Nigeria, Landwirtschaft und Existenzsicherung

Ernährungs- und Existenzsicherung in Nigeria

Projektnummer: 162.1030

Die Versorgungslage im Nordosten Nigerias ist prekär. Viele Menschen sind in ihrer Existenz bedroht. Zusätzlich zur schlechten Wirtschaftslage und Umweltproblemen verschärft im Nordosten des Landes der Terror der dschihadistischen Miliz Boko Haram die Lage. Doch auch in anderen Landesteilen sind viele Menschen in ihrer Existenz bedroht, was häufig ein Konflikttreiber ist. Die Partnerorganisationen von Mission 21, versuchen, diesen herausfordernden Lebensumständen entgegenzuwirken. Dazu vermitteln sie der lokalen Bevölkerung Wissen in den Bereichen nachhaltige Landwirtschaft und Umweltschutz auf der einen Seite, und organisieren erwerbsfördernde Weiterbildungen auf der anderen Seite. So wird die Bevölkerung befähigt, ihre Existenz langfristig, nachhaltig und eigenständig zu sichern.

Hintergrundinformationen

Nigeria ist reich an natürlichen Ressourcen. Diese werden jedoch häufig nicht nachhaltig genutzt und sind ungleich verteilt. Besonders benachteiligt ist die Bevölkerung im Nordosten des Landes, deren Entwicklung jahrzehntelang durch den Staat vernachlässigt wurde. Die Region ist zudem im Zuge von Klimaveränderungen sowie einer nicht-nachhaltigen Nutzung von Naturressourcen durch eine relativ lange Trockenzeit, Bodenerosion und abnehmende Bodenfruchtbarkeit gekennzeichnet. Hinzu kommt in den vergangenen Jahren die Gewalt der dschihadistischen Miliz Boko Haram. Aufgrund des Konflikts haben Hundertausende Familien ihre Felder brach zurückgelassen, was die Versorgungslage in der Region massiv verschärft hat. Insgesamt ist in Nigeria seit Jahren eine schwache wirtschaftliche Entwicklung zu verzeichnen vor dem Hintergrund eines stetigen Bevölkerungswachstums. Die Folgen dieser Entwicklung sind wachsende Arbeitslosigkeit und zunehmende Armut. Gerade unter Jugendlichen führt die Perspektivlosigkeit an manchen Orten zu Unruhe und Konflikten. Mission 21 versucht gemeinsam mit ihren drei Partnerorganisationen, EYN, AsProNMeR und LCGI, diesen Entwicklungen entgegenzutreten.

Projektziele

Die Ernährungs- und Existenzsicherheit der Bevölkerung im nordöstlichen Nigeria ist durch einen nachhaltigen Ansatz gesichert:

  • Die Zielbevölkerung praktiziert eine umwelt- und ressourcenschonende Lebensweise und eine nachhaltige Landwirtschaft.

  • Die Zielbevölkerung ist befähigt, durch erwerbsfördernde Weiterbildungen ihre Existenz zu sichern und der Armut und Perspektivlosigkeit zu entkommen.

Zielgruppe

Zielgruppe der agrarökologischen Projektkomponente sind Kleinbauern und ihre Familien aus den ländlichen Gebieten in Nordost-Nigeria sowie die Bevölkerung der Region im weiteren Sinne. Zielgruppe der einkommensfördernden Projektkomponente sind insbesondere Opfer von Konflikten, vor allem Frauen, sowie krisengefährdete Jugendliche in Nordost-Nigeria.

Aktivitäten

  • Durchführung von erwerbsfördernden Weiterbildungen, wie z.B. Schneiderei-, Zimmerei-, Metall- und Polsterarbeiten, Computertrainings und kaufmännische Grundlagen

  • Bereitstellung einer Anschubhilfe für Kleinunternehmerinnen und -unternehmer durch die Bereitstellung von Startkapital oder Arbeitsmitteln

  • Unterstützung bei der Gründung berufsbezogener Selbsthilfegruppen

  • Ausbildung von Multiplikatoren im Bereich nachhaltige Landwirtschaft und Umweltschutz

  • Ausbildung von Kleinbauern in agroökologischer Landwirtschaft und Begleitung bei deren Implementierung

  • Errichtung von Baumschulen zu Schulungszwecken und als Ressource zur breitflächigen Umsetzung von Pflanzmassnahmen, um der Verschlechterung der Umweltbedingungen entgegenzuwirken

  • Kampagnen zur Förderung des öffentlichen Umweltbewusstseins und Umweltschutzes

  • Trainings zum Nutzen und dem Bau von ressourcenschonenden Kochherden

  • Produktion von wiederverwendbaren Einkaufstaschen aus recyceltem Material

Projektfortschritt

Die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen spielt bei der Verbesserung der wirtschaftlichen Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung Nordost-Nigerias eine zentrale Rolle. Weniger Holzabbau und Aufforstung verringern die Bodenerosion in den betroffenen Gebieten, was sich wiederum positiv auf die Fruchtbarkeit des Bodens und schlussendlich auch den landwirtschaftlichen Anbau auswirkt. Das noch junge Projekt kann erste Erfolge aufweisen: So konnten zum Beispiel mit Trainings zum Bau von ressourcenschonenden Kochöfen im Jahr 2018 308 Personen erreicht werden. Zudem konnten drei Baumschulen errichtet und Tausende Setzlinge in den Dorfgemeinschaften und unter Kleinbauern verteilt werden. Mit anderen erwerbsfördernden Weiterbildungen wurden rund 250 Personen erreicht. Einen Schwerpunkt bildete die Ausbildung von Frauen, die als Binnenflüchtlinge und oftmals verwitwet dazu gezwungen sind, an ihren Zufluchtsorten eine neue Existenz aufzubauen.