Tansania, Gesundheit

Eintreten für das Leben - HIV-Programm Tansania

Projektsumme: CHF 46'000
Projektnummer: 186.1022

Der HI-Virus ist eine der grössten Herausforderungen für die tansanische Gesellschaft. Mission 21 unterstützt ihre beiden Partnerkirchen in Tansania, die das Problem auf vielfältige Weise bekämpfen. Fürsorge für Erkrankte und die wachsende Zahl von Waisenkindern ist dabei ebenso wichtig wie Präventionsmassnahmen und der Kampf gegen die Stigmatisierung Betroffener.

Hintergrundinformationen

Mindestens 1,5 Millionen Menschen in Tansania sind mit dem HI-Virus infiziert, 80‘000 sterben jährlich an den Folgen des Virus, obwohl im ganzen Land kostenlose Medikamente verfügbar sind. Die Infektionsrate in der Region Mbeya gehört zu den höchsten des Landes: Ungefähr jede sechste Person ist betroffen. Dies hat zur Folge, dass viele Kinder einen oder beide Elternteile verlieren und oft auch selbst infiziert sind. Die Kenntnisse der Bevölkerung über die Krankheit und deren Infektionswege sind ausgesprochen mangelhaft. Ein grosses Problem ist auch die sexuelle Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen. Zudem führen Vorurteile und Ängste zu Stigmatisierung und Diskriminierung von HIV-positiven Menschen innerhalb der Gesellschaft.

Beide Partnerkirchen von Mission 21 in Tansania, die Südprovinz und die Südwestprovinz der Moravian Church in Tanzania, arbeiten engagiert in der Prävention und kümmern sich um Erkrankte und die zunehmende Zahl von Waisenkindern. Um die Bestrebungen der Partnerorganisationen von Mission 21 stärker zu fördern, Kräfte zu bündeln und Erfahrungen auszutauschen, bietet Mission 21 ihren Partnerorganisationen zusätzlich zu der lokalen auch eine länderübergreifende Beratung in der Aidsarbeit an. Diese Aufgabe obliegt seit dem Jahr 2005 dem kongolesischen Gesundheitsexperten Emery Mpwate, der seit vielen Jahren HIV-Projekten begleitet.

Projektziele

  • Reduktion der mit HIV und Aids verbundenen Todesfälle

  • Verbesserung des Gesundheitszustandes von Menschen mit HIV

  • Ganzheitliche Sensibilisierung für einen angemessenen Umgang mit dem Virus

  • Konkrete Hilfe für Menschen mit HIV sowie für deren Angehörige durch Selbsthilfegruppen, Spitäler und Gesundheitseinrichtungen

  • Vernetzung und Koordination der Arbeit der Partnerorganisationen von Mission 21 innerhalb von Afrika, Asien und Lateinamerika

  • Unterstützung struktureller Präventionsmassnahmen gegen die weitere Verbreitung der Epidemie

  • Unterstützung von Advocacy-Massnahmen im Bereich HIV (regional und national)

Zielgruppen

  • Mitarbeitende, Leitende und Mitglieder (450'000) der Partnerkirchen

  • Je 300-500 Besucher von 12 Aufklärungskampagnen jährlich

  • 300 Frauen und Männer, die in HIV-Selbsthilfegruppen organisiert sind

  • 150 Mitarbeitende und ca. 20‘000 Patienten in den Spitälern Isoko und Mbozi und den Gesundheitseinrichtungen

  • 1000 Jugendliche, Schülerinnen und Schüler der Sekundarschulen und Studierende der Berufsschulzentren

Aktivitäten

Für das Jahr 2018 sind folgende Aktivitäten geplant:

  • 12 Aufklärungskampagnen auf Märkten

  • 30 Aufklärungseinheiten in Kirchgemeinden

  • 20 Aufklärungseinheiten in Schulen und Berufschulen

  • Weiterentwicklung einkommensfördernder Massnahmen für Selbsthilfegruppen und Einrichtung von Pflege zu Hause

  • Krankenversicherung für Betroffene

  • Unterstützung von Kindern, die mit HIV leben, und ihrer Grossmütter, die sie nach dem Tod der Eltern häufig aufnehmen und pflegen.

  • Netzwerkarbeit mit nationalen und internationalen Organisationen

Projektfortschritt

Die HIV-Abteilungen unserer Partner organisieren öffentliche Aufklärungs- und Testkampagnen, Weiterbildungen von Mitarbeitenden und engagieren sich in der Begleitung von Infizierten: In sieben Selbsthilfegruppen sind über 300 Menschen organisiert, die das Schweigen über die Erkrankung durchbrochen haben. Die Südprovinz intensiviert den Aufbau einer Home-Based-Care (Betreuung zu Hause), um professionelle Pflege zu leisten. Seit dem vorangegangen Jahr ist eine mobile Klinik im Einsatz, in der HIV-Schnelltests eine rasche Diagnose und schnellen Zugang zu kostenloser medikamentöser Versorgung mit antiretroviralen Medikamenten ermöglichen. 2017 konnte so das Bewusstsein bezüglich der Wichtigkeit von Tests und Behandlung gesteigert werden.

Eine Stärke des HIV-Projekts ist seine Verankerung an der Basis. Die Betroffenen werden unmittelbar erreicht. Wichtig ist diesbezüglich auch das Vorantreiben von guten Beziehungen mit anderen Dienstleistern und die Vernetzung mit NGOs, die in diesem Feld tätig sind, um noch mehr Menschen zu erreichen.