Bolivien, Landwirtschaft und Existenzsicherung

Familiengärten und Kunsthandwerk für ein besseres Leben

Projektsumme: CHF 55'000
Projektnummer: 420.1017

Mit dem Projekt sollen Bauernfamilien in der Gemeinde Ayata die landwirtschaftliche Produktivität steigern und sich ausgewogen ernähren können. Zudem wird das Familieneinkommen durch die Produktion und den Verkauf von textilem Handwerk erhöht. Im Januar 2014 ging Mission 21 eine neue Partnerschaft mit der Stiftung Machaqa Amawta ein, die das Projekt führt. Die Kernbereiche der Stiftung sind interkulturelle Bildung und landwirtschaftliche Produktion sowie die Stärkung der indigenen Dorfgemeinschaften. Besondere Aufmerksamkeit bekommt zudem die Frauenförderung.

Hintergrundinformationen

Das Territorium der Gemeinde Ayata umfasst drei ökologische Nischen: Hochland, subtropische und tropische Täler. Die meisten Menschen leben von der Landwirtschaft. In den höheren Lagen bauen die Familien Kartoffeln, Gerste, Bohnen und Quinoa an und halten Schafe, Lamas und Alpakas. In den tieferen Zonen werden Mais, Gemüse und Zitrusfrüchte kultiviert. Viele Weiler sind für die landwirtschaftliche Nutzung gut geeignet. Aus verschiedenen Gründen wie Bodenerosion und Klimawandel sowie einem Mangel an technischen Kenntnissen ist die Produktivität aber sehr gering. Daher verlassen zahlreiche Väter ihre Familien, um in Bergwerken oder in der Stadt Arbeit zu suchen. Ihre monatelange Abwesenheit führt oft zu familiären Spannungen oder Trennungen. Viele Frauen übernehmen die Rolle des Familienoberhauptes, wodurch die Arbeitsbelastung stark zunimmt. Neben familiären Aufgaben müssen sie sich um die Landwirtschaft und das Familieneinkommen kümmern. Viele Familien leben in Armut und leiden unter chronischer Mangelernährung. Gleichzeitig verfügt die Gemeinde Ayata über grosses Potential im Bereich des textilen Kunsthandwerkes mit seinen Motiven dieser andinen Kultur.

Projektziele

  • Ziel 1: Verbesserung des Ernährungszustandes der Zielbevölkerung durch die Förderung von Familien- und Schulgärten.

  • Ziel 2: Verbesserung des Familieneinkommens durch den Verkauf von überschüssigem Gemüse aus den Familien- und Schulgärten sowie durch den Verkauf von handwerklichen Produkten (vor allem Strickereien).

  • Ziel 3: Förderung der politischen Partizipation der Zielbevölkerung durch die Stärkung der vorhandenen sozialen Organisationen.

Zielgruppen

  • 60 Bauernfamilien aus 4 Dorfgemeinschaften der Gemeinde Ayata

  • 50 Handwerkerinnen der Gemeinde Ayata

  • 150 Schülerinnen und Schüler aus 7 Sekundarschulen aus der Gmeinde Ayata

  • 8 soziale Organisationen (4 Frauen- und 4 Männerorganisationen)

Aktivitäten

  • Einführung von neuen und Weiterführung der bereits bestehenden Gemüsegärten bei den Bauernfamilien und den Schulen.

  • Begleitung der landwirtschaftlichen Aktivitäten durch Berater vor Ort.

  • Durchführung von Ausbildungskursen zur agroökologischen Produktion

  • Durchführung von Workshops und Kochkursen über gesunde Ernährung und angemessenen Umgang mit Nahrungsmitteln

  • Weiterführung des Handwerkszentrums Vitocota, Begleitung und Beratung bei Marktstudien, bei Kreditbeantragung für Anschaffungen, bei der Erschliessung lokaler und regionaler Märkte.

  • Ausbildung, Beratung und Begleitung der 4 Männer- und 4 Frauenorganisationen

Projektfortschritt

  • 35 Bauernfamilien haben Kenntnisse im Bereich Agroökologie und wenden diese in ihren Gemüsegärten an.

  • Die Produktion der Bauernfamilien konnte durchschnittlich um 30 Prozent gesteigert und qualitativ verbessert werden.

  • 80 Prozent der Bauernfamilien konsumieren regelmässig ihre Produkte und ernähren sich dementsprechend ausgewogener und gesünder.

  • 7 Sekundarschulen verfügen über Gemüsegärten. Das Gemüse wird direkt beim «Schulzmittag» verwendet.

  • 70 Prozent der bisher am Projekt beteiligten Frauen nehmen regelmässig an den Ausbildungskursen im Handwerkszentrum Vitocota teil und konnten somit die Qualität ihrer Strickware deutlich verbessern.

  • 70 Prozent der Bauernfamilien und Handwerker/Handwerkerinnen konnten ihr Einkommen um durchschnittlich 40 Prozent steigern.