Neue Veranstaltungsreihe zur Missionsgeschichte

Mission 21 lanciert neue Webinare zu „Mission im Kontext von Sklaverei und Kolonialismus“. Wir tragen mit diesem neuen Format weiterhin zur kritischen Aufarbeitung der Rolle christlicher Missionsgesellschaften bei. In zwei ersten Online-Veranstaltungen am 28. April und 27. Mai geht es um die Herrnhuter Brüdergemeine, die Basler Mission und um die Kolonisation Liberias.

Die Geschichte christlicher Missionen im Kontext von Sklaverei und Rassismus lohnt eine vertiefte Auseinandersetzung. Mission 21 startet unter dem Titel "Mission - Slavery - Colonialism Revisited" eine neue Weiterbildungsreihe mit Webinaren. Darin beleuchten Expertinnen und Experten aussagekräftige Aspekte des Themenkomplexes Mission, Sklaverei und Kolonialismus in spannenden Referaten. Danach stehen sie im Gespräch mit den Teilnehmenden Rede und Antwort. Die zentrale Frage dieser Reihe ist: Was können wir aus einer differenzierten Betrachtung der historischen Verflechtungen und Konflikte von Mission mit Kolonialismus und Sklaverei für unseren heutigen Umgang mit Rassismus und Diskriminierung lernen?

Mission und Sklaverei – am Mittwoch, 28. April 2021, von 18-19.30 Uhr

Im ersten Webinar zum Thema „Mission und Sklaverei“ werden gleich zwei Referierende Beiträge bieten. Der Historiker Jan Hüsgen zeigt auf, dass Sklaverei und Mission in der Karibik eng verflochten waren, als die Herrnhuter Brüdergemeine im 18. Jahrhunderts dort ihre Missionstätigkeit begann. Unter dem Titel “Inseln der Menschlichkeit?” nähert sich Hüsgen dem Leben versklavter Menschen in der Mission der Brüdergemeine an und untersucht, wie sich das Verhältnis von Sklaverei und Mission bis etwa 1850 entwickelte.

Den Blick auf die Basler Mission lenkt die Historikerin Andrea Rhyn mit dem Referat “Gegen das christliche Moralgesetz”. Sie beschäftigt sich mit der Haltung der Basler Mission in den 1860er Jahren gegenüber der Sklaverei an der Goldküste (heute Ghana). Während die Missionsleitung in Basel klar verlangte, diese abzuschaffen, wurden die unfreien sozialen Abhängigkeitsverhältnisse durch einige Missionare vor Ort geduldet. Aus diesem Widerspruch zeichnet Rhyn ein differenziertes Bild verschiedener Haltungen.

Mission und Kolonialismus – am Donnerstag, 27. Mai 2021, von 18-19.30 Uhr

Die US-Historikerin Emily Conroy-Krutz forscht zur amerikanischen Geschichte des 19. Jahrhunderts. Im Vortrag "Christlicher Imperialismus in der amerikanischen Kolonisation Liberias“ spricht sie über die frühen Jahren der liberianischen Kolonie. Sie untersucht die Arbeit weisser und schwarzer Missionare sowie Konflikte zwischen Missionaren und Kolonialregierung (Vortrag auf Englisch mit deutscher Übersetzung).

Die Teilnahme an den Zoom-Webinaren ist kostenlos. 

► „Mission und Sklaverei“: Mittwoch, 28. April, 18-19.30 Uhr - Details und Registrierung

► „Mission und Kolonialismus“: Donnerstag, 27. Mai, 18-19.30 Uhr - Details und Registrierung