Südsudan, Bildung

Erwachsenenbildung für die Gestaltung der Zukunft

Projektsumme: CHF 34'500 (2019)
Projektnummer: 179.1024

Seit der Gründung des Südsudans ist der jüngste Staat der Welt von Konflikten und Unruhen betroffen. Dabei braucht gerade dieses Land starke Institutionen, die die Gesellschaft stärken, um die Wirtschaft und den Staat wieder aufzubauen.

Das «Giffen Institute» der Presbyterianische Kirche des Südsudans (PCOSS), Partnerkirche von Mission 21, bietet im Flüchtlingslager Kakuma in Nordkenia verschiedene berufsbildende Kurse sowie Kurse in der Erwachsenenbildung an.

Hintergrundinformationen

Der Südsudan steht seit der Unabhängigkeit im Jahr 2011 und den folgenden kriegerischen Auseinandersetzungen vor riesigen Herausforderungen. Die südsudanesische Gesellschaft muss geeint und gestaltet, die bestehenden Verwerfungen wollen bearbeitet und die ethnischen Differenzen überwunden werden. Nur so kann der Aufbau des jungen Landes gelingen. Berufliche Fortbildung und weiterführende Bildung sind für die Entwicklung der Zukunft des Landes unabdingbar. Mit dem Einbruch der Wirtschaft und in Hinblick auf das Ende des Kriegs im Südsudan wird auf allen Ebenen gut ausgebildetes Personal für den Wiederaufbau des Landes benötigt.

Die Kirche muss und will einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, indem sie Menschen ausbildet und zur Berufsbildung beiträgt. Dies geschieht zum Beispiel im «Giffen Institute» im Flüchtlingslager Kakuma in Nordkenia. Teil der Arbeit sind psychosoziale Unterstützung sowie Friedensförderung. Drängende Probleme des Landes werden thematisiert. Absolventinnen und Absolventen sind in der Lage, in der Leitung von Kirchgemeinden eine wesentliche Rolle zu spielen. Zudem können sie in ihrem Lebens- und Arbeitsumfeld wichtige Aufgaben übernehmen, sich mit praktischer Arbeit selbst versorgen oder sogar anderen Arbeit anbieten.

Projektziele

Dank der Ausbildung am Giffen Insitute können sich Studierende und Absolventen/Absolventinnen kritisch und reflektiert mit gesellschaftlichen Problemen auseinandersetzen. Die erhalten zudem eine Ausbildung in praktischer Arbeit. Vermittelt werden zum Beispiel Fähigkeiten im Bereich von Zimmermanns- und Schreinerei-Arbeiten. Auch betriebswirtschaftliche Fähigkeiten sind im Curriculum berücksichtigt.

Neben dem fachlichen Wissen kommen die zwischenmenschlichen Fähigkeiten sowie Friedens-und Versöhnungsarbeit nicht zu kurz.

Die Graduierten bringen die erworbenen Fähigkeiten in ihrer Kirche ein. Sie haben zudem einen reflektierten Blick auf den Konflikt in ihrem Land und können dazu beitragen, Lösungen für die drängendsten Probleme in ihren Gemeinden zu entwickeln.

Zielgruppe

Hauptzielgruppe sind südsudanesische Flüchtlinge im Flüchtlingslager Kakuma in Kenia.

Aktivitäten

  • Grundausbildung in Mathematik, Soziologie und Englisch

  • Bibliothek

  • Trainings in Friedensförderung (inklusive Trauma- und Versöhnungsarbeit)

  • Aufklärung zu HIV/Aids und in den Bereichen Wasser, sanitäre Anlagen und Hygiene (WASH)

  • Unterricht in Zimmermanns-Arbeiten

  • Stipendien für Studentinnen

Projektfortschritt

Im September des Jahres 2015 konnte das «Giffen Institute» nach der Flucht aus der südsudanesischen Stadt Malakal im Flüchtlingslager Kakuma in Nordkenia den Unterricht wieder aufnehmen. Genau drei Jahre später gab es eine schillernde Graduiertenfeier. Im Jahr 2018 haben 30 Absolventinnen und Absolventen ihren Abschluss gemacht, während 50 neue Schüler und Schülerinnen im neuen Jahrgang begonnen haben.

Das «Giffen Institute» geht in dem Unterrichtsangebot auf die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner des Flüchtlingslagers ein. Erfahrungen im Bereich Berufsausbildung hat das Institut schon in Malakal gesammelt. Drei Jahre nach dem Umzug kann das «Giffen Institute» erstmals wieder eine umfangreiche Ausbildung in verschiedenen Bereichen anbieten.