Partnerorganisationen in Peru

Evangelische Pilgerkirche in Peru - Iglesia de los Peregrinos (IEPP)

Sitz: Chiclayo, Dept. Lambayeque
Gegründet: 1903
Trägerverein: Basler Mission
Projekte: 476.1004: Stärkung der sozialdiakonischen Arbeit

Die Evangelische Pilgerkirche Peru (IEPP) ist eine Kirche methodistisch-wesleyanischer Prägung. Sie wurde 1903 auf Initiative nordamerikanischer Missionare gegründet, von denen sie sich 1972 unabhängig machte. Seit 1997 versteht sich die IEPP als episkopale Kirche. Die IEPP zählt 300 Gemeinden mit rund 9'600 Mitgliedern, 70% Prozent wohnen in ländlichen Gebieten im Nordosten des Landes, die übrigen vorwiegend in städtischen Armenvierteln. Die IEPP versteht ihren Auftrag ganzheitlich: Verkündigung der guten Nachricht, theologische Ausbildung, Diakonie, Förderung der lokalen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung und der Menschenrechte. Die Kontakte von Mission 21 zur IEPP begannen in den frühen 1980er Jahren mit der Unterstützung eines Intensivkurses für achtzig Pfarrerinnen und Pfarrer. Heute ist die IEPP neben ihrer kirchlichen Tätigkeit vor allem in der Ausbildung von Gemeinde- und Jugendleiterinnen und -leitern sowie in der Weiterbildung von Pfarrerinnen und Pfarrern engagiert. Im Rahmen des Kooperationsprogramms Peru 2009-2012 unterstützt Mission 21 zwei Projekte der IEPP: ein nationales und ein lokales. Beim ersten geht es darum, dem mittleren Kader mehr theologisches und pastorales Wissen zu vermitteln sowie die nicht mehr zeitgemässen Lehrmittel zu überarbeiten und zu aktualisieren. Dadurch soll sich die Kirche der Ökumene öffnen und die zum Teil immer noch stark verankerten konservativen und fundamentalistischen Strömungen überwinden. Das zweite Projekt versteht den Begriff Ökumene in seinem ursprünglich griechischen Sinn als die „ganze bewohnte Erde“ und unterstützt eine lokale Kirchgemeinde im Distrikt El Agustino in Lima dabei, einen Beitrag zur Lösung der Umweltprobleme in ihrem Armenviertel zu leisten.

Asociación Educativa Teológica Evangélica AETE

Sitz: Lima
Gegründet: 1998
Trägerverein: Basler Mission
Projekte: 476.1003: Bildung für eine Kultur der Offenheit und Solidarität

AETE war bis 2012 eine der elf Zweigestellen der Lateinamerikanischen Bibeluniversität in San José («Recintos Universitarios Descentralizados» RUD), Costa Rica. Aufgrund neuer staatlicher Bestimmungen zur Anerkennung von Studienabschlüssen in Costa Rica, haben sich Änderungen für die Anerkennung der Curricula an den Zweigniederlassungen ergeben. AETE baut deswegen aktuell sein theologisches Erwachsenenbildungsprogramm aus und beantragt gleichzeitig die Anerkennung als Universität bei den peruanischen Erziehungsbehörden. Das Programm zeichnet sich aus durch ökumenische Offenheit, eine ganzheitliche Spiritualität, Engagement für den Frieden und eine besondere Sensibilität für die ethnische Vielfalt in Peru. In Peru betreuen manche Studierende schon vor dem Abschluss einer formalen theologischen Ausbildung ihre Kirchgemeinden und bilden sich dazu etappenweise bzw. berufsbegleitend weiter. Um dafür optimale Möglichkeiten zu schaffen, bietet die dezentrale Bibeluniversität ihren Studierenden ein dezentrales und diversifiziertes Bildungsmodell an. Somit können sie nach individuellem Zeitplan und gemäss ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten verschiedene Studienmodalitäten kombinieren. In Lima sind durchschnittlich jedes Jahr 25 bis 30 Personen immatrikuliert. Mission 21 unterstützt die AETE seit ihrer Gründung mit einem festen Beitrag ans Gesamtbudget.

Ökumenisches Zentrum für Entwicklung und Soziale Aktion - Centro Ecumenico CEDEPAS Huancayo

Sitz: Huancayo, Dept. Junin
Gegründet: 1984
Trägerverein: Basler Mission
Projekte: 476.1012: Ernährungssicherung im Cunas-Tal

CEDEPAS Hunacayo arbeitet mit Bauern und Bäuerinnen, Jugendlichen und Frauen in verschiedenen Provinzen von Huancayo zusammen. In Koordination mit anderen Institutionen und den lokalen Behörden führt es mehrere Programme durch. Mission 21 arbeitet seit seinen Anfängen mit CEDEPAS Huancayo zusammen. Im Rahmen des Kooperationsprogramms 2009 bis 2012 unterstützt Mission 21 die Institution in der Durchführung ihres Landwirtschaftsprogramms, in dem es um die Ernährungssicherung von 180 Bauernfamilien aus fünf Weilern des Distriktes Ahuac, in der Provinz Chupaca des Departements Junín, geht. Diese soll durch die Stärkung ihrer produktiven und organisatorischen Kompetenzen sowie durch einen nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen (Wasser, Boden, Wald) erreicht werden. Als theologisches Bildungsprojekt, ist das „Seminario Andino San Pablo“ Teil von CEDEPAS-Centro. In seiner heutigen Form besteht es seit 1997 und bietet zwei Studienprogramme an: Diplom- und Maturitätsausbildung in Theologie, Bibel und Gemeindearbeit. Ab 2010 wird Mission 21 einen finanziellen Beitrag auch zu Gunsten dieses Seminars leisten.

Evangelischer Entwicklungsdienst Alfalit - ALFALIT en el Perú

Sitz: Lima
Gegründet: 1967
Trägerverein: Basler Mission
Projekte: 476.1019: Alphabetisierungsprogramm

Die kontinentale Organisation Alfalit (ALFA-betización / LIT-eratura) entstand 1961 in Costa Rica als christliche Bewegung zur Alphabetisierung von marginalisierten Bevölkerungsschichten Lateinamerikas. "Alfalit en el Perú" wurde 1967 ins Leben gerufen. Ihr sind verschiedene Institutionen und evangelische Kirchen angeschlossen. 1983 verlieh die UNESCO "Alfalit en el Perú" den Internationalen Preis für die Alphabetisierung, als Anerkennung ihrer innovativen Arbeit im Bereich der Alphabetisierung. Alfalit führt verschiedene Projekte und Programme in Lima sowie in anderen Regionen Perus mit Menschen aus den ärmsten Bevölkerungsschichten (vor allem Frauen) durch. Seit 1998 unterstützt Mission 21 in Carabayllo, einem Distrikt im Nordosten von Lima, das Programm "PAMET". Es hat zum Ziel, die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen zu fördern und ihr Selbstvertrauen zu stärken. Dies geschieht durch Alphabetisierungskurse, in denen die Frauen lesen, schreiben und rechnen lernen und dazu angeleitet werden, Produkte herzustellen und zu vermarkten. Seit 2007 sind neu auch die Kinder der Frauen des Alphabetisierungszentrums "La Cumbre" in den Alphabetisierungsprozess eingebunden. Es handelt sich dabei um 30 Kinder zwischen drei und acht Jahren, die während der Alphabetisierungsstunden ihrer Mütter aktiv betreut und gefördert werden: Musik, Tanz, Zeichnen sowie Begleitung bei den Hausaufgaben.

Audiovisuelle Medienarbeit von Peru - Audiovisuales del Peru (ADEP)

Sitz: Lima
Gegründet: 1990
Trägerverein: Basler Mission
Projekte: 476.1020: Audiovisuelle Medien für Jugendgruppen

ADEP wurde 1990 von Medienfachleuten in Lima ins Leben gerufen und ist eine nichtkommerzielle Organisation (NGO), die vom peruanischen Staat anerkannt wurde, aber regierungsunabhängig ist. Durch die Anwendung audiovisueller Mittel versucht die Institution, vor allem in Jugend-, aber auch Frauengruppen, Volksorganisationen und Kirchgemeinden einen partizipativen Erziehungs- und Förderungsprozess in Gang zu setzen. Dieser orientiert sich an der "Option für die Armen". Die Arbeit von ADEP erstreckt sich über ganz Peru. Mission 21 unterstützt die Institution seit 1992, insbesondere bei der Durchführung der Ausbildungsprogramme für Jugendgruppen in Basisgemeinden in Callao und Caravelí (700 Kilometer südlich von Lima). ADEP nimmt sich aktueller Themen an und bereitet sie jugendgerecht, das heisst, mit den audiovisuellen Mitteln, die gerade "in" sind, auf. Zuoberst auf der Hitliste stehen heute die "DVD-Diskussionen". Auch wenn ADEP Konzessionen an den Geschmack der Jugendlichen macht, ist ihr Ziel nicht in erster Linie, die Jugendlichen zu unterhalten, sondern ihnen mit modernen Mitteln eine ganzheitliche Bildung zu vermitteln. 30% des Gesamtbudgets erwirtschaftet ADEP selber, wobei ein grosser Teil der Einnahmen aus einem angegliederten Musik-DVD-Laden stammt.

Südandines Institut der Forschung und solidarischen Aktion - Instituto Surandino de Investigación y Acción Solidaria (ISAIAS)

Sitz: Sicuani, Dept. Cusco
Gegründet: 2007
Trägerverein: Basler Mission
Projekte:
476.1005: Ella Puede - Frauen zum Leiten befähigen
476.1006: Gemeinsam die Gesellschaft verändern

ISAIAS ist eine Nichtregierungsorganisation mit christlichem Hintergrund und einer klaren Option für die „Armen“ und Ausgeschlossenen. Sie wurde am 11. November 2007 gegründet und besteht aus Personen, die zuvor in verschiedenen Organisationen engagiert waren, die durch die neu ernannten extrem konservativen Bischöfe (Opus Dei und Sodalitium) des südandinen Raums jedoch geschlossen wurden. In diesem Sinne versteht sich ISAIAS als eine Art Dachorganisation von engagierten Personen aus verschiedenen Organisationen und sozialen Werken, die zum Schluss gekommen sind, dass der interkulturelle und interreligiöse Dialog heute nur noch unabhängig von der offiziellen katholischen Kirche möglich ist. Ziel von ISAIAS ist es, die wertvolle Arbeit, die im südandinen Raum in den letzten dreissig Jahren in Zusammenarbeit mit der offiziellen katholischen Kirche geleistet wurde, nun unabhängig von dieser weiterzuführen. Die Arbeitschwerpunkte von ISAIAS sind: Umwelt- und Lebensgrundlagen, Menschenrechte und Demokratisierung, Laien und christliche Gemeinden. Im Rahmen des Kooperationsprogramms 2009 bis 2012 fördert Mission 21 die nachhaltige organische Produktion andiner Landwirtschaftserzeugnisse und unterstützt die Produzenten darin, sich in Kleinunternehmen zu organisieren und ihre Erzeugnisse auf dem lokalen und regionalen Markt zu gerechten Preisen zu handeln.

Institut zur Erforschung der andinen Kulturen – Instituto de Estudio de las Culturas Andinas (IDECA)

Sitz: Puno
Gegründet: 2008
Trägerverein: Basler Mission
Projekte: 476.1008: Interreligiöser Dialog im südandinen Raum

 IDECA kann als Nachfolgeorganisation von IDEA (Centro de Estudios Aymaras) bezeichnet werden. IDEA wurde 1974 von den "Padres Maryknoll" mit dem expliziten Ziel gegründet, die andine Kultur zu erforschen, um dadurch eine der Kultur angepasste Pastoral zu entwickeln. Auf Grund der Ernennung extrem konservativer Bischöfe (Opus Dei und Sodalitium) im südandinen Raum wurde das Institut 2007 geschlossen. Engagierte Personen (Laien sowie Ordensleute) aus dem Umkreis von IDEA wollten die Arbeit jedoch weiterführen. Anfang 2008 wurde IDECA ins „Centro de Espiritualidades Emaús“ (siehe unten) integriert und funktioniert zur Zeit als ein weiteres Programm dieser Institution. IDECA möchte einen von den Kirchen möglichst unabhängigen Raum für die Erforschung der andinen Kultur bieten. Ziel ist es, einen Beitrag an die Entwicklung eines alternativen Gesellschaftsmodells zu leisten, in dem die andine Kultur ihren Platz hat und die nötige Wertschätzung findet. IDECA verfügt über ein vielseitiges professionelles und unabhängiges Team sowie über eine gut bestückte Bibliothek zum Thema andine Kultur und Spiritualität. Es versteht sich als öffentlicher akademischer Dienst, der sich speziell an junge Studierende indigener Herkunft aus der Region Puno richtet. IDECA koordiniert seine Forschungs- und Publikationsaktivitäten mit anderen Institutionen im In- und Ausland, allen voran mit dem ISEAT in Bolivien.

Spirituelles Begleitungs- und Beratungszentrum Emaús - Centro de Espiritualidades Emaús

Sitz: Puno, Dept. Puno
Gegründet: 1999
Trägerverein: Basler Mission
Projekte: 476.1011: Konflikte bewältigen, Gewalt überwinden

Emaús wurde 1999 von katholischen Geistlichen und Laien mit theologischer, ethnologischer, sozialwissenschaftlicher, psychologischer und krankenpflegerischer Grundausbildung gegründet. Es widmet sich in erster Linie der spirituellen sowie praktischen Beratung und Begleitung von Gewaltopfern (häusliche sowie politisch-institutionelle Gewalt). Auf der Basis des christlichen Glaubens wird zuerst immer versucht, einen Versöhnungsprozess einzuleiten. Ist dieser allerdings nicht möglich, werden die Opfer bei der Durchsetzung der nötigen legalen Schritte und deren Konsequenzen professionell beraten und begleitet. Ausser im Beratungs- und Begleitungsdienst ist Emaús auch in der Ausbildung tätig. Es bietet jährlich einen einmonatigen Intensivkurs für Personen an, die mit Gewaltopfern arbeiten. Da Emaús über die Landesgrenzen hinaus einen guten Ruf hat und für seine Professionalität in diesem Bereich bekannt ist, nehmen jährlich um die 30 Personen aus verschiedenen Ländern Lateinamerikas am Ausbildungskurs teil. In einem weiteren Ausbildungsangebot bildet Emaús auch Personen aus der Region aus, die in ihrem beruflichen Alltag mit Gewaltopfern arbeiten. Ausser in Puno unterhält Emaús auch eine Beratungs- und Begleitungsstelle in Lima. Im Rahmen des Kooperationsprogramms 2009 bis 2012 wird Mission 21 Emaús ab 2010 im Bereich der spirituellen sowie rechtlichen Begleitung und Beratung unterstützen.