Japan, Bildung

Austausch mit dem Sozialhilfswerk KISWEC

Projektsumme: CHF 9'000
Projektnummer: 232.2415

Das Sozialhilfswerk KISWEC in Kyoto entsendet jährlich ein bis zwei Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter in die Schweiz, wo sie für drei Monate in sozialen Institutionen tätig sind. Sie lernen neue Denk- und Arbeitskonzepte kennen, sammeln Erfahrungen und erweitern ihren Horizont. Der Austausch ist eine wertvolle Möglichkeit, die berufliche Ausbildung zu ergänzen und Fachkompetenz zu stärken. Impulse aus den Praktika fliessen in die eigene Arbeit ein und tragen somit dazu bei, die Betreuung von benachteiligten Menschen zu optimieren.

Hintergrundinformationen

Ein Anfang der 1970er-Jahre errichtetes Sozialzentrum in Kyoto war der Grundstein für das Sozialhilfswerk KISWEC (International Social Welfare Exchange Center). Seit 1976 ermöglicht ein Austauschprogramm Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern aus Kyoto, das Schweizer Sozialwesen kennenzulernen. Dies geschieht während eines Praktikums in einer schweizerischen sozialdiakonischen Einrichtung.

KISWEC hilft Menschen mit Behinderung, ihr Schicksal hoffnungsvoll in die Hand zu nehmen. Es betreibt eine Fachschule für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sozialbereich mit staatlich anerkanntem Diplom sowie berufsbegleitende Kurse. Es unterhält eine heilpädagogische und eine psychologische Beratungsstelle sowie sechs Werkstätten für Menschen mit Behinderung, darunter eine geschützte Recycling-Werkstatt. Seit 2001 besteht ein stiftungseigenes Wohnheim für Menschen mit Behinderung. KISWEC entwickelte den K-shiki-Test, der den Entwicklungsstand von Kindern mit einer Behinderung erfasst und den alle pädiatrischen, heilpädagogischen und erziehungsberaterischen Dienste Japans anwenden. Zudem bereitet KISWEC die japanischen Praktikantinnen und Praktikanten auf die Einsätze in der Schweiz vor.

Projektziele

Die Mitarbeitenden im Sozialwesen sammeln dank des Austauschs Erfahrungen in einem anderen kulturellen Kontext. Dies stellt eine Bereicherung für die eigene Berufstätigkeit und Persönlichkeit dar. Die Impulse aus den Praktika schaffen eine transkulturelle Perspektive in Kyoto und in der Schweiz. Darüber hinaus entsteht durch dieses Projekt eine wichtige Zusammenarbeit zwischen den japanischen und Schweizer Partnern sowie zwischen Sozialwerken und Behörden.

Zielgruppe

Am Austauschprogramm können japanische Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter teilnehmen.

Aktivitäten

Seit 1976 reisen jährlich ein bis zwei Mitarbeitende von Heimen, geschützten Werkstätten und Tagesstätten in die Schweiz, um dort in entsprechenden sozialen Einrichtungen ein dreimonatiges Praktikum zu absolvieren. Besichtigungen in weiteren sozialdiakonischen Institutionen vertiefen den Einblick in das Schweizer Sozialwesen. Das Sozialhilfswerk KISWEC bereitet in Kyoto die angehenden Praktikantinnen und Praktikanten mit Deutsch-Sprachunterricht und einer Einführung in das Schweizer Sozialwesen auf ihren Aufenthalt in der Schweiz vor. Frau Chisako Kawabata war eine der ersten Sozialarbeiterinnen, die am Austausch teilgenommen haben. Heute lebt sie in der Schweiz und begleitet die Praktikantinnen und Praktikanten während ihres Aufenthalts.

Projektfortschritt

Inzwischen hatten bereits über 50 junge Menschen die Gelegenheit, ein Praktikum in der Schweiz zu absolvieren. Sie sammelten trotz sprachlicher Schwierigkeiten wichtige Erfahrungen und nahmen vielfältige Denkanstösse mit nach Japan. Die Teilnehmenden des Austauschprogramms erkannten unter anderem die Wichtigkeit einer entspannten und angenehmen Umgebung für die optimale Betreuung der Menschen mit einer Behinderung. Immer wieder betonten sie, dass der Individualismus der Schweizer Gesellschaft dem Gruppengedanken Japans deutlich gegenüberstehe.

Der Innovationsgeist der Schweizer Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter bei der Betreuung der Menschen mit einer Behinderung beeindruckte viele der jungen Japanerinnen und Japaner. Einige nahmen sich vor, innovative Ideen in ihr Heimatland mitzunehmen und dort umzusetzen.

Projektbilder