Ein Hoffnungsschimmer – Erfahrungen aus dem Krieg in Kamerun

In der Ukraine verlieren täglich Menschen ihr Leben. Wir sind alle schockiert vom unnötigen Leid direkt vor unserer Haustüre. In manchen unserer Projektländer sind die Schrecken des Krieges – oft fernab der medialen Aufmerksamkeit – leider zur traurigen Routine geworden. Zum Beispiel in Kamerun, wo 2016 ein jahrzehntealter Konflikt zum Bürgerkrieg eskalierte. Von dort schreibt unser Mitarbeiter Lumumba Mukong eine Botschaft der Hoffnung und Zuversicht an die Menschen in der Ukraine und in Europa.

"Nur vier Menschen sind getötet worden, fahren Sie weiter", ruft uns ein junger Mann mitten in Bamenda zu, als wir anhalten wollen, weil eine Blutlache auf der Straße liegt und sich langsam eine Menschenmenge bildet. "Vielleicht ist es nur Tierblut. Wir ermitteln noch", sagt ein Soldat in der Nähe abweisend. "Wir sind von der Armee genervt. Sie machen uns sehr wütend", sagt ein junger Motorradtaxifahrer.

Das Leben und Arbeiten in einem solchen Umfeld ist traumatisierend. Manchmal sind die Schrecken des Krieges demotivierend und hindern einen daran, sein volles Potenzial zu entfalten. Anderen zu helfen, mit dem Trauma des Krieges fertig zu werden, während man selbst Opfer ist, war eine der größten Herausforderungen. Wir haben es jedoch geschafft, indem wir uns bewusst bemüht haben, positiv zu bleiben, die Zuversicht nicht zu verlieren, zu beten und auf Gott zu vertrauen; in der Hoffnung, dass trotz der aktuellen Herausforderungen bessere und friedliche Tage vor uns liegen.

Darüber hinaus gibt es weitere nützliche Tipps, um mit dem anhaltenden Trauma des Krieges fertig zu werden:

  1. Sprechen Sie darüber. Wenn Sie mit anderen darüber sprechen, können Sie Stress abbauen und feststellen, dass andere Ihre Gefühle teilen.
  2. Viel Ruhe und Bewegung
  3. Begrenzung des Kontakts mit Bildern des Krieges.
  4. Etwas Positives tun, zum Beispiel den Bedürftigen und Vertriebenen helfen. Jemandem Hoffnung zu geben und ihm ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, lässt einen glauben, dass es Hoffnung gibt und die zerrüttete Gemeinschaft wieder ganz sein kann
  5. Bitten Sie um Hilfe, wenn Sie sich überfordert fühlen. Um Hilfe zu bitten, ist kein Zeichen von Schwäche. Sprechen Sie mit einem vertrauenswürdigen Verwandten, Freund, Berater oder Seelsorger.

Inmitten des Chaos und der ungewissen Zukunft glaube ich immer noch daran, dass Frieden möglich ist und bessere Tage vor uns liegen. Frieden ist der Weg, den wir einschlagen, um Wachstum und Wohlstand in einer Gesellschaft zu erreichen. Wenn wir keinen Frieden haben und nicht versuchen, in Harmonie zu leben, wird es unmöglich sein, politische Stärke, wirtschaftliche Stabilität und kulturelles Wachstum zu erreichen.

Ein Krieg kann nicht erreichen, was der Frieden kann.