Tansanias Präsident John Magufuli gestorben

Am Abend des 17. März wurde der Tod von John Magufuli, seit 2015 Staatspräsident in Tansania, bekannt gegeben. Vizepräsidentin Samia Suluhu Hassan rief zu Staatstrauer auf. Die Nachricht über den Tod des Präsidenten löste bei der Bevölkerung Bestürzung aus. Die Partnerkirche von Mission 21 in Tansania, die Moravian Church, bat die Menschen, für die Einheit des Landes zu beten.

Nach Angaben der Regierung starb Dr. John Pombe Magufuli im Alter von 61 Jahren an einem Herzleiden. Zuvor war Magufuli 18 Tage lang nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten. Es mehrten sich in sozialen Medien und in der ausländische Presse die Spekulationen, ob er mit dem Coronavirus infiziert sein könnte. Magufuli hat selbst lange die Gefahren durch die Pandemie heruntergespielt. Stattdessen betonte er, dass es keine Corona-Fälle im Land gebe - selbst zu einem Zeitpunkt, als bereits viele Spitäler überfüllt waren und auch die Anzahl der Abdankungen im gesamten Land rapide anstieg.

Die Nachricht über den Tod von Präsident John P. Magufuli hat bei den Menschen in Tansania Bestürzung ausgelöst. Pfr. Willey Mwasile, Präsident der Moravian Church in Mbeya, Partnerkirche von Mission 21, hat mit Betroffenheit reagiert. „Wir sind in grosser Trauer über den Verlust des Präsidenten der Vereinigten Republik Tansania. Wir rufen auf zum Gebet für seine Familie und für die Einheit unseres Landes“.

Samia Suluhu Hassan als Nachfolgerin Magufulis vereidigt

Laut Verfassung übernimmt die bisherige Vizepräsidentin Samia Suluhu Hassan, 61, das Amt als Staatspräsidentin. Samia Suluhu Hassan wurde am 19. März vom obersten Richter des Landes vereidigt. 

„Mama Samia“, wie die 61-Jährige von der Bevölkerung ehrfurchtsvoll genannt wird, war seit 2015 Vizepräsidentin des Landes. Gemäss tansanischer Verfassung folgt sie automatisch auf den verstorbenen Magufuli und kann das Amt bis zur nächsten Wahl im Jahr 2025 ausüben.

Sie ist die erste Frau im obersten Staatsamt und aktuell die einzige Präsidentin an der Spitze eines afrikanischen Staates. Ihre Kollegin Sahle-Work Zewde in Äthiopien hat nur eine zeremonielle Funktion. 

Aufruf zur Einigkeit in Tansania

Samia Suluhu Hassan stammt aus der halbautonomen Insel Sansibar und ist damit auch die erste Sansibari im obersten Staatsamt der Vereinigten Republik Tansania. Sie hat unter anderem in Indien, England und den USA studiert und gilt als eine besonnene und engagierte Politikerin. In ihrer Ansprache nach der Vereidigung verkündete sie eine 21-tägige Staatstrauer nach dem Tod ihres Vorgängers. Ausserdem rief sie in ihrer ersten Ansprache zur Einigkeit im Land auf: „Lasst uns miteinander vorrangehen“. Sie betonte auch, dass ihr der Amtseid nicht leicht falle: „Es ist heute kein guter Tag um zu euch zu sprechen. Denn ich habe eine Verletzung in meinem Herzen. Der Eid, den ich heute geleistet habe, unterscheidet sich von früheren Eiden“, so Hassan, „Diese habe ich mit Freude abgelegt. Heute aber habe ich das höchste Staatsamt in einer Zeit der Trauer übernehmen müssen.“

Eine der ersten Aufgaben wird die Besetzung von wichtigen Posten in der Regierung sein. Als muslimische Präsidentin aus Sansibar wird sie dem Parlament gemäss der bisher praktizierten regionalen und religiösen Ausgewogenheit vermutlich einen christlichen Mann vom tansanischen Festland zur Wahl als Vizepräsidenten vorschlagen.

Mission 21 in Tansania seit Jahrzehnten engagiert

Die Tätigkeit von Mission 21 in Ostafrika hat Wurzeln, die 130 Jahre zurückreichen. Missionare der Herrnhuter Mission, einem Trägerverein von Mission 21, begannen 1891 ihre Arbeit im entlegenen südtansanischen Hochland. Gemeinsam mit unseren beiden Partnerkirchen, der Südwest- und der Südprovinz der Moravian Church in Tanzania, engagiert sich Mission 21 für benachteiligte Menschen. In ländlichen Regionen, in denen die staatliche Fürsorge oft nicht greift, unterhalten unsere Partnerkirchen Projekte für eine gerechtere Gesellschaft. Schwerpunkte sind Bildung und Gesundheit, insbesondere für Waisen und zur Förderung von Frauen. Mission 21 ist zuversichtlich, dass die Projektarbeit im bisherigen Rahmen weitergeht; wir werden weiterhin gemeinsam mit unseren Partnerkirchen benachteiligte Menschen in Tansania unterstützen.

Text: Johannes Klemm, Programmverantwortlicher Tansania, Foto: Paul Kagame/flickr.com

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