Indonesien/Malaysia, Bildung

Berufsausbildung für Jugendliche

Projektsumme: CHF 98'785
Projektnummer: 225.1012

Mission 21 fördert mit diesem Projekt Stipendiatinnen und Stipendiaten aus armen Verhältnissen. Ihre Heimatorte sind häufig abgelegene ländliche Regionen. Mit den Stipendien werden Berufsausbildungen gefördert, die in der jeweiligen Region besonders gefragt sind. In den vergangenen Jahren wurden junge Menschen unter anderem zu Lehrpersonen, Krankenpflegern und Krankenpflegerinnen, Handwerkern und Technikern ausgebildet. Dadurch haben die Jugendlichen später gute Chancen auf einen Arbeitsplatz. Zurzeit erhalten rund 304 christliche wie muslimische Kinder und Jugendliche auf verschiedenen Ausbildungsstufen Stipendien.

Hintergrundinformationen

Für viele Kinder und Jugendliche in ländlichen Gegenden ist der Schulbesuch nicht selbstverständlich. In Dorfschulen fehlt es oft an Lehrkräften. Häufig decken sie nur die Primarstufe ab, sodass Kinder ab der Sekundarschule weite Schulwege auf sich nehmen müssen. Um eine weiterführende Schule zu besuchen, müssen die Jugendlichen in die jeweilige Distrikt- oder Provinzhauptstadt ziehen. Die hohen Kosten für Schulgeld, Schuluniformen, Schulmaterialien sowie Unterkunft und Verpflegung sind für viele Familien aus ländlichen Regionen nicht zu bewältigen. In einigen Gegenden auf Borneo werden immer noch Mädchen als Minderjährige verheiratet. Sie gehen danach in der Regel nicht mehr zur Schule.

Rund 20% der Jugendlichen zwischen 18 und 24 Jahren in Malaysia sind arbeitslos. Eine solide Berufsausbildung ist für den Einstieg in den Arbeitsmarkt ausschlaggebend. Zudem sind gut ausgebildete junge Menschen, die nach der Ausbildung zurück in ihre Heimat gehen, Schlüsselfiguren für eine nachhaltige Entwicklung der Region. Sei es in Positionen wie im Gesundheits- und Schulwesen, in lokalen Parlamenten und Behörden oder in der Privatwirtschaft.

Projektziele

Mission 21 verfolgt zusammen mit ihren Partnerorganisationen das langfristige Ziel, dass sich junge Erwachsene nach Abschluss ihrer Ausbildung in ihrer Gemeinschaft für eine nachhaltige soziale und wirtschaftliche Entwicklung engagieren und ihr gewonnenes Wissen für das Wohl der Gesellschaft einsetzen. Durch eine gut ausgebildete neue Generation kann zudem die hohe Arbeitslosigkeit gesenkt und deren negative Auswirkungen wie religiöser Radikalismus und Kriminalität eingedämmt werden.

Zielgruppen

Vom Projekt profitieren Jugendliche und Kinder aus einfachen Verhältnissen, die sich eine weiterführende Schule nicht leisten können. Zusätzlich vergeben einige Partnerkirchen Sonderstipendien für Mädchen, die durch arrangierte Hochzeiten im Kindesalter in manchen Regionen in Borneo besonders benachteiligt sind.

Aktivitäten

Derzeit werden rund 304 Kinder und Jugendliche christlicher und muslimischer Religionszugehörigkeit mit Stipendien auf verschiedenen Ausbildungsstufen unterstützt. Über die Hälfte sind Mädchen. Die Stipendien werden von einer unabhängigen Stipendienvergabekommission vergeben.

  • Stipendien für Kinder und Jugendliche aus armen Verhältnissen in Indonesien (Kalimantan (Borneo), Java und Papua) und Malaysia (Sabah)

  • Sonderstipendien für Mädchen aus Borneo

  • Foren für Alumni

  • Schülerwohnheime in Papua für Kinder aus abgelegenen Gebieten

Projektfortschritt

Die Partnerorganisationen unterstützen gezielt Berufsausbildungen, die in den jeweiligen ländlichen Herkunftsgebieten besonders gefragt sind. Im entlegenen Waropen (Papua) beispielsweise hat eine Stipendiatin aus der Region ihr Medizinstudium abgeschlossen und arbeitet nun als Ärztin. Eine weitere ehemalige Stipendiatin arbeitet inzwischen als eine der ersten ihrer ethnischen Gruppe überhaupt für die Distrikt-Regierung in Kalimantan. Sie gehört zu den Agabag, in der insbesondere Mädchen häufig nur eine geringe Schulbildung haben und als Minderjährige verheiratet werden.

Ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten waren und sind immer wieder bereit, sich nach abgeschlossener Ausbildung für die Gemeinschaft ihrer Herkunftsregion zu engagieren. Ein gutes Beispiel dafür ist Benny Franklin. Dank eines Stipendiums konnte der Sohn aus einer sehr armen, indigenen Bauernfamilie in Sabah Agronomie studieren. Danach hat er erfolgreich eine eigene Firma gegründet, die ökologischen Dünger herstellt und vertreibt – ein wichtiges Produkt in der landwirtschaftlich geprägten Region. Er gibt jetzt sein Wissen im Bereich Agroökologie und Organisationsentwicklung der ländlichen Bevölkerung weiter.