DR Kongo: Unterstützung für die ländliche Bevölkerung

Auch in der DR Kongo wurde im März der nationale Notstand wegen der Corona-Pandemie ausgerufen. Die Einschränkungen verunsichern die Menschen. Doch auf dem Land kommt kaum Unterstützung von der Regierung. Hier hilft eine Partnerkirche von Mission 21 und informiert die Bevölkerung.

Die Massnahmen der kongolesischen Regierung haben grosse Auswirkungen. So wurden im ganzen Land Schulen und Restaurants geschlossen, und Versammlungen von über 20 Personen sind verboten – also auch reguläre Gottesdienste. Zudem ist der Verkehr in und aus der Hauptstadt Kinshasa gesperrt. Auch ausserhalb der Stadt sind die Transportmöglichkeiten stark eingeschränkt und die Preise der Grundnahrungsmittel sind bereits punktuell am Steigen.

Ein weiteres Problem stellt die Versorgung der Bevölkerung mit wichtigen Informationen zum Virus dar. In der Provinz Kwango verfügen nur wenige Menschen über ein Radio. Der Zugang zum Internet ist praktisch für niemanden erschwinglich. Um die besonders betroffene Bevölkerung auf dem Land zu informieren, wurde unsere Partnerkirche CEK aktiv. Der Service de Santé (SSC) der CEK ist in der Provinz Kwango tätig und führt dort nun Sensibilisierungskampagnen durch.

Ein Eingriff in das alltägliche Leben

Generell sind die ländlichen Provinzen nicht auf dem Radar der Regierung, wenn es um vorbeugende Massnahmen gegen das Corona-Virus geht. Der Hauptfokus liegt auf Kinshasa. Umso mehr ein Grund für die CEK, über den SSC mit präventive Massnahmen und Sensibilisierungskampagnen in der Kwango-Region tätig zu werden.

Das ist aber nicht immer einfach, denn viele Menschen wollen das Virus ignorieren und haben Probleme, das Wort Corona überhaupt in den Mund zu nehmen. Schon der Alltag stellt viele vor genügend Herausforderungen, und die Vorstellung, dass durch das Corona-Virus grössere Veränderungen bevorstehen, ängstigt viele. Die Fachleute vom SSC erklären den Menschen, warum es wichtig ist, die Hände zu waschen und sich an Abstandsregeln zu halten. In mehreren Teams besuchen sie die Menschen in den Dörfern und erklären ihnen mit Bildern oder mit Informationsflyern, mit welchen Massnahmen sie sich vor dem Corona-Virus schützen können.

Multiplikatoren im Einsatz auf dem Land

Getestet wird in der DR Kongo kaum und wenn, dann ebenfalls nur in Kinshasa. Die SSC setzt deshalb im Kwango Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ein, also Personen, die die wichtigsten Informationen zum Krankheitsverlauf von Covid-19 und den Präventionsmassnahmen gegen das Virus in einem bestimmten Umkreis verbreiten.

Die offiziellen Hinweise der Regierung sind mehr oder weniger dieselben wie bei uns in der Schweiz. Zudem wird zur Vorsicht im Kontakt mit lebenden und toten Tieren geraten. Der SSC hat sein Informationsmaterial an die Landbevölkerung angepasst und einige Punkte hinzugefügt:

  • Falls keine Seife mehr vorhanden ist, waschen Sie Ihre Hände mit Asche, den Wurzeln unserer Büsche, die wie Seife (kuanda) schäumen und achten Sie dabei darauf auch die Zwischenräume zwischen den Fingern und den Nägeln gründlich zu reinigen.
  • Vermeiden Sie Begrüssungen und Umarmungen mit Passanten
  • Vermeiden Sie Reisen in andere Dörfer

Die Präventionsarbeit des SSC im Kwango zum Corona-Virus ist wichtig für die dortige Bevölkerung. Denn der SSC passt seine Informationen ganz konkret auf das Leben und den Alltag der Menschen in der Region an und ergänzt die Informationen der Regierung. Damit erleichtert der SSC den Menschen die Umsetzung der Massnahmen und leistet so einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit der Bevölkerung.

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