Corona Update: Südafrika

Der Umgang mit der Corona-Pandemie stellt Südafrika vor grosse Herausforderungen. Viele Menschen haben durch den Lockdown ihre Lebensgrundlagen verloren und hungern. Pfarrer Godfrey Cunningham, seit 2016 Präsident der Herrnhuter Brüdergemeine in Südafrika, berichtet von zunehmender Armut und Gewalt.

"Unser Land steckt im Chaos, anders kann ich es nicht nennen," sagt Pfarrer Godfrey Cunningham. Rund 55 Prozent der Südafrikaner*innen leben in bitterer Armut und sind sehr verletzlich. Es bleibt ungewiss, wie die Regierung die Infektionszahlen tief und gleichzeitig die Wirtschaft am Laufen halten kann. "Korruption, Gewalt, Gewalt gegen Frauen und Kinder und Armut sind an der Tagesordnung", sagt Godfrey Cunningham. 

Wichtige Rolle der Kirchen

Die Herrnhuter Brüdergemeine ist über ganz Südafrika verstreut und besteht aus vielen ländlichen Gemeinden. Als Präsident versucht Godfrey Cunningham, die Erwartungen zu erfüllen, stark zu bleiben und möglichst vielen Menschen zu helfen, aber auch er kommt an seine Grenzen. Die Verluste der Einnahmen haben starke Auswirkungen auf die Arbeit in der Gemeinde. Doch Godfrey Cunningham ist überzeugt, dass die Kirchen eine entscheidende Rolle bei der Sorge um das spirituelle, emotionale und materielle Wohlergehen der Menschen in Südafrika spielen. Er ruft deshalb die Regierung dazu auf, Pfarrpersonen, Mitarbeitende und Freiwillige stärker in die Unterstützung bei der Bekämpfung der Corona-Krise mit einzubeziehen.

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