Peru, Bildung

Einsatz für die Rechte indigener Frauen (IDECA)

Projektnummer: 476.1008

Menschen indigener Herkunft sind in der Region Puno benachteiligt: Sie haben wenig Einfluss auf politische Entscheidungen und sind auch wirtschaftlich schlechter gestellt. Insbesondere Frauen werden diskriminiert. Das Projekt stärkt deshalb indigene Frauen. Gemeinsam mit der Partnerinstitution IDECA unterstützt Mission 21 die indigene Frauenorganisation OMABASI (Organización de Mujeres Aymaras Barolina Sisa) in der Provinz Chucuito im Departement Puno. Ziel ist es, dass die Frauen ihre Interessen auf politischer Ebene einbringen können.

Hintergrundinformationen

Die Region Puno weist einen hohen Anteil an Menschen indigener Herkunft auf. Vor allem die Völker der Quechua und Aymara sind stark vertreten. Obschon die peruanische Regierung heute die Rechte der indigenen Völker auf dem Papier anerkennt, geschieht dies in der Praxis nur teilweise. Gutes Beispiel dafür sind die vom Staat geförderten Bergbauaktivitäten in den indigenen Gebieten. Diese führen oft zu Umweltkonflikten, sozialen Spannungen und grossem Misstrauen der indigenen Bevölkerung gegenüber staatlichen Instanzen. Letztere verfügen über mangelhafte Kenntnisse der indigenen Kultur und sind daher unfähig, in einen echten interkulturellen und interreligiösen Dialog mit der indigenen Bevölkerung zu treten.

Die Abkürzung IDECA steht für «Instituto de Estudio de las Culturas Andinas». IDECA erforscht die andine Kultur, fördert die kritische Reflexion, die Offenheit für Vielfalt und Dekolonialisierung und setzt auf den interkulturellen Dialog.

Mission 21 unterstützt das IDECA-Projekt «Kullakanaka Sartawipa» (das Gehen der Schwestern), das sich an Mitglieder der Frauenorganisation OMABASI richtet. Das Projekt stärkt die kulturelle Identität und das Selbstbewusstsein indigener Frauen der Provinz Chucuito. Die Frauen von OMABASI werden ausgebildet, um auf lokale und regionale politische Entscheide Einfluss zu nehmen und dadurch ihre Rechte einzufordern.

Projektziele

Die Mitglieder der indigenen Frauenorganisation OMABASI stärken die Kompetenzen der einzelnen Frauen, aber auch die der Gemeinschaft. Damit wird es den Frauen möglich, politische Vorstösse zu machen, die ihre indigene Identität berücksichtigen. Dadurch nehmen sie auf lokaler und regionaler Ebene Einfluss auf politische Entscheide und fördern ihre kollektiven Rechte.

Zielgruppe

Zielgruppe ist die «Organización de Mujeres Bartolina Sisa» (OMABASI). IDECA unterstützt und begleitet die Organisation in sieben Distrikten der Provinz Chucuito. 35 Leiterinnen von OMABASI werden an der Ausbildung im Rahmen der Gemeinschaftsschule «Kullakanaka sartawipa» direkt teilnehmen. Indirekt werden um die 620 Frauen vom Projekt erreicht werden.

Aktivitäten

  • Gründung der Gemeinschaftschule «Kullakanaka sartawipa»

  • Durchführung von Kursen und Workshops in sieben Distrikten über Themen wie Identität, Gender, politische Partizipation und gemeinschaftsbasiertes Leadership, Ernährungssicherung, Umwelt

  • Durchführung von Kongressen der «Mujeres Originarias Aymaras»

  • Begleitung und Unterstützung bei Verhandlungen mit Behörden und Ämtern

  • Durchführung von Radiosendungen

  • Durchführung einer sozio-kulturellen Forschung und Publizierung der Ergebnisse am Ende der Projektphase

Projektfortschritt 2018

  • Die Gemeinschaftsschule «Kullakanaka sartawipa» wurde ins Leben gerufen.

  • 35 Leiterinnen nehmen regelmässig an der Ausbildung teil.

  • Die Frauen haben ein stärkeres Selbstbewusstsein und trauen sich nun auch ihre Wünsche und Bedenken in Gruppendiskussionen zu äussern.

  • Die Teilnehmerinnen setzen sich kritisch mit dem Ursprung des Verlustes ihrer Traditionen und Werte auseinander. Sie sehen diesen Ursprung in erster Linie in der Kolonisation.

  • Die Frauen haben im Verlauf des Jahres immer wieder Genderfragen mit Aspekten der Interkulturalität in Verbindung gebracht.

  • Die Frauen sensibilisierten mithilfe verschiedener Medien, u.a. Radiospots und Theateraufführungen, ihre Gemeinden für den Verlust ihrer kulturellen Werte und Traditionen.

Projektbilder