Hoffnungsschimmer im Südsudan

Am 5. August 2018 wurde im Südsudan ein Friedensabkommen unterzeichnet, das vielen Hoffnung gibt. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass solche Waffenstillstandsabkommen äusserst brüchig sind. Dennoch glauben viele, dass dieses Abkommen halten wird. Warum?

Hauptursache für den Krieg im Südsudan war der Konflikt innerhalb der Politikerelite zwischen dem Präsidenten Salva Kiir und den Rebellen, angeführt vom ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar. Nun scheinen die jahrelangen, mühsamen Friedensbemühungen im Südsudan, vor allem durch kirchliche Akteure, Früchte zu tragen. Bis jetzt halten sich die Parteien an das Waffenstillstandsabkommen. Am 31. Oktober 2018 wurde deswegen eine grosse Friedensfeier veranstaltet. Die Feier weckte Erinnerungen an den Juli 2011, als der Südsudan als unabhängig erklärt wurde. Eine Teilnehmerin sagt beispielsweise: "Ich kann nicht verbergen, dass ich gerade sehr glücklich bin. Wir alle haben viel durchgemacht und uns nach diesem Tag gesehnt. Nun ist er da."

Bekenntnisse zum Friedensabkommen

Tausende von Menschen kamen in Südsudans Hauptstadt Juba zusammen, um den Frieden zu feiern. Einige wollten auch einfach sehen, ob Riek Machar tatsächlich kommen würde. Und er kam. In seiner Rede betonte er, dass er am Friedenabkommen festhalten wolle und forderte Präsident Kiir dazu auf, alle politischen Gefangenen freizulassen.

Der mehr als fünf Jahre dauernde Bürgerkrieg hat über 400'000 Menschen das Leben gekostet, Tausende mussten fliehen. Aufgrund des Krieges konnten viele Menschen ihre Felder nicht mehr bebauen und in vielen Teilen des Landes gab es Hungersnöte.

Versöhnungsarbeit von höchster Bedeutung

Mission 21 engagiert sich seit vielen Jahren gemeinsam mit den Partnern vor Ort für die Friedensarbeit und arbeitet auch im Bereich Versöhnung und Trauma-Heilung. Angesichts der zahlreichen Untaten im Krieg muss nun Versöhnungsarbeit geleistet werden. Im Südsudan leben rund 64 Ethnien. Das Misstrauen zwischen den einzelnen Gruppen ist durch den Konflikt gewachsen. Insbesondere durch die Instrumentalisierung der Gruppenzugehörigkeit durch den Präsidenten Salva Kiir und den Oppositionsführer Riek Machar, die den Ethnien der Dinka, respektive den Nuer angehören.

Präsident Salva Kiir entschuldigte sich in seiner Rede zum ersten Mal im Namen der Regierung für das Leid, das der Bevölkerung angetan wurde und unterstrich die Notwenigkeit, dass das Abkommen von allen Seiten mitgetragen wird. Eine wichtige Botschaft an die Bevölkerung, die grosse Verluste erlitten hat. Die Friedensfeier war auch deshalb wichtig, weil die Bevölkerung endlich wieder einmal zusammen feiern konnte.

► Ganzer Text von Silvano Yokwe Alison, Journalist aus Juba (Englisch)

► Informationen zur Friedensarbeit von Mission 21 im Südsudan