Bolivien, Landwirtschaft und Existenzsicherung

Ausgewogene Ernährung und Steigerung des Familieneinkommens

Projektnummer: 420.1016

Das Projekt unterstützt Bauernfamilien in der Gemeinde Sorata dabei, ihr Einkommen zu steigern und sich ausgewogener und gesünder zu ernähren. Viele von ihnen sind arm und leiden an Mangelernährung. Geführt wird das Projekt von der Stiftung Uñatatawi (FUNDAWI), Partnerorganisation von Mission 21. FUNDAWI betreute bis 2013 ein ähnliches Projekt in der Provinz Caranavi. Heute führen es die Bauern dort selbständig weiter. Die bisherigen positiven Erfahrungen werden nun auf die Gemeinde Sorata in der Provinz Larecaja des Departements La Paz übertragen.

Hintergrundinformationen

Trotz der 1952 eingeleiteten Agrarreform können viele Bauernfamilien im Hochland Boliviens nicht vom Ertrag leben, den sie auf ihren Feldern erwirtschaften. Ein Teil der Hochlandbevölkerung ist in den letzten Jahrzehnten in die subtropischen und tropischen Zonen des Landes abgewandert, zum Beispiel nach Sorata. Mit ihrem subtropischen Klima wäre die Gemeinde für landwirtschaftlichen Anbau gut geeignet. Aus verschiedenen Gründen ist die Rentabilität im Landwirtschaftssektor jedoch stark gesunken: fehlende Entwicklungsstrategien, Bodenerosion und abnehmende Bodenfruchtbarkeit sowie die Abwanderung vieler Männer in die Minen führen zu Ertragsverlusten. Für jene, die zurückbleiben (Frauen, Kinder, ältere Personen), haben sich die Lebensbedingungen erheblich verschlechtert. Mit einem monatlichen Familieneinkommen von zirka 30 Schweizer Franken leben 86 Prozent der Bevölkerung von Sorata in Armut. Ein Grossteil der Menschen ist chronisch mangelernährt. Die Auswirkungen sind schwerwiegend, da der Körper auf unzureichende Ernährung mit eingeschränkter körperlicher und geistiger Aktivität reagiert. So stehen die Chancen für eine wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Region schlecht.

Projektziele

Ziel 1: Durch die Anwendung agroökologischer Methoden und Anpassungsstrategien an den Klimawandel erzielen die Bauernfamilien quantitativ und qualitativ bessere Ernten.

Ziel 2: Die Bauernfamilien verkaufen ihre Überschüsse auf lokalen und regionalen Märkten und bessern dadurch ihr Familieneinkommen auf.

Ziel 3: Innerhalb der Produzentenorganisationen APEMUS und APIAFI herrscht Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern bezüglich Mitbestimmung und Zugang zu Ressourcen.

Zielgruppen

• 86 Bauernfamilien aus acht Weilern der Gemeinde Sorata: Chihuani (44 Familien), Palcapampa (6 Familien) Choquecoa (8 Familien), Moyobamba (3 Familien), Karani (16 Familien), Huañajahuira Choro (7 Familien), Tahana (10 Familien) und Chejje (10 Familien)

• Drei Produzentenorganisationen: APEMUS, APIAFI und APASAP

Aktivitäten

• Schulung und Begleitung der Bauernfamilien in agroökologischen Produktionsmethoden und Anpassungsstrategien an den Klimawandel

• Schulung zur gesunden Ernährung u.a. mithilfe von Kochkursen

• Schulung der Produzentenorganisationen in Organisationsentwicklung und Weiterverarbeitung von Produkten

• Begleitung und Beratung bei Kreditbeantragungen für Anschaffungen sowie bei der Erschliessung lokaler und regionaler Märkte

Projektfortschritt

Ziel 1: Agroökologische Methoden verwenden

  11 Familien produzieren über 75% biologisch.

  33 Familien produzieren zwischen 51 und 75% biologisch.

  24 Familien produzieren zwischen 25 und 50% biologisch.

  21 Familien produzieren weniger als 25% biologisch.

  2018 wurden insgesamt 10 agroökologische Methoden angewendet, wie zum Beispiel die Verwendung von organischem Dünger.

  86 Familien konsumieren täglich ihr selbstproduziertes Gemüse.

 

Ziel 2: Einkommen verbessern

  Acht Familien erzeugen durch den Verkauf von Überschüssen mehr als 75% ihres Gesamteinkommens

  16 Familien erzeugen durch den Verkauf von Überschüssen zwischen 51% und 75% ihres Gesamteinkommens.

  41 Familien zwischen erzeugen durch den Verkauf von Überschüssen 25% und 50% ihres Gesamteinkommens.

  21 Familien erzeugen durch den Verkauf von Überschüssen weniger als 25% des Gesamteinkommens.

 

Ziel 3: Chancengleichheit herstellen

  APEMUS und APASAP werden von Frauen geleitet.

  40% der Mitglieder und somit der weitergebildeten Personen sind Frauen.