mit 26 Vorschuleinrichtungen, 125 Primar- und 15 Sekundarschulen sowie einem Lehrer-College.
Die Kirche betreibt vier Allgemeinspitäler, zwei Spezialkliniken und 21 Gesundheitszentren. Um Berufsmöglichkeiten zu schaffen, werden junge Menschen in vier Gewerbebetrieben ausgebildet; weitere berufliche Ausbildungen bieten die fünf Jugendzentren an. Der ländlichen Bevölkerung dient ein Programm, das die Bauern und Bäuerinnen sowohl vor Ort berät als auch zentral Kurse am landwirtschaftlichen Ausbildungszentrum durchführt.
Der Ausbildung von Theologinnen und Theologen wie auch von Laienpredigern misst die Kirche grosse Bedeutung bei. Deshalb unterhält sie in Kumba das Presbyterianische Theologische Seminar und eine umfangreiche Laienschulung an den Kirchenzentren in Kumba und Bamenda.
Die ökumenische Ausrichtung der Kirche drückt sich darin aus, dass sie in den grossen ökumenischen Zusammenschlüssen mitwirkt: In den Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirche entsendet sie einen Vertreter, im Reformierten Weltbund arbeitet die Kirche engagiert mit. Auch innerhalb der innerkamerunischen Ökumene, im Rat der Evangelischen Kirchen Kameruns, ist die PCC durch ihr aktives Engagement bekannt und geachtet. Nicht von ungefähr wird daher beispielsweise die von vielen evangelischen Kirchen Kameruns und des frankophonen Westafrikas getragene Protestantische Fakultät in Yaoundé durch das PCC-Mitglied Pfr. Dr. Anyambod, welcher der Fakultät als Dekan vorsteht, geleitet.
Für den Ende 2009 neugewählten Moderator der Kirche, Pfr. Dr. Festus Asana, ist «Change» seit seiner Amtseinsetzung am 28. Februar 2010 ein Schlüsselwort. In den offiziellen Meetings wird immer wieder auf dringend notwendige Veränderungen innerhalb der PCC hingewiesen: alle Mitarbeitenden sind aufgefordert, ihre persönliche Einstellung und Motivation zu überprüfen. Gefordert sind Ehrlichkeit, professioneller Einsatz und Qualität. Schlamperei und Zweckentfremdung von Materialien und Finanzen werden nicht geduldet. Finanzielle Altlasten sollen möglichst bald abgebaut werden und die in allen Bereichen der PCC bestehenden Liquiditätsprobleme müssen behoben werden. Nach Ansicht des Moderators sind auf jeder Ebene grosse Anstrengungen notwendig, damit nachhaltig wirksame Veränderungen erreicht werden können. Eine erste Veränderung ist jedenfalls im Rahmen der Boards (Vorstandsgremien) deutlich sichtbar: straffere Sitzungsleitung, grösseres Verantwortungsbewusstsein der Board-Mitglieder und vermehrt kritische Rückfragen.
 
Die PCC und Mission 21 arbeiten in folgenden Programmsektoren zusammen: Theologie und Gemeindeaufbau, Gesundheitsdienst, Bildungsarbeit, Frauenarbeit, HIV/Aids, Fair Trade, Menschenrechte, Projektmanagement und Administration. Seitens Mission 21 wirken gegenwärtig bis zu sieben ökumenische Mitarbeitende sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Freiwilligenprogramms PEP! in der Kirche mit.

Fakultät für Protestantische Theologie Yaoundé - Faculté de Théologie Protestante de Yaoundé

Sitz: Yaoundé
Gegründet: 1961
Trägerverein: Basler Mission

Die Protestantische Fakultät Yaoundé ist eine ökumenische Einrichtung. Seit 1961 bildet sie reformierte, lutherische, baptistische, presbyterianische, adventistische und katholische Theologiestudierende aus den unterschiedlichsten Ländern und Kirchen des gesamten frankophonen Afrikas aus. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag nicht nur zur Entwicklung der einzelnen Kirchen, sondern auch zum theologischen Austausch und ökumenischen Dialog der gesamten Region. Ihren rund 150 Studierenden bietet die Fakultät vier Ausbildungsgänge an: Eine dreijährige Grundausbildung mit «Licence-Abschluss», zwei weitere Jahre Studium mit «Maitrise-Abschluss», einen zweijährigen Kurs zum Erwerb des Diplôme d'Etudes Théologiques Approfondies (DETA) sowie daran anschliessend das dreijährige Promotionsprogramm. Seit einigen Jahren gibt es daneben auch ein zweijähriges theologisches Ausbildungsprogramm für Laien, die den Wunsch haben, sich für die Gemeindearbeit besser zu qualifizieren.