Corona-Update: Südkorea

Durch die Pandemie wächst in Südkorea die Bedeutung der Digitalisierung. Meehyun Chung, ehemalige Leiterin der Stabsstelle Frauen und Gender von Mission 21, schreibt im Corona-Update, wie Südkorea mit der Krise umgeht und was die Bevölkerung neben dem Virus noch beschäftigt.

Südkorea zählt 14‘269 Infektionen durch Covid-19 und 300 Tote. Obwohl die aktuellen Ansteckungszahlen tief sind, ist Normalität noch nicht wieder eingekehrt. Jedoch profitiert Südkorea von seiner sehr gut ausgebauten IT-Infrastruktur. «Die digitale Technologie ermöglicht uns trotz Distanz viele Dinge, auch Konzerte und Veranstaltungen, durchzuführen,» schreibt Meehyun Chung aus Südkorea im Corona-Update.

Meehyun Chung ist Universitätskaplanin und Professorin für Systematische Theologie an der Yonsei Universität in Seoul. Von 2005 bis 2012 leitete sie die Stabsstelle Frauen und Gender von Mission 21 in Basel. Sie hat die Auswirkungen auf die Kirchen ihres Landes aufmerksam beobachtet und stellt fest, dass die Kirchen in Südkorea durch die Pandemie eine Chance hätten, «über den Inhalt unseres Christentums nachzudenken und die wachstumsorientierte Haltung zu korrigieren».

Wunsch nach Vereinigung

Meehyun Chung erinnert in ihrem Bericht zudem an den fragilen Waffenstillstand mit dem Nachbarn im Norden: «Der Wunsch nach Versöhnung zwischen Nord-und Südkorea ist gross.» Am 25. Juni 2020 war der 70. Jahrestag des Ausbruchs der Koreakriegs, doch ein Friedensabkommen ist noch immer nicht in Sicht. Die Presbyterianische Kirche der Republik Korea (PROK) hat anlässlich des Gedenktags einen eindrücklichen Friedensmarsch durchgeführt. Mit ihrer Kirche, der PROK, ruft Meehyun Chung zu «Heilung und Vereinigung» auf. Sie hält an der Hoffnung auf dauerhaften Frieden fest. 

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