Peru, Landwirtschaft und Existenzsicherung

Ernährungssicherung in den Südanden (CEDEPAS)

Projektsumme: CHF 88'000
Projektnummer: 476.1012

Das Projekt leistet einen Beitrag an die Ernährungssicherung im südandinen Raum. Wichtige Bestandteile der Interventionen sind die Förderung und Konsolidierung agrarökologischer Grundsätze sowie die Stärkung der Bauerngemeinden und Produzentenorganisationen, um die lokale und regionale Agrarpolitik massgeblich zu beeinflussen. Das Projekt wird von der Partnerorganisation CEDEPAS geführt. Mission 21 ist seit 2016 am Projekt beteiligt. CEDEPAS, das Ökumenische Zentrum für Entwicklung und Soziale Aktion, hat Programme im Bereich der ländlichen und gesellschaftlichen Entwicklung sowie der theologischen Ausbildung. 

Hintergrundinformationen

Der Distrikt Arapa liegt in den peruanischen Südanden auf einer Höhe von etwa 3‘800 Metern. Seine Bewohnerinnen und Bewohner leben vor allem von der Land- und Viehwirtschaft. In Peru leiden rund 25 Prozent der Bevölkerung an chronischer Mangelernährung. In den Südanden ist die Situation noch schlechter. Die bisherige Ernährung der Bauernfamilien besteht aus landwirtschaftlichen Produkten, die reich an Kohlenhydraten, aber arm an Vitaminen und weiteren lebensnotwendigen Nährstoffen sind. Die einseitige Ernährung hemmt eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung und wirkt sich negativ auf Lernfähigkeit, Produktivität und Arbeitsfähigkeit der Menschen aus. Auf Grund der geringen Beschäftigungsmöglichkeiten, verlassen viele Männer ihre Familien, um in Bergwerken oder in der Stadt Arbeit zu suchen. Die zurückbleibenden Frauen übernehmen die Rolle des Familienoberhauptes. Neben der Familie kümmern sie sich vermehrt auch um die Landwirtschaft. Im Zuge des Demokratisierungsprozesses in Peru haben die Bauerngemeinden die Möglichkeit, sich vermehrt an politische Entscheidungsprozesse zu beteiligen. Damit ihre Anliegen tatsächlich wahrgenommen werden, müssen sie sich organisieren und über bestimmte Kompetenzen verfügen.

Projektziele

Durch die Anwendung agroökologischer Methoden und Anpassungsstrategien an den Klimawandel sowie durch die Stärkung der Produzenten-organisationen leistet CEDEPAS einen Beitrag an die Ernährungssicherung im Distrikt Arapa.

  • Spezifisches Ziel 1: Die Bauernfamilien produzieren Gemüse und Quinoa nach agroökologischen Methoden und setzten in ihren Feldern Anpassungsstrategien an den Klimawandel um.

  • Spezifisches Ziel 2: Die Bauernfamilien konsumieren ihre Erzeugnisse selbst und ernähren sich dadurch besser und ausgewogener.

  • Spezifisches Ziel 3: Die Bauerngemeinden und Produzentenorganisationen beteiligen sich auf Gemeindeebene sowie auf Ebene des Distriktes an der Agrarpolitik und sind in der Lage, diese zu ihren Gunsten zu beeinflussen.

Zielgruppe

86 Bauernfamilien aus drei Weilern des Distriktes Arapa im Departement Puno: San Mateo de Cuturi (21 Familien), Llacharapi grande (25 Familien) und Llacharapi chico (34 Familien).

Aktivitäten

  • Wissensvermittlung in den Bereichen Gemüse- und Quinoaanbau: u.a Kompostieren, Produktion von Biodünger und biologische Pflanzenschutzmittel, Fruchtfolge, wassersparende Massnahmen, usw.

  • Begleitung und Beratung der Zielbevölkerung vor Ort im Bereich der landwirtschaftlichen Produktion

  • Kochkurse und Schulung im Bereich der gesunden Ernährung und Hygiene

  • Schulung und Begleitung der Produzentenorganisationen

Projektfortschritt

  • 90% der bisherigen Zielbevölkerung produzieren in ihrem Familiengarten Gemüse für den Eigenkonsum

  • 90% haben begonnen Quinoa anzubauen

  • 90% verfügen über Grundkenntnisse der Agrarökologie, artgerechte Kleintierhaltung und Viehgesundheit

  • 60% setzen das Gelernte in der Praxis konsequent um

  • 20 Promotorinnen wurden weitergebildet und geben ihr Wissen anderen Bauernfamilien weiter

  • 30% verkaufen gemeinschaftlich ihre Überschüsse auf dem lokalen Markt (1 mal die Woche) und gelegentlich auf den grösseren Märkte der Umgebung

  • Durch den Verkauf des erzielten Überschusses konnten die Bauern ihr Familieneinkommen verbessern

  • 4 Gemeindevorsteher und 20 Vertreterinnen von 4 Bauerngemeinden wurden gemeindepolitisch geschult und verfügen über Grundkenntnisse, um sich an politischen Entscheidungsprozesse auf Gemeindeebene zu beteiligen