Bolivien, Landwirtschaft und Existenzsicherung

Ein Leben in Würde für Kleinbauernfamilien (FUNDAPIM)

Projektsumme: CHF 55'000
Projektnummer: 420.1013

Das Projekt setzt sich für die Ernährungssicherung im Nordwesten des Departements La Paz ein. Das abgelegene und schlecht erschlossene Gebiet gehört zu den ärmsten Regionen Boliviens. Hier arbeitet die Stiftung FUNDAPIM (Fundación Proyectos Integrales Mancomunados). Sie engagiert sich für eine integrale und nachhaltige Entwicklung, welche die Kultur der lokalen Bevölkerung respektiert und einbezieht. Verschiedene Massnahmen steigern die landwirtschaftliche Produktivität. Der Verkauf der produzierten Überschüsse verbessert das Familieneinkommen.

Hintergrundinformationen

Mit einem ganzheitlichen Ansatz unterstützt FUNDAPIM die indigene Bevölkerung der Gemeinden Combaya und Tacacoma dabei, wirtschaftliche und natürliche Ressourcen so effizient und umweltschonend wie möglich zu nutzen. Das Projektgebiet liegt in der Provinz Larecaja des Departements La Paz, Bolivien. Die Gemeinde Combaya besteht aus 16 Weilern mit rund 3‘370 Einwohnerinnen und Einwohnern. Tacacoma besteht aus acht Weilern mit knapp über 6000 Einwohnern. Laut dem statistischen Amt leben in der Provinz Larecaja über 90 Prozent der Bevölkerung in Armut.Die Provinz ist abgelegen und schlecht erschlossen. Sie wurde von früheren Regierungen chronisch vernachlässigt, was noch heute stark spürbar ist. Das Gebiet umfasst Höhenlagen zwischen 2000 und 4000 Metern, da es zum Teil auf dem Altiplano liegt, der Hochebene zwischen den beiden Andenketten, und teils in den Tälern, die von den Anden in Richtung Amazonasbecken abfallen. Es besteht daher auch aus verschiedenen Klima- und Vegetationszonen. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen wird FUNDAPIM in der neuen Programmphase ab 2018 die Palette der Produkte verringern, dafür vermehrt auf die Qualität achten.

Projektziele

  • Ziel 1: Die Bauernfamilien wenden in ihren Parzellen agroökologische Methoden an und verfügen über Strategien zum Umgang mit dem Klimawandel.

  • Ziel 2: Die Bauernfamilien haben Zugang zu qualitativ guter und quantitativ ausreichender, ausgewogener Ernährung.

  • Ziel 3: Die Bauernfamilien verkaufen ihre Überschüsse auf lokalen und regionalen Märkten und bessern dadurch ihr Familieneinkommen auf.

Zielgruppen

  • 40 Familien der Gemeinde Combaya (Weiler Sorejaya)

  • 10 Familien der Gemeinde Tacacoma (Weiler Millimbaya)

  • Die Produzentenorganisation APINSAPES (Kartoffel- und Gemüseproduktion) in Sorejaya

  • Eine neue Produzentenorganisation (Gemüse- und Honigproduktion) in Millimbaya

Aktivitäten

Die Finanzmittel von Mission 21 werden hauptsächlich für die Kartoffelproduktion und den Gemüseanbau eingesetzt. Dabei wird stark auf agroökologische Grundsätze geachtet. Die in der vorhergehenden Programmphase ins Leben gerufene Produzentenorganisation APINSAPES wird weiterhin gestärkt und eine zweite Produzentenorganisation im Weiler Millimbaya wird gegründet werden. Im Verbund können die überschüssigen Produkte auf den nahe gelegenen Märkte zu besseren Bedingungen verkauft werden. Der Verkauf dieser Produkte ermöglicht ein bescheidenes Zusatzeinkommen und leistet damit einen Beitrag zur Existenzsicherung.

Projektfortschritt

  • Ein grosser Teil der Zielbevölkerung konnte für den agroökologischen Anbau gewonnen werden: 100% praktizieren die Fruchtfolge, 100 % düngen ihre Weiden ausschliesslich mit Kuhmist, 50 Prozent verzichten konsequent auf chemische Dünger bzw. Pestizide. Als Alternative werden eigenproduzierter Kompost und selbsthergestellte Pflanzenschutzmittel verwendet.

  • Die ladwirtschaftliche Produktion konnte gesteigert werden: Kartoffelproduktion um bis zu 50 Prozent, Milch von zwei oder drei Litern pro Tag und Kuh auf sechs bis sieben Liter pro Tag und Kuh.

  • Durch die Weiterverarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte haben die Familien ihr Einkommen gesteigert. Beispiel: durch den Verkauf von Joghurt generiert jede Familie täglich ein Zusatzeinkommen von circa CHF 2.80.- pro Tag.

  • Vier Produzentenorganisationen wurden in der Gemeinde Combaya bisher ins Leben gerufen. Dank ihnen können die Familien ihre Erzeugnisse zu besseren Bedingungen verkaufen. Der Verkauf von Kartoffeln konnte um 50 Prozent und der Verkauf von Milchprodukten (Joghurt und Frischkäse) um 40 Prozent gesteigert werden.