Südsudan, Landwirtschaft und Existenzsicherung

Ernährungs- und Existenzsicherung in ländlichen Gebieten

Projektsumme: CHF 150'000
Projektnummer: 179.1021

In weiten Gebieten des Südsudans finden seit Ende 2013 kriegerische Auseinandersetzungen statt. Eine Region aber ist so abgelegen, dass sie nur indirekt davon betroffen ist: der Bezirk Pochalla. Dort unterstützt Mission 21 ein integriertes Landwirtschaftsprojekt: Durch verbesserte landwirtschaftliche Methoden steigert die Partnerorganisation PRDA (Presbyterian Relief and Development Agency) den Ernteertrag. Damit können die ansässigen Bauern ihre Familien besser ernähren und müssen keine teuren importierten Lebensmittel kaufen. Nebst der landwirtschaftlichen Unterstützung verbessert PRDA die Lernumgebung von Primarschulen und erleichtert den Zugang zu Wasser sowie sanitären Einrichtungen.

Hintergrundinformationen

Die gewaltsamen Auseinandersetzungen, die seit Ende 2013 den Südsudan heimsuchen, verschärfen die Sicherheits- und Versorgungslage der Bevölkerung. Wovon sollen die Menschen insbesondere auf dem Land leben? Wie kann eine medizinische Grundversorgung sichergestellt werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich seit vielen Jahren die Presbyterian Relief and Development Agency (PRDA) als Partnerorganisation von Mission 21. In Pochalla, nahe der äthiopischen Grenze, betreibt die PRDA mit Unterstützung von Mission 21 ein grosses integriertes Projekt zur ländlichen Entwicklung, um die Gesundheit und Ernährung für die Bevölkerung in der Region zu sichern und den Familien zu einem besseren Haushaltseinkommen zu verhelfen. Die Ernährungssicherung wird ganzheitlich angegangen durch Massnahmen in der Landwirtschaft und Bildung sowie betreffend den Zugang zu Wasser und Hygiene.

Projektziele

Oberziel des Projekts ist, den Lebensstandard der Bevölkerung im Bezirk Pochalla zu verbessern. Unterziele:

  • Verbesserte Ernährungssicherheit

  • Wissenstransfer in den Bereichen Gesundheit, Landwirtschaft und Bildung

  • Schaffen von Fähigkeiten in partizipatorischen Prozessen

  • Mehr Einschulungen auf Primarstufe sowie bessere Lernumgebung

  • Verbesserte Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner

  • Verbesserte Gesundheit des Viehs

Zielgruppe

Das Projekt unterstützt 1‘000 Haushalte in den Unterbezirken Adongo und Pochalla in ihrem Lebensunterhalt und ihrer Ernährungssicherheit. Ein Fokus liegt auf Rückkehrerinnen und Rückkehrern sowie auf Geflüchteten in der Region.

Aktivitäten

Zur Erreichung der Ziele nimmt PRDA die folgenden Aktivitäten vor:

  • Ausbildung von lokalem Personal

  • Ausbildung von Kontakt-Bäuerinnen und -Bauern zu verbesserten Landwirtschafts-Methoden und partizipatorischen Vorgehensweisen

  • Ausgabe von Saatgut, Ausrüstung und Werkzeugen

  • Bau von Klassenzimmern

  • Bau von Schutzvorrichtungen um Brunnen

  • Bau von Toiletten

  • Ausbildung des Programmleitungs-Komitees zu Monitoring, Evaluation und partizipatorischen Vorgehensweisen

Projektfortschritt

Nach dem erfolgreichen Abschluss einer 10-jährigen Projektphase im Bezirk Maiwut hat im Jahr 2013 der Aufbau eines ähnlichen Projektes in Pochalla begonnen: Nach einer Studie zur Erhebung der Ausgangslage im Jahr 2014 befindet sich das Projekt nun in einer intensiven Aufbauphase. Eine Basisstation wurde errichtet und ein Programmleitungs-Komitee eingesetzt. Lokale Projektberaterinnen und -berater wurden geschult. Bäuerinnen und Bauern haben ebenfalls bereits Schulungen durchlaufen. Um eine integrale Verbindung von Ernährung, Bildung und Gesundheit zu ermöglichen, werden derzeit Klassenräume für eine Primarschule gebaut sowie Brunnen ausgebessert, um die zuverlässige Versorgung mit sauberem Trinkwasser sicherzustellen. Ausserdem wird das Projekt vom Unterbezirk Pochalla auf den Unterbezirk Adongo ausgeweitet.