{"id":20651,"date":"2026-06-15T14:39:53","date_gmt":"2026-06-15T12:39:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mission-21.org\/?p=20651"},"modified":"2026-06-15T15:14:21","modified_gmt":"2026-06-15T13:14:21","slug":"ebola-virus-bedrohung-auch-fuer-den-suedsudan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mission-21.org\/fr\/news\/ebola-virus-bedrohung-auch-fuer-den-suedsudan\/","title":{"rendered":"Virus Ebola \u2013 L'\u00e9cole de sages-femmes r\u00e9agit face \u00e0 la menace"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Menschen im S\u00fcdsudan stehen vor einer neuen Bedrohung. Der Ausbruch des Ebola-Virus mit bisher rund 900 F\u00e4llen im s\u00fcdlichen Nachbarland Kongo-Kinshasa l\u00f6st Besorgnis aus. Das Gesundheitssystem ist stark geschw\u00e4cht \u2013 auch aufgrund der weggefallenen Beitr\u00e4ge von USAID. Mission 21 unterst\u00fctzt eine Hebammenschule in Juba. Der Leiter Geoffrey Omari m\u00f6chte die Absolventinnen der Schule f\u00fcr Pr\u00e4vention und Sensibilisierung einsetzen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Ebola-Ausbruch in Kongo-Kinshasa bedeutet eine existenzielle Bedrohung f\u00fcr den S\u00fcdsudan. Im Land selbst wurden bis Mitte Juni zwar keine Ebola-F\u00e4lle registriert. Doch die Krankheit hat von Kongo-Kinshasa bereits nach Uganda \u00fcbergegriffen, das ebenfalls an den S\u00fcdsudan grenzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gesundheitssystem des S\u00fcdsudans wurde durch den USAID-R\u00fcckzug stark geschw\u00e4cht. Dringend ben\u00f6tigte Medikamente sind nicht mehr vorr\u00e4tig; zahlreiche Menschen haben ihre Stelle bei medizinischen Organisationen verloren. Dorina Waldmeyer, Programmverantwortliche S\u00fcdsudan von Mission 21, sagt: \u00abDrei Viertel der Menschen im S\u00fcdsudan sind auf humanit\u00e4re Hilfe angewiesen. Dazu z\u00e4hlen vor allem Lebensmittel, aber auch Medikamente und andere Produkte des t\u00e4glichen Lebens.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p>Mission 21 unterst\u00fctzt eine Hebammenschule in der Hauptstadt Juba, die eine wichtige Ausbildungsst\u00e4tte ist im Einsatz gegen die hohe Kinder- und M\u00fcttersterblichkeit im S\u00fcdsudan. Angesichts der neuen Bedrohung durch das Ebola-Virus zeigt sich der Leiter der Schule, Geoffrey Omari, im Gespr\u00e4ch besorgt, aber auch engagiert. Er m\u00f6chte mit Schulungen und Aufkl\u00e4rungsarbeit dazu beitragen, die Ausbreitung des Ebola-Virus einzud\u00e4mmen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Geoffrey Omari, welche Auswirkungen hat der Ebola-Ausbruch f\u00fcr die Hebammenschule? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind im Alltag bereits indirekt betroffen. Wegen der Kontrollen an der Grenze von S\u00fcdsudan und Uganda, woher ein grosser Teil unserer Versorgung kommt, erreichen uns viel weniger Waren aus Uganda. Das f\u00fchrt zu h\u00f6heren Preisen f\u00fcr Lebensmittel und damit f\u00fcr uns deutlich h\u00f6here Kosten f\u00fcr die Verpflegung unserer Internatssch\u00fclerinnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Werden konkrete Anpassungen am Ausbildungsprogramm vorgenommen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben die Vermittlung von Infektionspr\u00e4vention im Unterricht verst\u00e4rkt. Das Programm l\u00e4uft ansonsten wie gewohnt, und wir erwarten, das Semester am 3. Juli abzuschliessen. Im Moment bereiten wir die Studierenden auf ihre Pr\u00fcfungen am Ende des Semesters vor. Ich bin optimistisch, dass sich die Situation bis zu den Ferien nicht wesentlich ver\u00e4ndern wird. Gleichzeitig bleiben wir wachsam, falls sich die Lage verschlechtern sollte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie stehen auch mit Hebammen in Kontakt, die ihre Ausbildung an der Schule abgeschlossen haben. Arbeiten einige von ihnen auch in Grenzregionen, in denen sie einem hohen Risiko ausgesetzt sind?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Absolventinnen sind im ganzen S\u00fcdsudan t\u00e4tig. Gl\u00fccklicherweise jedoch nicht in Hochrisikogebieten, und niemand arbeitet in Kongo-Kinshasa. Einige wenige sind auf ugandischer Seite t\u00e4tig, wo Grenzscreenings und Einschr\u00e4nkungen im grenz\u00fcberschreitenden Verkehr gelten; um sie mache ich mir Sorgen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Haben Sie Massnahmen angedacht, um auf die aktuelle Situation zu reagieren?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich entwickle auch eine Strategie, um das Bewusstsein der Hebammen zu st\u00e4rken. Wir m\u00f6chten Gesundheitserziehung in Einrichtungen in Juba sowie in der Presbyterianischen Kirche anbieten. Mit Materialien zur Gesundheitsaufkl\u00e4rung zu \u00fcbertragbaren Krankheiten, einschliesslich Ebola, sowie mit Screening-Aktivit\u00e4ten sollen Grundschulen, Sekundarschulen und Colleges der Presbyterianischen Kirche im ganzen S\u00fcdsudan erreicht werden. In den Kirchgemeinden in diesen Regionen arbeiten wir mit unseren Absolventinnen zusammen und st\u00e4rken ihre F\u00e4higkeiten, damit sie im Bedarfsfall reagieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was k\u00f6nnte ein Ebola-Ausbruch f\u00fcr die Hebammen vor Ort bedeuten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Falls Ebola den S\u00fcdsudan erreichen sollte, m\u00fcssten wir unsere Aktivit\u00e4ten vor\u00fcbergehend einstellen und die Arbeit von zu Hause aus organisieren, um das Ansteckungsrisiko zu verringern. Ich hoffe sehr, dass es nicht so weit kommt. Ebola-Ausbr\u00fcche sind unberechenbar, und wenn sich die Krankheit ausbreitet, k\u00f6nnen die Folgen schwerwiegend sein, weil sowohl Sterblichkeit als auch Krankheitslast hoch sind. Wir m\u00fcssen fr\u00fchzeitig und wirksam Massnahmen zur Infektionspr\u00e4vention umsetzen, dann k\u00f6nnen wir das Risiko m\u00f6glicherweise erheblich senken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Trotz der Bedrohung wirken Sie optimistisch. Was gibt Ihnen die Hoffnung, dass Sie das Programm weiterf\u00fchren, und Massnahmen wirksam umsetzen k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Ministerium verf\u00fcgt \u00fcber eine klare Politik und einen Reaktionsmechanismus f\u00fcr den Fall, dass ein Fall festgestellt wird. Auch die Screening-Massnahmen an den Grenzen, insbesondere f\u00fcr Bewegungen aus Kongo und Uganda in den S\u00fcdsudan, geben mir Zuversicht. Wenn alles weiterhin nach Plan verl\u00e4uft und wir die Massnahmen zur Infektionspr\u00e4vention wie vorgesehen umsetzen, glaube ich, dass wir die Situation bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen. Das gibt mir Hoffnung.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Interview: Lukas Geer<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Menschen im S\u00fcdsudan stehen vor einer neuen Bedrohung. Der Ausbruch des Ebola-Virus mit bisher rund 900 F\u00e4llen im s\u00fcdlichen Nachbarland Kongo-Kinshasa l\u00f6st Besorgnis aus. Das Gesundheitssystem ist stark geschw\u00e4cht \u2013 auch aufgrund der weggefallenen Beitr\u00e4ge von USAID. Mission 21 unterst\u00fctzt eine Hebammenschule in Juba. 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