Südsudan, Landwirtschaft und Existenzsicherung

Ernährungs- und Existenzsicherung in ländlichen Gebieten

Projektsumme: CHF 172'500 (2019)
Projektnummer: 179.1021

In weiten Gebieten des Südsudans finden seit Ende 2013 kriegerische Auseinandersetzungen statt. Eine Region aber ist so abgelegen, dass sie nur indirekt davon betroffen ist: der Bezirk Pochalla. Dort unterstützt Mission 21 ein integriertes Landwirtschaftsprojekt: Durch verbesserte landwirtschaftliche Methoden steigert die Partnerorganisation PRDA (Presbyterian Relief and Development Agency) das Know How und somit den Ernteertrag. Damit können die ansässigen Bauern ihre Familien vielfältiger ernähren und müssen keine teuren importierten Lebensmittel kaufen. Nebst der landwirtschaftlichen Unterstützung verbessert PRDA die Lernumgebung von Primarschulen und erleichtert den Zugang zu Wasser sowie sanitären Einrichtungen.

Hintergrundinformationen

Die gewaltsamen Auseinandersetzungen, die seit Ende 2013 den Südsudan heimsuchen, verschärfen die Sicherheits- und Versorgungslage der Bevölkerung. Wovon sollen die Menschen insbesondere auf dem Land leben? Wie kann eine medizinische Grundversorgung sichergestellt werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich seit vielen Jahren die Presbyterian Relief and Development Agency (PRDA) als Partnerorganisation von Mission 21. In Pochalla, nahe der äthiopischen Grenze, betreibt die PRDA mit Unterstützung von Mission 21 ein grosses integriertes Projekt zur ländlichen Entwicklung, um die Gesundheit und Ernährung für die Bevölkerung in der Region zu sichern und den Familien zu einem besseren Haushaltseinkommen zu verhelfen. Die Ernährungssicherung wird ganzheitlich angegangen durch Massnahmen in der Landwirtschaft und Bildung sowie betreffend den Zugang zu Wasser und Hygiene.

Projektziele

Das Projekt hat zum Ziel, den Lebensstandard der Bevölkerung im Bezirk Pochalla zu verbessern.

Unterziele:

  • Verbesserte Ernährungssicherheit

  • Wissenstransfer in den Bereichen Hygiene, Landwirtschaft und Bildung

  • Mehr Einschulungen auf Primarstufe sowie bessere Lernumgebung

  • Verbesserte Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner

Zielgruppe

Das Projekt unterstützt ca.1‘000 Haushalte in Pochalla in ihrem Lebensunterhalt und ihrer Ernährungssicherheit. Neben einzelnen Farmern gibt es Bauerngruppen und auch Bauernfamilien. Auf die Bedürfnisse von Frauen und Kindern wird besonderer Wert gelegt.

Aktivitäten

  • Ausbildung von lokalem Personal

  • Ausbildung von Kontakt-Bäuerinnen und -Bauern. Diese werden zu verbesserten landwirtschaftlichen Methoden und partizipatorischen Vorgehensweisen geschult und geben ihr Wissen weiter

  • Ökologische Landwirtschaft

  • Ausgabe von Saatgut, Ausrüstung und Werkzeugen

  • Bau von Klassenzimmern

  • Bau von Schutzvorrichtungen um Brunnen

  • Bau von Toiletten

Projektfortschritt

Nachdem das Projekt im Jahr 2014 angelaufen ist, gab es im Jahr 2016 einen Rückschlag. Die erbaute Basis wurde während eines lokalen Konflikts ausgeraubt und viele Bauern mussten fliehen. Anfang des Jahres 2017 konnte das meiste wieder aufgebaut werden.

Es wurde bereits umfangreiches Knowhow in landwirtschaftlichen Anbaumethoden vermittelt. In der aktuellen Projektphase stehen ökologisches und nachhaltiges Arbeiten im Fokus. Die Bauern produzieren nun selbst ökologischen Dünger und gewinnen ihr Saatgut zu 50 Prozent selbst.

Für die Schulungen der Bauern wurden Klassenzimmer gebaut. Diese stehen auch der Bezirksschule zur Verfügung.

Im Sektor WASH (Water Sanitary and Hygiene) werden immer mehr Menschen geschult. Dies beugt der Ausweitung vor Krankheiten vor.